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Markus Babbel war bis 2007 Spieler beim VfB Stuttgart © getty

Nach zwei Siegen in Folge steht Stuttgart vor einem versöhnlichen Jahresabschluss. Die Kehrtwende bringt der neue Teamchef.

Von Thorsten Deppe

München - Markus Babbel hat den VfB Stuttgart wiedergegeben, was ihm zuletzt unter Armin Veh abhanden gekommen war: Fortune und den Glauben an die eigene Stärke.

"Für mich persönlich war es ein Traumstart", bekannte der 36-Jährige nach dem 3:0 bei Energie Cottbus, dem zweiten Stuttgarter Sieg im zweiten Ligaspiel unter seiner Leitung. "Doch ich bin nur Angestellter des VfB Stuttgart und deshalb geht es nur um den Erfolg der Mannschaft."

Dem half der neue Teamchef nicht zuletzt durch den Einbau von Jan Simak in die Startelf auf die Sprünge. Der von Veh zuletzt links liegen gelassener Tscheche sorgte in der Lausitz für die Spielentscheidung. "Der Treffer zum 2:0 durch Simak hat die Sicherheit zurückgebracht", bestätigte Babbel.

Strenge Statuten

Auch Thomas Hitzlsperger hat unter dem neuen Übungsleiter sein Formtief überwunden.

Bei Veh saß der VfB-Kapitän zuletzt meist auf der Bank, doch in Cottbus strahlte der Nationalspieler Esprit und Sicherheit im Mittelfeld aus. "Der Erfolg ist da und damit auch das Selbstvertrauen", sagte Hitzlsperger.

Nur störend, dass Babbel durch die fehlende Trainerlizenz höchstens bis Saisonende im Amt bleiben darf.

"Das interessiert mich, ganz ehrlich, überhaupt nicht", äußert sich der Teamchef gelassen.

Horst Heldt hingegen würde gerne auch in der nächsten Spielzeit mit dem 36-Jährigen planen. "Warum kann so ein Lehrgang nicht etwas länger dauern und dann per Abendschule absolviert werden?", regte der Manager an.

Stuttgarter Leichtigkeit

Die unter Babbel neu gewonnene Leichtigkeit zeigte sich gleich zu Beginn. Roberto Hilbert (Spielerportrait) nahm nach vier Minuten ungestört Maß und ließ den Ball aus 18 Metern zur Stuttgarter Führung in den Giebel flattern.

Jubelnd rannte Hilbert danach sofort auf einen Ersatzspieler zu: "Meine Schuhe sind kurzerhand kaputt gegangen, da musste ich kurzfristig die von Christian Träsch anziehen", begründete der Torschütze seinen offen bekundeten Dank an den Mitspieler.

Auch Hilbert hatte zuletzt bei Veh schlechte Karten gehabt und sich in Cottbus entsprechend motiviert gezeigt: "Ein neuer Trainer gibt jedem Spieler eine neue Chance."

Nachdem Simak in der zweiten Hälfte auf 2:0 (63.) erhöht hatte, stellte Sami Khedira (Spielerportrait) in der 68. Minute den 3:0-Endstand her.

Schonung für Bayern

Dass mit Mario Gomez der wesentliche Mann in Sachen Toreschießen bei den Schwaben nicht mit an Bord war, fiel gegen Energie nicht negativ ins Gewicht.

Ob sich das zum Ligafinale 2008 gegen Bayern München ähnlich gestalten wird, darüber wollte sich Babbel noch keinen Kopf machen.

"Jetzt freue ich mich erstmal über die drei Punkte aus Cottbus. Nächste Woche ist wieder ein anderes Spiel, aber wir werden uns genauso gut vorbereiten", sagte der Teamchef.

Cottbus wieder Kellerkind

Für Energie Cottbus wird es schwer, die Fans noch weihnachtlich zu versöhnen. Im Vorjahr noch war die Heimstärke die Garantie für den Ligaverbleib, doch in dieser Saison ist das Stadion der Freundschaft keine Festung mehr.

Nur vier Punkte behielt Energie während der kompletten Hinrunde daheim (Datencenter). Gegen den VfB wäre für Cottbus vor allem in der ersten Hälfte mehr drin gewesen: "Nach dem Rückstand haben wir ein paar Minuten gebraucht und hatten dann eigentlich ein paar gute Möglichkeiten", stellte Daniel Ziebig fest.

Doch der Ball landete meist neben dem Tor oder wurde, wie in der 30. Minute von Khalid Boulahrouz, auf der Linie geklärt.

Mit dieser Chancenverwertung dürfte es vor allem beim nächsten Gegner schwer werden: Zum Jahresabschluss geht die Reise nach Leverkusen, das noch Außenseiterchancen auf die Herbstmeisterschaft hat.

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