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Manuel Neuer bestritt 156 Bundesliga-Spiele für Schalke 04 © imago

Nach monatelangem Tauziehen unterschreibt der deutsche Nationalkeeper in München. Dort trifft er auf einen alten Bekannten.

München - Die Hängepartie um Manuel Neuer ist beendet.

Rekordmeister Bayern München und Pokalsieger Schalke 04 bestätigten am Mittwochabend den Wechsel des Nationaltorhüters an die Isar, wo Neuer einen Fünfjahresvertrag bis 2016 und die Rückennummer eins erhalten wird.

"Ich freue mich riesig auf die große und spannende Herausforderung beim FC Bayern", sagte Neuer, "viele Kollegen aus der Nationalmannschaft werden jetzt meine Mitspieler in München. Daher werde ich kein Neuland betreten und mich sicherlich schnell eingewöhnen." 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Schalker Gefühle zwiespältig

"Der FC Bayern ist sehr glücklich darüber, mit Manuel Neuer nicht nur die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet zu haben", sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

Auf Schalker Seite waren die Gefühle der Verantwortlichen zwiespältig: "Dieser Entschluss ist allen beteiligten Verantwortlichen unseres Vereins sehr schwer gefallen, denn mit Manuel Neuer verliert der Club einen in jeder Hinsicht herausragenden Spieler", sagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt:

"Wir haben uns aber nun endgültig entschlossen, das Angebot des FC Bayern München anzunehmen, weil es unter den gegebenen Umständen die beste Lösung für Schalke 04 ist. Zudem haben wir damit auch Manuels Wunsch entsprochen, sich bereits in diesem Sommer verändern zu können."

Erklärung bei Pressekonferenz

Neuer will sich selbst im Rahmen der abschließenden DFB-Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel Spiel gegen Österreich am Donnerstagmittag in Wien äußern. Neuers Nachfolger bei den Königsblauen wird Ralf Fährmann.

Wie der Revierklub bestätigte, erhält der Torwart einen Vierjahresvertrag. Fährmann ist durch den Abstieg von Eintracht Frankfurt ablösefrei und war schon zwischen 2003 und 2009 auf Schalke aktiv.

Neuer soll die Bayern maximal 25 Millionen Euro Ablöse kosten. Vor einigen Wochen hatte der Keeper, der seit 20 Jahren bei den Königsblauen spielt, offiziell mitgeteilt, dass er seinen am 30. Juni 2012 auslaufenden Vertrag auf Schalke nicht verlängern wird.

Kein Sinneswandel

Auch der Pokalsieg mit den Schalkern gegen den Zweitligisten MSV Duisburg (5:0) hatte keinen Sinneswandel bei Neuer ausgelöst, obwohl Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies nochmals alle Register gezogen hatte und den Schlussmann zum Bleiben überreden wollte. (BERICHT: "Melk-Kuh" Schalke hält Neuer in der Warteschleife)

Neuer wäre im Sommer 2012 ablösefrei gewesen. Für einen sofortigen Wechsel würde Schalke dagegen eine Torhüter-Rekord-Ablöse erhalten, die Eckpunkte waren längst verhandelt. (Machen Sie es wie SPORT1 und Bastian Schweinsteiger: Unterstützen Sie München 2018)

Neuer trifft Rafinha

In München wird Neuer auf einen alten Bekannten aus Schalker Zeiten treffen: Der Brasilianer Rafinha absolvierte den obligatorischen Medizin-Check und hat noch am Mittwoch beim FC Bayern einen Dreijahresvertrag bis 2014 unterschrieben.

Die Münchner zahlen 5,3 Millionen Euro Ablöse an den FC Genua. Der 25 Jahre alte Rechtsverteidiger war im Sommer 2010 für acht Millionen von Schalke nach Genua gewechselt. (BERICHT: Rafinha ist das passende Teil)

"Es ist ein Traum für mich, hier sein zu können. Ich bin glücklich, mir gefällt es hier sehr", sagte Rafinha der Münchner "tz", nachdem ihm Sportdirektor Christian Nerlinger seinen neuen Arbeitsplatz an der Säbener Straße 51 vorgestellt hatte.

Petersen ist bereits Münchner

Rafinha, dem auf Schalke ein Rüpel-Image anhaftete, ist nach Zweitliga-Torjäger Nils Petersen von Energie Cottbus der zweite Zugang der Münchner für die kommende Saison. (BERICHT: Bayerns Suche nach Stabilität)

Warten muss der neue Coach Jupp Heynckes dagegen neben Neuer weiterhin auf Jerome Boateng. Nach Informationen der "Sport Bild" will Manchester City nun 20 Millionen Euro für den Innenverteidiger.

Vor einem Jahr war der deutsche Nationalspieler noch für zwölf Millionen vom Hamburger SV zu ManCity gewechselt.

Kloses Zukunft unklar

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge will sich aber nicht unter Druck setzen lassen: Erwartungsgemäß würden die großen Deals erst im Juni, Juli und August getätigt werden, "es geht um viel Geld, da muss man Geduld haben".

Unklar ist weiterhin die Zukunft von Stürmer Miroslav Klose, der bisher das Vertragsangebot der Bayern - ein Jahr plus Option - nicht angenommen hat. Der derzeit verletzte Torjäger sondiert Angebote aus dem Ausland.

Neben Lazio Rom und dem AC Mailand sollen der FC Everton, Tottenham Hotspur und der FC Valencia Interesse bekunden. Gerüchte um einen Klose-Ersatz gibt es bereits: In englischen Medien wird der frühere Leverkusener Dimitar Berbatow von Manchester United mit den Bayern in Verbindung gebracht.

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