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Srdjan Lakic (l.) erzielte in der Saison 2010/2011 16 Treffer für Kaiserslautern © imago

Wolfsburgs Srdjan Lakic spricht bei SPORT1 über Konkurrenz, ein verfrühtes Foto, seine Zeit in Lautern und Krotaiens Nationalelf.

Von Ljubo Herceg

München - Fast hätte er alles falsch gemacht.

Srdjan Lakic entschloss sich schon früh zu einem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zum VfL Wolfsburg - und fand sich fast in der Zweiten Liga wieder. Erst am letzten Spieltag retteten sich die Niedersachsen vor dem Abstieg.

Für Lakic selbst war nach dem Auftauchen eines Fotos im Trikot des VfL eine Achterbahn der Gefühle gefolgt: vom Aufstiegsheld zum Buhmann und wieder zurück.

Mit insgesamt 16 Treffern, dazu fünf in den letzten sechs Spielen hatte der Kroate aber doch noch maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt der "Roten Teufel" in der vergangenen Saison.

Nun darf Lakic doch für die "Wölfe" auf Torejagd gehen. Seine Abschlussqualitäten hat er schon gezeigt. In den beiden Testspielen gegen den TuS Neudorf-Platendorf (6:0) und beim Eckenförder SV (10:1), traf er jeweils ins Schwarze.

Im SPORT1-Interview spricht der 27-Jährige über seine Ziele beim VfL Wolfsburg, die Zeit beim FCK und den Traum vom Debüt im Nationaltrikot.

SPORT1: Herr Lakic, sehen wir beim VfL Wolfsburg in der kommenden Bundesliga-Saison mit Ihnen und Mario Mandzukic einen kroatischen Traumsturm?

Lakic: Das würde mir schon gefallen, doch der VfL hat noch weitere gute Stürmer und ich kann nicht vorhersehen, mit wem ich zusammenspielen werde. Möglich ist es. Ich freue mich einfach auf die neue Herausforderung, auf einen tollen Verein und will in der kommenden Saison voll angreifen.

SPORT1: Haben Sie sich vorher bei ihrem kroatischen Nationalmannschaftskollegen Mandzukic über ihren neuen Arbeitgeber informiert?

Lakic: Natürlich, wir haben vorher sehr häufig miteinander telefoniert. Er freut sich mit mir zusammen zu spielen. Und wir haben Großes vor, denn die vergangene Saison war für uns beide nicht gerade leicht. Wir wollen mit dem VfL wieder dahin, wo er hingehört ? in die Spitze der Bundesliga. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird.

SPORT1: Herr Magath hat einen gewissen Edin Dzeko groß gemacht. Sind Sie der neue Dzeko?

Lakic: Nein (und lacht) - ich bin der "neue" Lakic.

SPORT1: In Wolfsburg wird das Gedränge im Angriff größer sein als in Kaiserslautern. Angst vor Konkurrenz?

Lakic: Ich habe mit den 16 Toren in der vergangenen Saison bewiesen, was ich kann. Die Konkurrenz ist immer groß, doch Angst habe ich nie gehabt. Ich lege mich Tag für Tag ins Zeug, gebe im Training immer Gas und werde dann auch spielen. Ich gehe meinen Weg und will beim VfL den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Ich hege große Ambitionen und mit Wolfsburg kann ich das erreichen.

SPORT1: Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei Hertha BSC - über die Leihe zu Heracles Almelo ? kann man sagen, dass Sie nun endlich in der Bundesliga angekommen sind?

Lakic: Als ich in jungen Jahren nach Berlin kam, wusste ich, dass ich einige Zeit brauchen würde. Dann kamen Verletzungen dazu und die Konkurrenz war auch nicht ohne. Es sollte nicht sein, doch die Ausleihe in die Erendivisie zu Almelo war genau das Richtige. Es hat mir gut getan und ich wurde darin bestärkt, dass ich es kann.

[kaltura id="0_rmpwckwo" class="full_size" title="Diego Ich gehe "]

SPORT1: In Kaiserlautern sind Sie dann durchgestartet ? Top-Torjäger, Aufstiegsheld, Kapitän.

Lakic: Ich habe mich von Anfang im Verein und Umfeld sehr wohl gefühlt. Die Fans waren einzigartig. Es hätte nicht besser laufen können. Die drei Jahre in der Pfalz waren wunderschön und unvergesslich. Lautern wird immer einen Platz in meinem Herzen haben und ich werde diese schöne Zeit nie vergessen. Jetzt kommt aber mein nächster Karriereschritt ? ich schaue nach vorne.

SPORT1: Nach dem vorzeitigen Wechsel zu Wolfsburg wurden Sie von den Fans der "Roten Teufel" ausgebuht und zum Sündenbock abgestempelt - eine harte Zeit?

Lakic: In der Tat. Mir wurde gesagt, dass das Foto im Wolfsburg-Trikot für nach der Saison sei und davon bin ich auch ausgegangen. Dass es dann in die Presse kam, war nicht mein Verschulden. Schade fand ich, dass mir dann eine Strafe auferlegt wurde, dabei konnte ich gar nichts dafür. Und die Fans haben mir daraufhin gezeigt, was Sie davon halten. Es war nicht leicht.

SPORT1: Sie waren zwei Mal für die kroatische Nationalmannschaft nominiert, aber beide Male machten Ihnen Verletzungen einen Strich durch die Rechnung.

Lakic: Ich bin sehr enttäuscht darüber, denn die Nationalelf ist mein nächstes, großes Ziel.

SPORT1: Wie sehen Sie ihre Einsatzchancen bei der starken Konkurrenz im kroatischen Sturm mit Petric, Olic, Jelavic sowie Mandzukic?

Lakic: Der erste Schritt war die Nominierung, der zweite wird sein, für mein Heimatland zu debütieren. Ich brenne schon drauf. Dass mich Trainer Slaven Bilic berufen hat, ist eine Anerkennung für meine Leistung. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

SPORT1: Was hat der ehemalige Bundesliaprofi Bilic zu Ihrem Wechsel gesagt?

Lakic: Er hat mir gratuliert und gesagt, wenn ich so weitermache, werde ich auch spielen.

SPORT1: Also sehen wir Sie bald im kroatischen Trikot auflaufen?

Lakic: Ich bin in der Form meines Lebens und werde mich durchsetzen, ob im Verein oder in der Nationalmannschaft. Ich bin der richtige Mann und strotze nur so vor Selbstbewusstsein. Wenn ich gesund bleibe, werde ich spielen ? auch wenn die Konkurrenz stark ist. Meine Zeit ist nun gekommen.

SPORT1: Wird Kroatien bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine dabei sein, nachdem die WM-Qualifikation 2010 nicht gelang?

Lakic: Ich gehe felsenfest davon aus, auch wenn die Gruppe mit Griechenland, Israel und Georgien kein leichtes Spiel ist. Qualität wird sich immer durchsetzen, und die haben wir. Unser Team hat viele super Spieler, die in Europa in Top-Vereinen spielen. Kein Zweifel, Kroatien wird bei der EM 2012 dabei sein.

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