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Dennis Eilhoff (r., gegen Kringe) spielte zum vierten Mal zu Null © getty

Dortmund macht weiter Fortschritte, doch in Bielefeld scheitert der BVB an einem starken Keeper und der eigenen Kopflosigkeit.

Bielefeld - Die Schießbude der Liga hat er geschlossen, die ständigen Unentschieden nimmt er klaglos hin, gestört fühlt sich Jürgen Klopp nur vom "wilden Bill".

So beschrieb der Trainer von Borussia Dortmund nämlich die Kopflosigkeit, die seine Spieler auch beim 0:0 bei Arminia Bielefeld wieder an den Tag legten.

"Wir haben alles reingehauen. Es war sehr intensiv, aber zwischendurch war es ein bisschen wilder Bill. Da geht einfach die Genauigkeit verloren", meinte Klopp.

"Sind schwer zu schlagen"

So stand nach 30 schlechten und 60 sehr ordentlichen Minuten seines Teams mit zahlreichen Chancen das achte Unentschieden im 16. Saisonspiel.

"Aber ich bin nicht genervt davon", versicherte der Coach: "Das zeigt einfach nur, dass wir schwer zu schlagen sind."

Vielmehr sieht der im Sommer aus Mainz gekommene Coach darin eine normale Entwicklung. "Wäre diese Entwicklung abgeschlossen, hätten wir hier gewonnen. Gäbe es keine, hätten wir verloren."

Defensive stabilisiert

Dass er den BVB, der im Vorjahr mit 62 Gegentreffern die meisten in der Liga kassierte, durch Handauflegen wieder zum Meisterschafts-Anwärter macht, hat Klopp ungeachtet der Euphorie im Umfeld nie selbst erwartet.

Die wenigsten Niederlagen (2), die zweitwenigsten Gegentore (18) und eine einzige Niederlage aus den letzten elf Spielen beweisen jedoch, dass Klopp den BVB schon nach fünf Monaten entscheidend stabilisiert hat.

"Es gibt nichts, was mehr Selbstvertrauen kostet als Niederlagen und Gegentore", meinte der frühere "TV-Bundestrainer": "So sind wir auf einem guten Weg einer normalen Entwicklung."

Glanzparaden von Eilhoff

Dass es in Bielefeld nicht zum Sieg reichte, lag vor allem am erneut überragenden Arminia-Keeper Dennis Eilhoff, dessen drei Glanzparaden sogar Klopp als "sensationell" bezeichnete.

Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick zeigte sich "begeistert" von der Entwicklung des Eigengewächses, das als Leihgabe bei Zweitligist TuS Koblenz zwei mäßige Jahre erlebt hatte, nach der Verletzung von Stammkeeper Rowen Fernandez zuletzt aber Woche für Woche mit überragenden Leistungen aufwartete und sogar laut "Bild" zum "Bielehelden" ausgerufen wurde.

"Er ist in einer wahnsinnigen Form und strömt unheimliches Selbstbewusstsein aus", lobte Schwick.

Vertrag noch nicht verlängert

Seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag hat der 26-Jährige aber noch nicht verlängert. Er möchte zunächst abwarten, ob er auch nach Fernandez' Genesung nach der Winterpause die Nummer eins bleibt.

"Sprüche werde ich aber keine raushauen", versprach Eilhoff: "Ich versuche einfach, mich Woche für Woche mit Leistung anzubieten. Das gelingt mir momentan sehr gut. Aber die Entscheidung trifft der Trainer."

Buckley soll kommen

Frontzeck, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden war, aber lieber "die drei Punkte mitgenommen hätte", darf in der Rückrunde wohl neue Spieler begrüßen.

Wie viele, hängt davon ab, ob "Ladenhüter" wie Siyabonga Nkosi oder Leonidas Kampantais im Winter von der Gehaltsliste gestrichen werden können.

Gearbeitet wird an der Verpflichtung des Ex-Arminen Delron Buckley, der in Dortmund in dieser Saison nur 39 Minuten zum Einsatz kam und in der alten Heimat nicht zum BVB-Kader zählte.

Konditionen müssen stimmen

"Wir wollen ihn, es hängt aber von den Konditionen ab", sagte Geschäftsführer Roland Kentsch: "Klar ist, dass hier niemand nur für die erste Liga unterschreibt. Das ist ein Geschäftsprinzip."

Buckleys Rückkehr ist dennoch wahrscheinlich. Eine Ausleihe von Nationalspieler David Odonkor (Betis Sevilla), über die unter der Woche spekuliert wurde, bezeichnete Kentsch "lediglich als Zeitungsfüller".

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