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Nach dem Abgang von Mark van Bommel wurde Philipp Lahm Kapitän beim FC Bayern © getty

Bayern-Kaitän Philipp Lahm schickt eine Kampfansage an die Konkurrenz - und lobt Neuer. Der Boateng-Poker zieht sich in die Länge.

Von Olaf Mehlhose

München - Das Anspruchsdenken beim FC Bayern München ist von jeher ein anderes als bei der Konkurrenz.

Als einziger Klub der Bundesliga gibt der Rekordmeister vor jeder neuen Spielzeit regelmäßig den Titel als das erklärte Saisonziel aus.

Daran ändert auch die vergangene Saison, in der mit Ach und Krach die Qualifikation für die Champions League geschafft wurde, nicht das Geringste.

Kapitän Philipp Lahm schickt daher kurz vor seinem Urlaub in Griechenland eine Kampfansage an die Konkurrenz.

"Die Liga dominieren"

"Wir wollen die Liga von Anfang an dominieren", sagte der Außenverteidiger in Interviews mit Münchner Zeitungen:

"Wir wissen aber auch, dass es nicht so leicht wird. Einfach so durchmarschieren, das geht nicht auf Knopfdruck."

Dennoch habe er im Hinblick auf die neue Saison ein "sehr, sehr gutes Gefühl", erklärte Lahm.

Neben der Rückkehr von Jupp Heynckes stimmt den Außenverteidiger vor allem die Verpflichtung von Nationalkeeper Manuel Neuer zuversichtlich:

"Es hat mich sehr gefreut, dass dieser Transfer geklappt hat, dass der Rummel um diesen Wechsel jetzt endlich ein Ende hat. Er ist einfach ein Weltklasse-Torwart."

Siegergen bei Neuer

Ähnlich wie FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat der 27-Jährige bei seinem Nationalmannschaftskollegen ein Siegergen ausgemacht.

"Manuel ist auf jeden Fall ein Siegerytp", erklärte Lahm:

"So musst du sein als Torwart des FC Bayern, dass du wirklich keinen einzigen Ball rein lassen willst, dass du dich auch beim Stand von 5:0 noch über ein Gegentor ärgerst - wie es auch bei Oliver Kahn war. Das zeichnet Manuel aus. Ich bin sehr froh, dass er ab jetzt bei uns ist."

Doch auch die anderen Neuverpflichtungen könnten sich "wirklich sehen lassen". (241095DIASHOW: Bayerns Planspiele)

[kaltura id="0_9fwzw1gs" class="full_size" title="Boateng Bin mir mit Bayern einig "]

Boateng-Poker geht weiter

Wahrscheinlich denkt Lahm dabei bereits an seinen Nationalmannschaftskollegen Jerome Boateng - doch der Poker um den 22-Jährigen von Manchester City zieht sich in die Länge.

Am Spieler zumindest sollte es nicht scheitern. "Ich habe mich mit Bayern auf einen Vierjahresvertrag geeinigt", bestätigte Boateng im "kicker": "Jetzt liegt es an Manchester."

Die Anfrage von Bayern sei für ihn etwas ganz Besonderes, erklärte der Defensivspezialist: "Es ist eine Ehre für mich, so ein Angebot kommt nicht jeden Tag."

Aber auch die Position, auf der er spiele sei ihm sehr wichtig: "Bayern will mich als Innenverteidiger. Das hat auch Vorteile für die Nationalmannschaft."

Manchester dagegen habe das Versprechen, ihn innen spielen zu lassen, nicht eingehalten.

Kein Vergleich mit Madrid

Ob mit oder ohne Boateng, Lahm geht davon aus, "dass wir mit einem sehr guten Kader in die neue Saison gehen werden".

Damit widersprach er auch der Kritik von Oliver Kahn, der Bayerns Transferpolitik mit der von Real Madrid verglichen hatte.

"Unsere Transfers sind punktuell, sie sind spezifisch auf Positionen ausgerichtet. Da kommen lauter Leute, die genau das sind, was wir jetzt brauchen. Ich sehe absolut keine Parallele zu Madrid, die einfach jedes Jahr fünf Offensivspieler kaufen."

Rüffel für den Kaiser

Auch Franz Beckenbauer, der Sportdirektor Christian Nerlinger vorgeworfen hatte, zu selten aus dem Hintergrund zu treten, bekam sein Fett weg.

"Das ist die Meinung eines Außenstehenden, so etwas gibt es beim FC Bayern leider immer wieder", kanzelte Lahm den Ehrenpräsidenten ab:

"Jeder, der eng an der Mannschaft und eng an unserem Sportchef dran ist, weiß, was Christian Nerlinger für hohe Qualitäten hat."

Petersen will sich durchbeißen

Wo seine Qualitäten liegen bewies Nils Petersen in der vergangenen Saison mit 25 Toren für Energie Cottbus. Nun will sich der Zweitliga-Torschützenkönig bei den Bayern durchbeißen. (BERICHT: "Klose-Klon" Petersen)

"Ich bin reif für die Bundesliga. Wenn man in den letzten 18 Monaten so getroffen hat wie ich, dann hat man das Gefühl, dass man sich in der Bundesliga versuchen sollte", sagte der Ex-Cottbusser.

Auch wenn es keine Garantie für Einsätze gebe, habe er bei Bayern das "Gefühl, dass es passt".

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