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Torsten Frings (r.) absolvierte 326 Bundesligaspiele für Werder Bremen © getty

Bei SPORT1 spricht der Ex-Bremer Valerien Ismael über Werders Umbruch, die Personalie Torsten Frings und neue Leistungsträger.

Von Barnabas Szöcs

München - Krisen bergen trotz aller schmerzhafter Erfahrungen auch einen positiven Aspekt - den Neuanfang.

Ganz so drastisch ist es bei Werder Bremen zwar nicht, doch die abgelaufene Katastrophen-Saison - mit nur 41 Punkten und einem ernüchternden 13. Tabellenplatz - stellt die Werder-Verantwortlichen vor grundlegende Entscheidungen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Chance für einen Umbruch ist da", sagt auch Valerien Ismael im Gespräch mit SPORT1.

Der 35-Jährige hat mit den Norddeutschen die Sonnenseite des Sports erlebt, gewann unter Trainer Thomas Schaaf 2004 das Double.

Der Franzose glaubt an eine positive Entwicklung nach der Ära Torsten Frings.

Mehr noch: Der Weggang des ehemaligen Leitwolfs bietet Gelegenheit für den Schritt zur einer vergessene Philosophie (401913DIASHOW: Abschied von der Bundesliga).

Bei SPORT1 spricht Valerien Ismael über Werders Identität, die Personalie Torsten Frings, neue Leistungsträger und die Rückkehr von Markus Rosenberg und Naldo.

SPORT1: Herr Ismael, wie sehen Sie die Zukunftsaussichten von Werder Bremen nach der abgelaufenen Katastrophen-Saison?

Valerien Ismael: Werder muss seine Identität wiederfinden und ganz einfach zeigen, wofür es steht: Offensivfußball, schönes Spielweise und Identifikation. Diese Punkte habe ich bei Werder Bremen vergangene Saison vermisst, die Sympathie für den Verein muss wieder her. Ich wünsche mir, das die Bremer wieder ihren Weg finden.

SPORT1: Aber Spieler wie Torsten Frings, der den Verein nun verlassen hat, stehen für diese Identifikation. Wie schwer wiegt daher sein Abgang, zumal er ein Leistungsträger war?

Ismael: Sein Weggang ist auch ein Prozess für die Zukunft. Torsten Frings ist ein erfahrener und älterer Spieler, doch jetzt ist die Phase, in der man sich entscheiden muss, in welche Richtung es gehen soll. Die Chance für einen Umbruch ist da. Aber dazu gehören eben auch Entscheidungen, wie etwa, dass Frings den Verein verlässt. Das gibt auch jungen Spielern wie etwa Philipp Bargfrede die Chance, in Führungspositionen hineinzuwachsen.

SPORT1: Geht es also bei Werder weniger um große Einkäufe als vielmehr darum, etwas Neues zu fördern?

Ismael: Bremen muss wieder seinen Fußball finden, für den er lange Zeit gestanden hat. Dazu gehört nicht nur Offensivfußball, sondern auch Neuentdeckungen, No-Names, die bei Werder zu Superstars werden - dahin müssen sie zurückfinden. In meinen Augen war es auch die völlig richtige Entscheidung, Thomas Schaaf zu halten. Man hat in solch einer schwierigen Zeit Ruhe bewahrt. Sie haben eine ganz klare Identität - müssen diese aber wieder ausleben und ausstrahlen.

SPORT1: Gehen Sie von diversen Panikeinkäufen aus, um ein Zeichen gegen die Krise zu setzen?

Ismael: Das glaube ich überhaupt nicht, im Gegenteil: Werder hat aus der abgelaufenen Saison gelernt, sie werden die richtigen Entscheidungen treffen und in der kommenden Spielzeit eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufbieten. Einfach wird es jedoch nicht.

SPORT1: Welchen Effekt wird die Rückkehr von Angreifer Markus Rosenbergs haben?

Ismael: Er hat bei Werder immer gute Leistungen gezeigt und seine Tore gemacht. Er kann dem Verein sportlich sicherlich weiterhelfen.

SPORT1: Auch Naldo gehört bei Werder zu den absoluten Leistungsträgern. Mittlerweile ist der Brasilianer wieder im Training. Kann er der Mannschaft die nötige Stabilität beim Neuaufbau geben?

Ismael: Bei Naldo muss man abwarten, da er mehr als ein Jahr nicht gespielt hat. Man sollte auf keinen Fall annehmen, dass er auf Knopfdruck von Null auf Hundert wieder seine Leistungen bringen wird. Er wird Zeit brauchen.

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