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Offensivspieler Diego wechselte 2010 von Juventus Turin zum VfL Wolfsburg © getty

Nach dem gerade vermiedenen Abstieg will Wolfsburg aufrüsten, muss aber zuvor eine wichtige Entscheidung treffen. Die SPORT1-Serie.

Von Mathias Frohnapfel

München - Noch bis zum 23. Juni können die Profis des VfL Wolfsburg am Strand relaxen - durchschnaufen nach einer turbulenten Saison.

Und selbst Felix Magath hat sich eine Auszeit gegönnt und ist nach New York und in die Karibik gedüst.

Komplett abschalten von seinem Job als Chefcoach und -stratege des VfL Wolfsburg wird er aber sicher nicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es gibt noch viel Ungewissheit im Kader", hatte Magath vor Urlaubsantritt angekündigt, dass ihn danach einige Arbeit erwartet.

Platz 15 am letzten Spieltag mit Ach und Krach erreicht, dieses Ergebnis aus der Vorsaison ist angesichts des teuer und hochkarätig besetzten VfL-Kaders auch für den Hauptsponsor VW äußerst deprimierend.

Ein Neuwagen, dessen erste Inspektion zig Mängel aufweisen würde, gäbe kein anderes Bild ab.

Werkstattcheck für den VfL

Als Manager und Trainer in Personalunion muss Magath den Werkstattcheck übernehmen, Analyse der Vorsaison und Spielerwechsel inklusive.

Wolfsburg ist nach einer Katastrophenspielzeit im Neuaufbau, ebenso wie diverse andere Liga-Konkurrenten - die SPORT1 in der Serie "Raus aus der Krise" unter die Lupe nimmt.

Trainerteam steht

Immerhin hat Magath sein Trainerteam bereits zusammen.

Der Vereine verlängerte den Vertrag mit Torwart-Trainer Andreas Hilfiker um ein Jahr. Auch Co-Trainer Pierre Littbarski ist genauso wie Bernd Hollerbach weiter mit an Bord.

Und Konditionstrainer Werner Leuthard feilt bestimmt bereits an neuen netten Übungen für den "Hügel der Leiden", den Magath ja schon in seiner ersten Amtszeit errichten ließ.

Die krönte der 57-Jährige bekanntlich 2009 mit dem Meistertitel, jetzt soll der Weg wieder in diese Richtung gehen.

Magath selbst formuliert dieses Ziel so: "Wir wollen wieder um die internationalen Plätze mitspielen."

[kaltura id="0_3jj19gns" class="full_size" title="Wolfsburg und das Diego Problem"]

Offensive enttäuscht

In der vergangenen Spielzeit haperte es vor allem in Wolfsburg vorher so gepriesener Offensive, insgesamt gelangen den "Wölfen" nur 43 Treffer, der fünftschlechteste Wert der Liga.

Weder Steve McClaren noch Übergangstrainer Littbarski vermochten dem VfL ein stimmiges Angriffskonzept zu geben, hinzu kam der Abgang von Edin Dzeko zu Manchester City in der Winterpause. 405323(DIASHOW: Tops und Flops des 34. Spieltags)

Grafite geht - kommt Welliton?

Auch Torjäger Grafite blieb hinter den Erwartungen, er geht jetzt wohl zu Al-Ahli nach Dubai und öffnet so Magath Spielraum im Sturm.

Laut "kicker" hat der Trainer bereits ein Auge auf den Brasilianer Welliton von Spartak Moskau geworfen.

Magath muss sich zudem um den in der Rückrunde verpflichteten und bisher glücklosen Patrick Helmes kümmern. Auch eine Ausleihe scheint möglich.

Was passiert mit Diego?

In der Vorsaison toppte der permanente Zoff um Diego alles. Und allzu oft stand der eigensinnige Brasilianer statt der Mannschaft im Mittelpunkt des Interesses.

Magath möchte Diego offiziell noch eine letzte Chance geben. Und das trotz der Flucht aus der Mannschaftssitzung vor dem Hoffenheim-Spiel und einiger anderer Disziplinlosigkeiten. (PORTRÄT: Systemcrash eines Kontroll-Freaks)

"Es ist noch keine Entscheidung gefallen", erklärte Magath zuletzt und wies auf ein offenes Gespräch mit der Mittelfeld-Diva vor Trainingsstart hin.

Fast alles spricht gegen einen Verbleib.

Allerdings wollen sich die VfL-Verantwortlichen womöglich auch nicht den Verkaufspreis für Diego mit unvorsichtigen Aussagen verderben.

Interesse für den Spielmacher soll es in England, Spanien, Brasilien und auch China geben. (HINTERGRUND: Ego-Diego: "Wölfe" in der Zwickmühle)

Misimovic bleibt zurückhaltend

Ersatzkandidaten für den Kreativposten im Mittelfeld sind unter anderem Niko Kranjcar (Tottenham Hottspur), Miralem Pjanic (Olympique Lyon) und Ex-VfL-Regisseur Zvjezdan Misimovic.

Talent Mateusz Klich wird zudem laut "kicker" bereits zum Medizincheck erwartet. Der 21-Jährige von MKS Cracovia gilt aber eher als Back-Up.

Lakic: "Wolfsburg ist sehr ambitioniert"

Sicher zur neuen Saison kommt Srdjan Lakic.

"Mein persönlicher Ehrgeiz ist riesig. Wolfsburg ist sehr ambitioniert, das hat den Ausschlag gegeben", begründete der Ex-Lauterer-Stürmer seine Entscheidung.

Auch der frühere Kapitän von Eintracht Frankfurt, Patrick Ochs, wird ein "Wolf". Er soll dem Team die nötige Kampfkraft zurückgeben, als Terrier vorausgehen, wenn es spielerisch mal stockt.

In solchen Situationen wirkte das Team vor allem in der Rückrunde bisweilen äußerst leblos.

Neuplanung auch in der Defensive?

Druck könnte Magath ebenso auf die Innenverteidiger Arne Friedrich und Simon Kjaer ausüben.

Darüber hinaus soll auch der Frankfurter Marco Russ eine Option für die Abwehrzentrale sein.

Der Neuaufbau der "Wölfe" ist auf jedem Fall im vollen Gange - alle Mannschaftsteile eingeschlossen.

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