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Marcel Schmelzer wurde 2009 mit der U 21 Europameister © getty

Im SPORT1-Interview spricht Dortmunds Marcel Schmelzer über seinen Trainer, Weidenfellers "Denglisch"-Interview und Bushido.

Von Thorsten Mesch

Frankfurt/Main - Hinter Marcel Schmelzer liegt eine ereignisreiche Saison.

Mit Borussia Dortmund wurde der Außenverteidiger Deutscher Meister, in der Nationalmannschaft debütierte der 23-Jährige im November des vergangenen Jahres. 404932 (DIASHOW: BVB-Meisterparade)

Zuletzt kam Schmelzer im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich zum Einsatz und half mit, die weiße Weste des DFB-Teams auf dem Weg zum Turnier in Polen und der Ukraine zu wahren. (ZUR MELDUNG: Kleiner Stamm, große Konkurrenz)

In der kommenden Saison wird Schmelzer, der 2005 aus Magdeburg nach Dortmund wechselte, erstmals in der Champions League auflaufen.

Im SPORT1-Interview spricht er über das "Denglisch"-Interview von Borussia-Torhüter Roman Weidenfeller, Trainer Jürgen Klopp und Rapper Bushido.

SPORT1: Roman Weidenfeller hatten in einem Interview den mittlerweile berühmten Satz auf ?Denglisch? gesagt: ?We have a grandios Saison gespielt.? Wie lange wurde er dafür eigentlich im Mannschaftskreis aufgezogen?

Marcel Schmelzer: Ein paar Tage ging das natürlich schon. Wir sind auch auf dem Trainingsgelände mit diesen T-Shirts herum gelaufen und ich glaube, dass er am Anfang schon ein bisschen getroffen war. Aber am Ende hat er es als Spaß gesehen. Er wird jetzt sicher für ein paar Jahre mit diesem Satz in den Köpfen der Leute sein.

SPORT1: Sie sind mit Weidenfeller und anderen BVB-Spielern bei einem Konzert von Bushido aufgetreten und haben mit ihm gerappt. Bushido ist ja zumindest nicht unumstritten.

Schmelzer: Wir waren mit der Mannschaft und mit Betreuern da. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich Bushido schon seit Jahren höre und seine Musik mag, auch wenn die Texte für manche nicht so angenehm sind. Ich habe ihn auf diesem Konzert zum ersten Mal persönlich kennengelernt und finde ihn gut. Aus dem Betreuerstab waren auch Ältere dabei, die vorher ihre Bedenken hatten. Sie haben ihn auch kennengelernt und danach ganz anders über ihn geredet. Jeder muss wissen, was er macht.

[kaltura id="0_2ozu8hqt" class="full_size" title="Dortmunder Meister Ekstase"]

SPORT1: Sie kommen aus Magdeburg. Dort haben berühmte Fußballer wie Streich oder Sparwasser gespielt. Hatten Sie ein Vorbild beim FCM?

Schmelzer: Eigentlich nicht. Meine Vorbilder waren fast immer die besten Außenverteidiger wie Roberto Carlos, Dede oder Philipp Lahm.

SPORT1: In Dortmund haben Sie das Vereins-Idol Dede verdrängt. Wie ist es, als junger Spieler in die Fußstapfen einer solchen Persönlichkeit zu treten?

Schmelzer: Dede ist nicht nur ein riesen Spieler, sondern vor allem ein Wahnsinns-Mensch mit einem riesen Herz. Deswegen haben ihn die Fans auch so geliebt. In Dortmund ist es den BVB-Anhängern wichtig, sich mit den Spielern zu identifizieren und dass die Spieler sich mit dem Klub identifizieren. Keiner hat das so gut hinbekommen wie Dede, und das über zwölf oder 13 Jahre.

SPORT1: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat Sie als sehr jungen Spieler zu den Profis geholt. Stimmt es, dass Sie eigentlich für die Offensive gedacht waren?

Schmelzer: In Magdeburg war ich Mittelfeldspieler auf der linken Seite. Ich bin mit 17 nach Dortmund gekommen, wo wir in der A-Jugend ein 4-3-3 gespielt haben. Ich war am Anfang Außenstürmer, aber als sich der linke Verteidiger verletzt hat, hat mich der damalige Trainer Heiko Herrlich nach links hinten gestellt und da bin ich geblieben.

SPORT1: Wem haben Sie mehr zu verdanken: Herrlich oder Klopp?

Schmelzer: Heiko hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, ich habe vor allem menschlich unter ihm viel gelernt. Jürgen Klopp habe ich noch viel mehr zu verdanken. Er hat mich zu den Profis geholt und mir die Chance gegeben. Und ich habe sie genutzt.

SPORT1: Klopp wirkt nach außen kumpelhaft, aber er fordert auch enorm viel. Was ist sein Erfolgsrezept?

Schmelzer: Die Mischung macht es. Er ist für uns Freund und Trainer zugleich. Wir können mit jedem Problem zu ihm kommen und er ist für jeden Spaß zu haben. Wenn es ihm aber zu viel wird, weiß er ganz genau, wann und wie er die Zügel anzieht. Für mich ist er einfach der perfekte Trainer.

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