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Ivan Perisic mit der Auszeichnung zu "Belgiens Fußballer des Jahres" © imago

Nach der Verpflichtung von Ivan Perisic hat der BVB seinen Kader schon früh beisammen. Der Kroate sorgt für Tiefe und Konkurrenz.

Von Tobias Hlusiak

München - Etwas mehr als zwei Wochen sind seit dem letzten Bundesliga-Spieltag vergangen.

Zwei Wochen "Sommerpause" nach den Meisterschafts-Feierlichkeiten von Borussia Dortmund 404932(DIASHOW: BVB-Meisterparade).

Während einige Fans des BVB nun langsam wieder in der Lage sind, die Geschehnisse rund um ihren Klub nüchtern zu betrachten, hat Manager Michael Zorc den Großteil seiner Arbeit längst erledigt.

"Wir werden nur noch einmal aktiv, wenn wir das Gefühl haben, noch etwas tun zu müssen", bestätigt er.

Wer ersetzt Nuri Sahin?

Der Kader des Meisters für die neue Saison steht - fünf Neuzugänge sind da.

Dede verlässt den Klub ebenso wie Lasse Sobiech und Marco Stiepermann, die ausgeliehen werden.

Der schmerzhafteste Verlust ist ohne Zweifel Nuri Sahin, den es aus dem Ruhrpott nach Madrid zieht (BERICHT: Sahin: Holz- oder Königsweg?).

Das hinterlassene Loch in der BVB-Schaltzentrale ist groß, zwei Neuzugänge kommen dennoch in Frage, das Loch zu schließen.406081(DIASHOW: SPORT1-Elf der Saison)

Sowohl Ilkay Gündogan - der aus Nürnberg nach Dortmund wechselt - als auch Ivan Perisic können den offensiveren Part der Doppel-Sechs spielen.

Teuerster Mann seit Frings

Während die Qualitäten Gündogans ligaweit bekannt sind, ist der Kroate ein in Deutschland unbeschriebenes Blatt.

Trotzdem: Die kolportierten 5,5 Millionen Euro Ablöse, die der Meister an den FC Brügge überweist, bedeuten den teuersten Borussen-Transfer seit 2002.

Damals kam Torsten Frings für 8,5 Millionen Euro. Nun also der 22-Jährige, jüngst zum "Fußballer des Jahres" in Belgien gewählt.

Dazu wurde er Torschützenkönig mit 22 Toren, zehn Vorlagen vervollständigen seine beeindruckenden Statistiken.

[kaltura id="0_2ozu8hqt" class="full_size" title="Dortmunder Meister Ekstase"]

Rakitic begeistert

Perisic' Nationalelfkollege Ivan Rakitic ist von dessen Fähigkeiten geradezu begeistert.

"Ivan ist ein Phänomen. In Dortmund wird er eine ganz große Karriere machen. Zorc und Klopp haben wieder eine absolute Voll-Granate an Land gezogen", schwärmt der ehemalige Schalker.

"Er wird in der Bundesliga so einschlagen, dass sein Marktwert innerhalb von nur einer Saison explodieren wird."

"Strategisch nicht unbegabt"

"Perisic ist beidfüßig, schnell, strategisch nicht unbegabt und hat einen starken Kopfball", lobt auch Trainer Jürgen Klopp seinen Neuzugang im "kicker".

Der Allrounder wurde in Brügge zumeist im linken Mittelfeld aufgestellt, kann aber auch auf der "Sechs" spielen.

Zusammen mit Gündogan und Moritz Leitner, der aus Augsburg zum Kader stößt, gibt er dem BVB im Mittelfeld die für die Champions-League-Teilnahme dringend benötigte Tiefe.

Auch Shinji Kagawa steht nach halbjähriger Verletzungspause wieder zur Verfügung.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Klopp wird wohl neben Sven Bender auf Gündogan in der Schaltzentrale setzen.

Davor streiten Kevin Großkreutz, Mario Götze, Kagawa, "Kuba" Blaszczykowski und eben Perisic um drei freie Plätze - wobei "Kuba" nach einer durchwachsenen Saison wohl die schlechtesten Karten hat.

Eine Konkurrenz-Situation, die dem Team auf Dauer nur von Vorteil sein kann.

"Ohne Mehrfachbelastung schlechter"

Auch wenn die junge Truppe vor der anstehenden Zusatzbelastung nicht davonläuft.

"Wir haben in der vergangenen Saison mit der Europa League und dem DFB-Pokal 43 Punkte in der Hinrunde geholt. Ohne die Mehrfachbelastung waren wir dann sogar ein bisschen schlechter", rechnet Mats Hummels gegenüber SPORT1 vor.

"Ein paar Teams werden in der Bundesliga aber zusätzliche Motivation daraus ziehen werden, dass sie die Chance haben, den Meister zu schlagen."

Löwe kommt aus Chemnitz

Das werden im kommenden Spieljahr auch Julian Koch und Chris Löwe verhindern wollen.

Rechtsverteidiger Koch war an den MSV Duisburg ausgeliehen, ist derzeit aber verletzt und wird frühestens im Oktober wieder spielen können.

Linksverteidiger Löwe kommt aus Chemnitz nach Dortmund und ist als Dede-Ersatz und Back-up für Marcel Schmelzer vorgesehen.

"Für mich erfüllt sich ein Traum", verrät der 22-Jährige der "WAZ". "Ich habe als Kind in BVB-Bettwäsche geschlafen. Jetzt darf ich selbst dabei sein. Aber Marcel muss nicht zittern. Ich werde einen Teufel tun und Ansprüche stellen."

Das war schon in der abgelaufenen Saison das Meistergeheimnis.

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