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Felix Magath (r.) und Grafite wurden mit dem VfL Wolfsburg 2009 Deutscher Meister © imago

In Wolfsburg steht der Kader vor einer Generalüberholung. Die Einkaufsliste ist lang. Dagegen wird es eng für bewährte Kräfte.

Von Tobias Hlusiak

München - Magath bleibt Magath.

Der dreimalige Meistertrainer ist ligaweit dafür bekannt, nach Dienstantritt bei einem neuen Klub keinen personellen Stein auf dem anderen zu lassen.

Der 57-Jährige kauft und verkauft, was der Markt hergibt, schafft neue Konkurrenz und stellt sich einen neuen Kader zusammen.

Nur hatte Magath dazu beim VfL Wolfsburg seit April freilich keine Möglichkeit.

Mitten im Abstiegskampf übernahm er seinen ehemaligen Klub erneut, erhielt die Klasse am letzten Spieltag (DATENCENTER: Abschluss-Tabelle).

Nun steht das erste Transferfenster an - und damit der unausweichliche magath'sche Umbruch.

Halbe Mannschaft vor dem Absprung

Zwar urlaubt der VfL-Macher derzeit, die Kaderplanung läuft derweil selbstredend auf Hochtouren.

In der vergangenen Woche wurde Magath auf der New Yorker 5th Avenue gesichtet - beim Shoppen.

Der Kader des Meisters von 2009 soll allerdings zunächst gründlich bereinigt werden.

Der Trainer hat sich ein Bild gemacht - vieles hat ihm nicht gefallen.

Fabian Johnson (nach Hoffenheim) Dieumerci Mbokani und Cicero (beide Ziel unbekannt) sind schon sicher weg. Dazu dürften sich Peter Pekarik, Thomas Kahlenberg, Karim Ziani, Patrick Helmes und Tuncay Sanli wohl mit einem baldigen Umzug anfreunden.

Grafite vor dem Abschied

Stürmer Grafite steht unmittelbar vor einem Wechsel nach Dubai.

Wie die "Bild" berichtet, soll der Brasilianer bei Al-Ahli einen Dreijahresvertrag erhalten und rund drei Millionen Euro pro Saison verdienen. Als Ablöse ist eine Millionen im Gespräch.

Köln will Riether

Nationalspieler Sascha Riether steht beim 1. FC Köln ganz oben auf der Wunschliste.

Signale des Spielers lassen vermuten, dass der Wechsel mehr als wahrscheinlich ist.

"Ich denke, es muss jeder selbst wissen, was er möchte. Ich wäre froh, wenn er bliebe, denn er ist ein wichtiger Spieler für den VfL", schätzt Kapitän Marcel Schäfer die Situation ein.

"Aber wenn er sich verändern will, dann wird er es intern äußern und man wird eine vernünftige Lösung suchen."

Undurchsichtige Situation um Friedrich

Arne Friedrich pocht derweil auf sein Arbeitspapier.

"Ich habe noch Vertrag", wird der Nationalverteidiger in der "Sport Bild" zitiert.

Doch der 32-Jährige kommt bei Magath nicht sonderlich gut an. Zu unsicher waren offensichtlich seine Leistungen im Foto-Finish der vergangenen Spielzeit.

Friedrich ist ein Spieler, der in einem herzlichen Umfeld aufgeht. Beim derzeitigen Coach ist er damit wohl an der falschen Adresse.

"Dass er (Magath, Anm. der Red.) Spieler nicht so an sich heranlässt, ist bekannt", weiß der Ex-Berliner.

Auch Kjaer zittert

Es gilt als sicher, dass noch ein gestandener Innenverteidiger nach Wolfsburg gelotst werden soll.

Simon Kjaer, zweiter VfL-Innenverteidiger, der erst im vergangenen Sommer für 14 Millionen Euro aus Palermo kam, steht ebenfalls zur Debatte.

Ochs und Lakic sind da

Als Neuzugänge stehen derweil Srdjan Lakic - ablösefrei aus Kaiserslautern - und Patrick Ochs fest. Der Außenbahnspieler kam für drei Millionen Euro aus Frankfurt.

"Wolfsburg ist für mich ein Schritt", lobt der im "kicker". "Abgesehen von der vergangenen Saison war der VfL immer gut dabei: 2008 Fünfter, dann Meister, dann Achter."

Als Ziel gibt der 27-Jährige einen "internationalen Platz" aus.

Neuer Interessent für Diego?

Ob er diesen zusammen mit Diego erspielen wird, erscheint indes zunehmend unwahrscheinlicher.

Nach der unrühmlichen Flucht des Regisseurs am letzten Spieltag, scheint das Tischtuch zwischen Magath und dem Ausnahmekönner zerschnitten.

Mit einer öffentlichen Schlammschlacht hält sich das VfL-Lager wohlüberlegt zurück. Der Kaufpreis soll konstant hoch gehalten werden. Etwaige Käufer sollten rund zehn Millionen Euro einplanen.

Neuester Interessent ist laut "Wolfsburger Allgemeiner Zeitung" ein nicht genannter Klub aus China, der dem Brasiliener ein Netto-Gehalt von 15,5 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren garantieren soll.

Diegos favorisierte Destination Botafogo Rio de Janeiro hat sich, aus finanziellen Gründen, zunächst aus dem Poker verabschiedet.

"In einer Woche könnte es Neuigkeiten geben", wird Diegos Vater Djair da Cunha in brasilianischen Medien zitiert.

Pjanic und Jansen im Blickfeld

Nachfolger hat Magath schon im Blick. Wunschakteur des Trainers ist Miralem Pjanic von Olympique Lyon.

Der Bosnier ist wohl zu haben, soll rund acht Millionen Euro schwer sein.

Dazu stehen Japans Keisuke Honda und Magaths ehemaliger Lieblingsschüler Zvjezdan Misimovic unter Beobachtung.

Für den linken Flügel soll zudem laut "Bild" Hamburgs Marcell Jansen ein heißer Kandidat sein.

Der zerstreute erste Gerüchte nun in der "Bild": "Ich bin nicht auf der Flucht, will in Hamburg spielen."

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