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Der Österreicher David Alaba ist derzeit von Bayern an Hoffenheim ausgeliehen © getty

Der 18-Jährige ragt gegen Deutschland heraus und überzeugt gegen Lahm. Die Münchner müssen über eine Rückholaktion nachdenken.

Von Mathias Frohnapfel und Torsten Mesch

Wien/München - Jupp Heynckes grübelt noch über die Idealbesetzung des künftigen Bayern-Mittelfelds.

Doch der designierte FCB-Trainer konnte sich am Freitagabend vor dem Fernseher einige Anregungen für eine weitere verheißungsvolle Option holen.

Ein österreichischer Teenager spielte bei der EM-Qualifikationspartie in Wien Deutschlands Philipp Lahm Knoten in die Beine.

Exakt jenem Lahm, der Kapitän der Münchner ist und von dem man Abwehrfehler in etwa so selten sieht wie österreichische Siege über den nördlichen Nachbarn.

Dazu reichte es auch am Freitag nicht.

Doch dank David Alaba brachte Austria den großen Rivalen in arge Bedrängnis, der 18-Jährige dirigierte das österreichische Spiel und marschierte wie ein Duracell-Häschen die Linie hoch und runter.

Vor dem Spiel hatte eine Zeitung aus Österreich die Gesichter Alabas auf die Körper von Gartenzwergen montiert, doch nach Abpfiff war nicht mehr klar, wer Zwerg David und wer der Goliath war.

Alabas Hereingabe führt zum Tor

Denn auch das Eigentor von Arne Friedrich lässt sich zu 50 Prozent Alaba und seiner scharfen Hereingabe gutschreiben.

"Wir sind sehr enttäuscht, denn wir haben uns viel vorgenommen. Wir hätten uns sicher mehr verdient", klagte Alaba nach der 1:2-Pleite im Ernst-Happel-Stadion (Bericht).

[kaltura id="0_pwfnasdg" class="full_size" title="Neuer freut sich auf Bayern"]

Doch trotz Österreichs Niederlage ist der 18-Jährige dank seines starken Auftritts ein Gewinner der Partie auf großer Bühne.

Das Gute für die Bayern-Bosse: Sie müssen nicht einmal eine Transfersumme zahlen, um Alaba an die Säbener Straße zu holen.

Ausgeliehen an Hoffenheim

Der 18-Jährige, entdeckt übrigens von Ex-Trainer Louis van Gaal, ist derzeit von München nach Hoffenheim ausgeliehen, ein Fingerschnipp des FCB und Alaba wäre wieder ein Bayer.

"Ich bin mit der Entwicklung von Alaba sehr zufrieden und traue ihm auch zu, dass er in München seinen Weg machen wird", sagte FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge kürzlich dem "kicker".

"Das ist ein Spieler, den wir gesichert nicht verkaufen werden, sondern maximal ausleihen."

Alaba selbst könnte sich durchaus vorstellen, noch eine Spielzeit in Hoffenheim bleiben, "dort hätte ich zum Spielen mehr Chancen", gibt der Österreicher zu.

Natürlich hätte er aber auch gegen eine Rückkehr nach München nichts einzuwenden, der Spielball liegt aber erstmal im Feld der Roten.

Ein "wichtiger Baustein" für 1899

Vom Rekordmeister erwartet auch 1899-Manager Ernst Tanner Signale.

"Er ist ein wichtiger Baustein in meiner Planung, deshalb wäre es schön, wenn ich endlich Klarheit hätte. So wird es immer schwieriger", sagte Tanner der "Bild".

Alaba spielt seit der Rückrunde im Kraichgau, machte alle 17 Partien mit und empfahl sich deutlich. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Tanner hat das registriert, kann aber "immer noch keine Tendenz" von Bayern-Seite ausmachen.

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Die Münchner dürften sich angesichts des starken Angebots im Mittelfeld einige Gedanken darüber machen, was für das Super-Talent und den Klub am besten ist. Schließlich sind wichtige Schlüsselpositionen mit Franck Ribery, Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger besetzt.

Auch Toni Kroos genauso wie Thomas Müller werden von Heynckes wohlwollend bewertet.

In Österreich glaubt man übrigens nicht an eine Rückholaktion durch die Bayern in diesem Sommer.

Spielt Alaba bei der U-20-WM?

"Würde er in den Planungen der Bayern eine große Rolle spielen, hätte man ihn schon lange vorher kontaktiert. Ich glaube nicht, dass sie ihn im Sommer zurückholen", wird Austrias U-20-Teamchef Andreas Heraf ín österreichischen Medien zitiert.

Seine Hoffnung ist Alaba bei der U-20-WM in Kolumbien einsetzen zu können.

Louis van Gaal ? begeistert von Alabas Begabung - probierte es mit dem Österreicher übrigens eine Weile auf der Außenverteidigerposition. Das war gelinde gesagt nicht die Idealrolle für den jungen Mann.

Österreichs Trainer Dietmar Constantini machte es besser, beorderte Alaba ins Mittelfeld und bringt jetzt die Bayern ins Nachdenken.

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