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Jens Lehmann wurde 2002 Deutscher Meister mit Borussia Dortmund © getty

Der Ex-Nationalkeeper soll nach einem Medienbericht zu den Königsblauen zurückkehren und Notfall-Lösung hinter Fährmann sein.

Gelsenkirchen - Zurück zu den Wurzeln - bei Pokalsieger Schalke 04 bahnt sich das Sensations-Comeback von Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann in der Bundesliga an.

Der 41-Jährige, soll nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" bei den Königsblauen die Nummer zwei hinter dem von Eintracht Frankfurt ablösefrei neuverpflichteten Ralf Fährmann (22) werden.

Am Mittwoch war der Wechsel von Deutschlands Nummmer eins, Manuel Neuer, von Schalke zu Rekordmeister FC Bayern bereits zur neuen Saison über die Bühne gegangen (Bericht).

Nur Notfall-Lösung

Die Knappen hatten gleichzeitig Fährmann unter Vertrag genommen (Bericht). Der 61-malige Nationaltorhüter Lehmann, der Ende Mai den A- und B-Trainerschein gemacht hat, spielte bereits von 1988 bis 1998 bei den Königsblauen.

Lehmann bestritt bislang 394 Bundesligaspiele und stand zuletzt bis 2010 im deutschen Fußball-Oberhaus beim VfB Stuttgart unter Vertrag.

Die "Stuttgarter Zeitung" beruft sich in ihrem Bericht auf das Umfeld Lehmanns. Der Keeper soll angeblich auf Schalke einen Einjahresvertrag erhalten.

Schalke-Geschäftsführer Peter Peters weiß allersdings von nichts. "Davon ist mir nichts bekannt", antwortete er auf Nachfrage der "dpa".

Die Rollenverteilung zwischen Fährmann und Lehmann soll ohnehin aussehen, dass der deutsche WM-Torhüter von 2006 nur im Notfall zum Zuge kommt.

Viele Aussetzer

In der Bundesliga hatte der gebürtige Essener für einige Schlagzeilen gesorgt. ( 144097DIASHOW: Lehmanns Ausraster)

Am 19. Dezember 1997 erzielte Lehmann in der Nachspielzeit per Kopf den denkwürdigen 2:2-Ausgleich für S04 im westfälischen Derby gegen Borussia Dortmund.

Im Dezember 2009 war der damalige Stuttgarter Lehmann im Spiel gegen den FSV Mainz 05 mit Roter Karte vom Platz geflogen, weil er FSV-Stürmer Aristide Bance auf den Fuß getreten war.

Lehmann war nach seinem Fehltritt auf dem Platz später auch gegenüber einem Fan handgreiflich geworden. Dem VfB-Anhänger riss er vor dem Stadion die Brille von der Nase. Wiederholt eckte Lehmann mit kritischen Aussagen an, genoss jedoch in den jeweiligen Mannschaften jeweils höchsten Respekt.

Champions-League-Finale mit Arsenal

Weniger erfolgreich verlief sein erstes Auslandsengagement. Nach einem Intermezzo beim AC Mailand und nur fünf Spielen wechselt er 1998/1999 zum BVB. Im Jahr 2003 verließ er die Bundesliga-Bühne und heuerte beim FC Arsenal an.

Bis 2008 spielte er erstmals bei den "Gunners" aus der britischen Hauptstadt London.

Mit dem Traditionsklub stand er 2006 im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (1:2). Allerdings sah er bereits in der 19. Minute nach einer Notbremse gegen Barca-Angreifer Samuel Eto'o die Rote Karte.

Comeback in London

Am 10. April dieses Jahres kam Lehmann beim 3:1-Sieg der Kanoniere beim FC Blackpool kurzfristig zu seinem 148. Einsatz in der Premier League für Arsenal.

Stammkeeper Manuel Almunia hatte sich beim Warmmachen verletzt. Dabei zeigte der deutsche Routinier, dass er trotz fehlender Spielpraxis noch nichts von seiner Klasse eingebüßt hat.

Drei Wochen zuvor hatten die Verantwortlichen des FC Arsenal angesichts einer Verletztenmisere bei Lehmann angefragt, ob er als Torhüter Nummer zwei bis zum Saisonende aushelfen könne.

Kahn flachst

Zuletzt hatte Lehmann unter anderem zusammen mit DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und seinem langjährigen Rivalen Oliver Kahn den Trainerlehrgang in der Sportschule Oberhaching erfolgreich absolviert.

"Ich habe schon darüber nachgedacht, weil wir ja jetzt seit ein paar Wochen zusammen den Trainerschein machen, dass wir ein Super-Team sind: Ich als Trainer, der Jens als Co-Trainer", flachste "Titan" Kahn im "Audi Star Talk" über eine mögliche Zusammenarbeit mit seinem alten Rivalen und Nachfolger im Tor der Nationalmannschaft.

Lehmann beerbt Kahn

Bei der WM 2006 hatte Kahn vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien Lehmann Mut zugesprochen.

Der gleichaltrige Rivale avancierte zum Matchwinner - auch dank eines Spickzettels von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte vor der Heim-WM 2006 in einer zuvor monatelang mit Spannung erwarteten Entscheidung Lehmann anstelle von Kahn zur Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft gemacht.

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