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Bastian Schweinsteiger spielt seit 2001 bei den Profis des FC Bayern © getty

Milan bietet offenbar viel Geld für den Bayern-Star, der zuletzt unzufrieden war. Und im Mittelfeld herrscht ein Überangebot.

Von Reinhard Franke

München - Altintop weg. Klose weg. Ist Bastian Schweinsteiger der Nächste?

Nachdem Lazio Rom vergangene Woche Miroslav Klose von Bayern München verpflichtet hatte, buhlt nun offenbar der AC Mailand um einen weiteren Bayern-Star.

Der italienische Meister Milan ist an Bastian Schweinsteiger interessiert, berichtet die italienische Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" am Montag.

Der ehemalige Bayern-Kapitän und jetzige Milan-Profi Mark van Bommel habe den Lombarden Schweinsteiger demnach wärmstens empfohlen.

35 bis 40 Millionen Ablöse

35 bis 40 Millionen Euro will Milan für den deutschen Nationalspieler bieten. Müssen die Bayern-Fans befürchten, dass ihr "Schweini" den Rekordmeister verlässt?

Eher unwahrscheinlich. Erst im Dezember hatte Schweinsteiger seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

Der 26-Jährige hatte stets betont wie wohl er sich in München fühlt.

Dieses Wohlgefühl hat allerdings in der enttäuschenden abgelaufenen Saison stark gelitten.

Wertschätzung vermisst

Schweinsteiger vermisst die angemessene Wertschätzung bei Fans und vor allem Medien.

Im Frühjahr schrieb ein Sportfachmagazin: "Chefchen Schweini. Neuer Vertrag, altes Problem. Er taucht zu oft ab".

Darin wurde Schweinsteiger vorgeworfen, die Mannschaft nicht führen zu können, eben kein Chef zu sein. Dagegen wehrte sich Schweinsteiger energisch.

Auf einer Presserunde beschimpfte er noch Wochen später den Autor des Artikels wüst und wehrte sich vehement.

"Ich bin kein Chefchen!"

"Ich bin kein Chefchen! Ich bin lange genug dabei und jeder hört in der Kabine auf das, was ich sage", erklärte er damals.

"Es wird ganz anders dargestellt als es ist. Ich tue alles für den Verein. Ich spiele mit Schmerzen, versuche jedes Mal, ein gutes Spiel hinzubringen. Und im Endeffekt bin ich der Idiot, nur weil ich am längsten dabei bin."

Damit spielte er darauf an, dass er trotz eines Bruchs des mittleren, rechten Zehs Ende April bis Saisonende auf die Zähne gebissen hatte.

Dieser deutliche Frust könnte ihn vielleicht doch zu einer Flucht aus der Heimat bewegen.

Doch momentan würde da auch der FC Bayern nicht mitmachen, denn dort gilt Schweinsteiger auch nach seiner durchwachsenen Saison als unersetzlich.

Überangebot im Mittelfeld

Auch für die kommende Spielzeit unter dem neuen Chefcoach Jupp Heynckes gilt "Schweini" trotz des massiven Überangebots im Mittelfeld als gesetzt.

Im defensiven Mittelfeld streiten sich Toni Kroos, Anatoliy Tymoshchuk, Danijel Pranjic und Luiz Gustavo nach jetzigem Stand um den Platz neben dem Vize-Kapitän.

Zudem bemüht sich der Rekordmeister auch noch um die Verpflichtung von Leverkusens Arturo Vidal.

Zuletzt hatte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser allerdings einen Verkauf von Arturo Vidal kategorisch abgelehnt - jedenfalls zum FC Bayern.

Das könnte auch an den "nur" zehn Millionen Euro Ablöse liegen, zumal der ebenfalls interessierte SSC Neapel 12 Millionen Euro für den Chilenen bieten soll.

Kommt Nasri, geht Ribéry?

Die Gerüchteküche an der Säbener Straße brodelt in diesen Tagen jedenfalls weiter. (241095DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Auch das Interesse des FC Bayern an Spielern aus England bleibt laut Medienberichten von der Insel bestehen.

Nachdem die Münchner zuletzt schon mit dem irischen Torjäger Shane Long vom FC Reading und Offensivtalent Dale Jennings von den Tranmere Rovers in Verbindung gebracht worden war, vermeldet der "Daily Mirror" nun auch Samir Nasri vom FC Arsenal als Kandidaten.

Nasri soll angeblich Franck Ribéry ersetzen, der vor dem Abschied bei Bayern stehe.

Allerdings gibt es bislang keinerlei seriöse Hinweise dafür, dass der noch bis 2015 an den FCB gebundene Ribéry seine Zelte vorzeitig abbrechen wird.

Ganz im Gegenteil betonte der Franzose zuletzt immer wieder, sich in München sehr wohl zu fühlen - wie Schweinsteiger.

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