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Seit vier Jahren quasi dauerverletzt beim HSV: Castelen (r., hier mit Elia) © imago

Schon vorm Neustart sorgt man sich beim HSV - auch wegen Arnesens Politik. Ausgerechnet ein Dauerpatient will Stabilität geben.

Von Christian Stüwe

München - Man kennt das ja: Vor einer neuen Spielzeit sind die Erwartungen in Hamburg fast schon traditionell groß.

Der HSV wird immer im internationalen Geschäft erwartet - idealerweise soll die Mannschaft begeisternden Fußball spielen und gar einen Titel holen.

Doch in diesem Sommer ist die Vorfreude rund um das Bundesliga-Gründungsmitglied kleiner.

Es macht sich sogar eine gewisse Skepsis in der Hansestadt breit. Mehr noch: Angst schleicht um.

Seeler: "Hoffentlich kein Abstiegskampf"

"Wenn man einen Umbruch einleitet, muss man auch Geduld haben - und nicht nur darüber reden", mahnt Uwe Seeler in der "Hamburger Morgenpost".

Das HSV-Idol hegt sogar gewisse Sorgen: "Hoffentlich geraten wir nicht in den Abstiegskampf", so der 74-Jährige. Der ansonsten stets optimistische Seeler wäre schon zufrieden mit einem "beruhigenden Mittelfeldplatz" - und spricht damit vielen Anhängern aus dem Herzen.

Mit Trainer Michael Oenning und Sportdirektor Frank Arnesen wollen die Hamburger nach der enttäuschenden letzten Saison den Neuanfang wagen. (BERICHT: Arnesens Auftrag)

Bedenken gegen Arnsesens Einkaufspolitik

Doch vor allem die Einkaufspolitik des vom FC Chelsea verpflichteten Arnesen ruft bei den Anhängern Bedenken hervor.316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

[kaltura id="0_qgqpqv54" class="full_size" title="Mancienne in Hamburg gelandet"]

Während gestandene Spieler wie Frank Rost, Ruud van Nistelrooy, Ze Roberto oder Piotr Trochowski den Verein verließen und Guy Demel und Joris Mathijsen gehen sollen, holte der Däne bisher ausschließlich junge Spieler aus der zweiten Mannschaft des FC Chelsea. (BERICHT: "Blaue Welle" bei den "Rothosen")

Mancienne, Jacopo Sala und Gökhan Töre heißen die Neuzugänge aus den Reihen der Blues - mit Jeffrey Bruma soll ein weiterer 19-jähriger Verteidiger in den nächsten Tagen folgen.

Macienne soll mit Westermann verteidigen

In Hamburg rufen die Verpflichtungen nur wenig Begeisterung hervor, auch wenn Seeler diplomatisch beschwichtigt: "Lasst die Jungen doch erstmal spielen. Kritik ist überhaupt noch nicht angebracht."

Während Sala, Töre und Bruma - sollte er denn kommen - eher als perspektivische Verpflichtungen gedacht sind, soll der 23-jährige Mancienne sofort dabei helfen, die Innenverteidigung des HSV zu stabilisieren.

Mit Kapitän Heiko Westermann soll der Engländer in der Zentrale verteidigen. Doch auch für Westermann verlief die letzte Saison alles andere als optimal. "Natürlich hatten wir uns alle von dieser Saison mehr erwartet", erklärte der 27-Jährige kürzlich im "kicker".

Westermann zuletzt nicht von Löw berücksichtigt

Seine eigenen Leistungen waren schwankend, zuletzt wurde Nationalspieler Westermann nicht mal mehr von Bundestrainer Joachim Löw für das DFB-Team nominiert.

Nun könnte dem Verteidiger offenbar auch noch der Verlust der Kapitänsbinde drohen. Zumindest deutet Oenning zuletzt an, über eine Neubesetzung des Postens nachzudenken.

Somit steht hinter einer weiteren Personalie ein Fragezeichen.

Castelen will wieder angreifen

Mut macht in diesen unsicheren Tagen zumindest, dass sich Romeo Castelen in der neuen Saison zurückmelden will. Vor vier Jahren kam der Niederländer zum HSV, seitdem war er praktisch immer verletzt und brachte es auf lediglich 15 Bundesliga-Einsätze.

Zwischenzeitlich drohte sogar die Invalidität. "Ich greife wieder an", verspricht Castelen nun, der vier Knie-Operationen über sich ergehen lassen musste.

Sollte der 28-Jährige den HSV tatsächlich verstärken können, wäre er praktisch ein hochkarätiger Neuzugang.

Doch angesichts seiner langen Leidenszeit ist auch das nur eine vage Hoffnung.

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