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Luca Toni (l.) erzielte gegen 1899 Hoffenheim den entscheidenden Treffer © getty

Lange Zeit sah es nach einer Punkteteilung im Spitzenspiel in München aus, doch dann schlug Bayern gegen 1899 Hoffenheim zu.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Es war rassig, es war temporeich.

Das Gipfeltreffen zwischen dem Spitzenreiter 1899 Hoffenheim und dem Verfolger FC Bayern entschieden letztlich die Münchner durch ein Tor von Luca Toni in der Nachspielzeit mit 2:1 (0:0) für sich..

Im Vorfeld flogen verbale Giftpfeile, Ralf Rangnick hatte markig angekündigt, es mit seiner Mannschaft auf den "Skalp" der Bayern abgesehen zu haben -- ganz Fußball-Deutschland war elektrisiert.

168 Länder übertrugen das Topspiel zwischen dem vermeintlichen Underdog und dem deutschen Rekordmeister.

Bei der Aufstellung setzten beide Trainer auf Altbewährtes - Überraschungen gab es keine.

Dass der zuletzt solide Daniel van Buyten für den noch leicht angeschlagenen Martin Demichelis in der Innenverteidigung auflief, war anzunehmen (Die Aufstellungen) .

Kaum Verschnaufpausen

Und die Erwartungen an das "Spiel der Spiele", wie es Bayern-Manager Uli Hoeneß nannte, wurden in der ersten Hälfte über weite Strecken erfüllt.

69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena sahen ein temporeiches und rassiges Spitzenspiel, in dem Hoffenheim wie angekündigt wenig Respekt vor dem Rekordmeister zeigte.

Die Zweikämpfe wurden aggressiv geführt, Verschnaufpausen gab es nur selten.

Große Chance für Hoffenheim

Der FC Bayern hatte nach sieben Minuten die erste Möglichkeit, als Luca Toni und Miroslav Klose eine Hereingabe von Franck Ribery nur knapp verpassten.

Doch anschließend deutete die Überraschungsmannschaft aus dem Kraichgau an, warum sie an der Tabellenspitze steht (Ergebnisse und Tabelle).

Nach einem schnell vorgetragenen Angriff scheiterte Demba Ba an Michael Rensing. Der Sengalese übersah dabei aber den freistehenden Vedad Ibisevic.

Anschließend verfehlte ein Ba-Kopfball das Ziel. Für eine Schrecksekunde sorgte zudem Rensing, als er an einem Freistoß von Carlos Eduardo vorbeisegelte, Marvin Compper aber zu überrascht war, als ihm der Ball vor die Füße fiel.

München mit Schwierigkeiten

Die Münchner waren aber ebenso bemüht, dem frechen Neuling die Grenzen aufzuzeigen. Die beste Möglichkeit hatte dabei einmal mehr Luca Toni, der nur das Außennetz traf.

Allerdings taten sich die Münchner oft schwer, gegen die taktisch geschickt und aggressiv verteidigenden Hoffenheimer.

Ibisevic bricht den Bann

Kurz nach der Pause dann der Paukenschlag: Tobias Weis brach über rechts durch und flankte in die Mitte, wo Ibisevic nach einem Zweikampf mit Massimo Oddo plötzlich unbedrängt an den Ball kam.

Der Angreifer schoss sieben Meter vor dem Tor eiskalt aus der Drehung gegen den machtlosen Rensing ein (49.). Es war bereits der 18. Saisontreffer des Bosniers (Die Torjäger) .

Danach heizten sich die Gemüter noch mehr auf, Rudel bildeten sich, verbal flogen die Fetzen.

Weckruf durch Lahm

Die Bayern waren jedoch nur kurzzeitig perplex.

In der 60. Minute zog Philipp Lahm dynamisch nach innen. Sein Schuss aus 18 Metern wurde noch leicht abgefälscht, schlug dann aber im Netz von Keeper Daniel Haas ein.

Der Jubel der Bayern war so ekstatisch, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen.

Salihovic vergibt, Toni trifft

Getragen von einer Euphoriewelle besaß Toni die große Chance, die Führung zu erzielen. Sein Kopfball nach einem Oddo-Freistoß von rechts strich aber hauchdünn am langen Eck vorbei (68.).

Klose fehlte in der 81. Minute die Kraft, um seinen Schuss hart und präzise aufs Tor zu bringen. Auf der Gegenseite setzte Sejad Salihovic einen Freistoß aus 30 Metern einen Tick zu hoch an, dann scheiterte er allein vor Rensing (87.).

Als sich viele schon mit einem Remis angefreundet hatten, war Toni nach einer Unachtsamkeit der Hoffenheimer zur Stelle und erzielte die Entscheidung (90.+2.).

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