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Jerome Boateng wechselte im Sommer 2010 von Hamburg nach Manchester © imago

Der Nationalspieler ist sich einig mit Bayern, doch City lässt den Wunschkandidaten nicht ziehen. Bei Boateng wächst der Frust.

Von Tobias Hlusiak

München - "Ich bin mir mit dem FC Bayern einig. Das ist bekannt!" Der Transfer von Jerome Boateng von Manchester City zum FC Bayern München bahnt sich immer sicherer an (241095DIASHOW: Bayerns Planspiele).

"Es liegt an Manchester City, dass eine Einigung getroffen wird", fährt der Nationalspieler im Rahmen der Präsentation seiner neuen Fußballschuhe in Hamburg gegenüber SPORT1 fort.

Die Engländer hatten vor einem Jahr 12,5 Millionen Euro für Boateng gezahlt - Bayern bietet nun in etwa die gleiche Summe.

Allerdings: City möchte an dem 22-Jährigen noch etwas verdienen, fordert knapp 20 Millionen Euro.

Heynckes plant mit Boateng

So oder so: Der deutsche Rekordmeister hat sich mit dem Verteidiger längst auf einen Vier-Jahres-Vertrag geeinigt. Boateng soll in Jupp Heynckes' Elf den zweiten Innenverteidiger neben Holger Badstuber geben.

Damit rennt der FCB beim Wahl-Engländer offene Türen ein: "Mir wurde in Manchester zugesagt, dass ich Innen spiele, das war nicht der Fall. Ich habe nur fünf, sechs Spiele auf der Position gemacht", klagt Boateng.

Meist musste er im System von Trainer Roberto Mancini auf den rechten Verteidigerposten ausweichen, fühlte sich dort verschenkt.

Rummenigge zuversichtlich

Im Poker mit den Engländern sind die Bayern - gerade wegen des klaren Bekenntnisses des Spielers - guter Dinge.

"Ich bin zuversichtlich, dass man sich einig wird", ist sich FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge im "kicker" sicher.

Boateng soll in der kommenden Saison nach Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller, Mario Gomez, Holger Badstuber, Toni Kroos und Manuel Neuer der achte deutsche Nationalspieler bei Bayern sein.

[kaltura id="0_9fwzw1gs" class="full_size" title="Boateng Bin mit Bayern einig "]

Viel Lob für Neuer

Der zeigt sich von den Plänen begeistert.

"Es ist für jeden Deutschen ein Traum, einmal für Bayern München zu spielen", sagt der 22-Jährige.

Besonders auf das Zusammenspiel mit Neuer freut Boateng sich jetzt schon: "Für mich ist er auf jeden Fall auf dem Weg dahin, der beste Torhüter der Welt zu werden", schwärmt er bei SPORT1. (415983DIASHOW: Neuer in München)

Boateng gibt sich eher zurückhaltend

Der ehemalige Hamburger würde sich wohl auch menschlich gut in die neue Bayern-Truppe integrieren lassen. Im Gegensatz zu seinem Halbbruder Kevin-Prince fällt der jüngere der Geschwister in der Öffentlichkeit höchstens durch einen extravaganten Kleidungsstil auf.

Im Umgang mit den Medien kommt er dagegen fast schüchtern daher, lässt lieber Taten auf dem Platz sprechen.

Kevin-Prince wiederum - fußballerisch unbestritten nicht minder talentiert - fühlt sich im Rampenlicht wohl, legte erst kürzlich auf der Meisterfeier des AC Mailand eine Michael-Jackson-Imitation im vollbesetzten Guiseppe-Meazza-Stadion hin.

Verhältnis zum Bruder abgekühlt

Seit der Italien-Legionär im Vorfeld der letztjährigen WM die Nationalelfkarriere von Michael Ballack mit einem übermotivierten Foul vermutlich beendete, ist er in Deutschland eine Persona non grata. (237940DIASHOW: Boateng zerstört Ballacks WM-Teilnahme)

Dass Jerome seinem "Capitano" zur Seite sprang, brachte ihm hierzulande zusätzliche Sympathien ein. Das Verhältnis zu seinem Halbbruder ist seitdem allerdings bedenklich abgekühlt.

"Ich will keinen Kontakt zu ihm. Kevin meinte, ich hätte ihn verteidigen und Ballack kritisieren müssen ? und nicht sagen sollen, dass es eine Rote Karte war", beschrieb der Verteidiger vor gut einem Jahr.

Und weirer: "Er meinte dazu: 'Jeder geht nun seinen eigenen Weg'. Und ich sagte: 'Das machen wir doch schon länger'." Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Alaba bleibt bis 2015

Ungeachtet der Personalie Boateng hat sich der FC Bayern am Freitag mit Youngster David Alaba auf eine vorzeitige Verlängerung des bis 2013 laufenden Vertrages um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2015 geeinigt.

"Wir freuen uns sehr, einen so jungen und talentierten Spieler langfristig an den Verein binden zu können", so Sportdirektor Christian Nerlinger.

Ob der 19-Jährige weiterhin an 1899 Hoffenheim ausgeliehen wird, hängt wohl aber an der angestrebten Verpflichtung von Arturo Vidal.

Kommt Vidal doch noch?

Für Leverkusens "Sechser" boten die Bayern laut "kicker" in einer ersten Verhandlungsrunde zehn Millionen Euro - der Werksklub lehnte dankend ab.

Sollte Vidal aber tatsächlich an die Isar wechseln, bleibt Alaba vorraussichtlich ein weiteres Jahr im Kraichgau.

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