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Bochums Stürmer Stanislav Sestak (r.) liefert sich einen Zweikampf mit Marco Russ © getty

Trotz der bitteren Niederlage des VfL in Frankfurt erklärt Sportvorstand Thomas Ernst: "Wir stehen ganz klar zum Trainer."

Frankfurt/Main - Nach sieben Monaten ohne Auswärtssieg, zwölf Spielen ohne Dreier und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz flüchtete sich Bochums Sportvorstand Thomas Ernst in Galgenhumor.

"Uns läuft die Scheiße derzeit bergauf entgegen. Das ist ein ganz bitteres Ergebnis in einer ganz bitteren Phase. Wir müssen uns jetzt mit einem Sieg gegen Köln im letzten Heimspiel in die Winterpause retten", sagte Ernst nach dem 0:4 (0:2)-Debakel des VfL Bochum bei Eintracht Frankfurt.

Eine Trainerdiskussion wollte Ernst, bei den Westfalen als Mitglied des Vorstands seit Saisonbeginn neben dem seit Wochen umstrittenen Coach Marcel Koller für die sportlichen Belange zuständig, aber nicht entfachen.

"Meine Meinung hat sich durch die Niederlage nicht schlagartig geändert. Wir stehen ganz klar zum Trainer. Aber ich erwarte von der Mannschaft, dass sie beim Heimspiel gegen Köln ihren Mann steht und wir mit einem Sieg in die Winterpause gehen", meinte der frühere Bundesliga-Torhüter, der am Samstag gegen die Eintracht wohl am liebsten selbst im VfL-Tor gestanden hätte.

Denn während die Feldspieler vor 39.400 Zuschauern in der Frankfurter Arena zumindest zeitweise der Eintracht auf Augenhöhe entgegentraten, waren die beiden Bochumer Torhüter Daniel Fernandes und Rene Renno meilenweit entfernt von Bundesliga-Niveau.

Rot für Fernandes nach Notbremse

Fernandes sah nach einer Notbremse gegen Martin Fenin bereits nach fünf Minuten die Rote Karte. "Im Nachhinein können wir zufrieden sein, dass wir nur vier Gegentore bekommen haben", meinte Mittelfeldspieler Paul Freier zur 85-minütigen Unterzahl.

Frankfurts zweifacher Torschütze Nikos Liberopoulos verwandelte den nach dem Fernandes-Foul an Fenin fälligen Elfmeter sicher (7.), der überragende Grieche sorgte kurz vor der Pause zudem für das 2:0 (43.).

Rennos Stellungsfehler

Im zweiten Durchgang leitete dann der überfordert wirkende Fernandes-Ersatz Renno mit einem Stellungsfehler beim Freistoß-Tor von Markus Steinhöfer (62.) endgültig die Bochumer Niederlage ein.

Auch beim 0:4 durch Marco Russ zwei Minuten später sah Renno nicht gut aus. "Fernandes hat sich auch noch verletzt. Wir müssen jetzt erst einmal die Kernspintomographie abwarten, dann werden wir sehen, ob wir im Winter noch was machen müssen", meinte Koller.

Kaum Torgefahr der Bochumer Offensive

Doch nicht nur bei den Torhütern, auch in der dünn besetzten Offensive herrscht beim VfL in der Winterpause Handlungsbedarf.

Die Stürmer Marcin Mieciel und Stanislav Sestak waren in Frankfurt wirkungslos, zudem strahlte auch das Mittelfeld zu selten Torgefahr aus. "Aber ein Knipser kostet viel Geld", merkte Koller an: "Wir müssen jetzt erstmal die Spieler aufrichten, die für uns gegen Köln auf dem Platz stehen."

Während die Bochumer, die seit dem 14. September (2:0 gegen Bielefeld) auf den zweiten Saisonsieg warten, vor dem letzten Spiel in der Hinrunde mit weiter elf Punkten erstmals vom Relegationsplatz 16 auf den Abstiegsplatz 17 abrutschten, können die Frankfurter mit nunmehr 19 Zählern entspannt in die letzte Begegnung beim Hamburger SV gehen.

Großes Lob von Bruchhagen

Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen zollte Trainer Friedhelm Funkel und Mannschaft nach der insgesamt turbulenten Vorrunde, in der man große personelle Probleme durch Verletzungen hatte, großes Lob.

"Wenn man überlegt, in was für einer extrem prekären Situation wir noch vor wenigen Wochen waren, kann man Trainer und Mannschaft nur gratulieren, wie sie sich befreit haben", sagte Bruchhagen.

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