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Arturo Vidal erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Bundesligatore © getty

Der Chilene will sofort nach München wechseln, aber Leverkusens Bosse bleiben gelassen. Knackpunkt ist wie Boateng die Ablöse.

Von Thorsten Mesch

München - Er quengelt wie ein kleines Kind vor dem Süßwarenregal, aber sein Arbeitgeber schaltet auf stur.

Arturo Vidal drängt auf den Wechsel zum FC Bayern, doch Bayer Leverkusen will den Mittelfeldspieler nicht gehen lassen - vor allem nicht zum Liga-Rivalen.

"Ich will nach München. Jetzt", sagte Vidal der "Bild".

"Es gibt jetzt ein offizielles Angebot aus München. Ich möchte unbedingt, dass sich die Vereine einigen", erklärte der Chilene, der sich momentan mit seiner Nationalmannschaft auf die Copa America (1. Bis 24. Juli) in Argentinien vorbereitet.

Bayer-Boss spricht von Schmerzgrenze

Angeblich bietet der FC Bayern zehn Millionen für den 24-Jährigen, Leverkusen fordert aber mindestens 14 Millionen, von denen ein Teil an Vidals Heimatverein Colo Colo gehen würde.

Der Traditionsverein aus Santiago de Chile hält noch 30 Prozent der Transferrechte an Vidal.

Doch Leverkusen will seinen Allrounder, der in der vergangenen Saison seine bisher beste Spielzeit für Bayer absolvierte und mit zehn Toren und neun Vorlagen Leverkusens Topscorer war, nicht abgeben.

Und wenn, dann nur für eine angemessene finanzielle Entschädigung.

"An der Situation hat sich nichts geändert. Die Angebote sind nicht in den Bereichen, bei denen wir schwach werden", sagte Sportdirektor Rudi Völler der "Bild".

"Es gibt eine Schmerzgrenze", deutete auch Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zumindest Verhandlungsbereitschaft an, "aber die ist noch nicht erreicht".

"Kein Wechsel innerhalb der Bundesliga"

Eins sei jedoch klar: "Vidal wird nicht innerhalb der Bundesliga wechseln", behauptet Holzhäuser.

"Wir haben ja nicht nur mit Bayern über Vidal verhandelt, sondern auch mit Neapel", erklärte Völler.

Wobei diese Aussage doch eher nach Preistreiberei klingt und der italienische Champions-League-Teilnehmer wohl kaum Vidals Traumverein ist.

Der Südamerikaner dürfte vielmehr mit einem Wechsel in die spanische Liga liebäugeln. Im kommenden Sommer könnte er - dann ablösefrei - zum FC Barcelona wechseln.

Vidal in einem Jahr ablösefrei

Doch ein Wechsel zu Barca könnte ein Wunschtraum bleiben, und deshalb hat für Vidal sein sofortiger Transfer nach München Priorität.

"Man muss es mir nachsehen, dass ich diese einmalige Chance nutzen möchte", sagte er. "Einer der besten Vereine der Welt will mich verpflichten. Zudem ist mein alter Trainer Jupp Heynckes dort."

Leverkusens Abwehrhaltung kann er nicht nachvollziehen. "Was hat der Klub davon, wenn ich noch ein Jahr bleiben muss und sie dann für mich kein Geld sehen, wenn ich ablösefrei bin?", fragte Vidal.

[kaltura id="0_9fwzw1gs" class="full_size" title="Boateng: "Bin mir mit Bayern einig""]

Er habe "alles für Leverkusen gegeben" und "möchte nicht im Streit gehen".

Wahrscheinlich dürfte es daher nur darum gehen, wie hoch die von Holzhäuser erwähnte Schmerzgrenze ist und welche Summe die Bayern für einen Spieler zahlen wollen, der in einem Jahr nichts kostet.

Tauziehen um Boateng

Auch die Suche nach einer Verstärkung für die Innenverteidigung wird für den Rekordmeister zum Geduldsspiel (241095DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Mit Jerome Boateng sind sich die Münchner bereits einig, doch Manchester City will den deutschen Nationalspieler nicht kampflos ziehen lassen.

"Ich möchte zu den Bayern", bekräftigte Boateng, der in Manchester bis 2015 unter Vertrag steht.

Das Angebot aus München soll bei 12,5 Millionen Euro liegen, Manchester fordert jedoch 20 Millionen.

ManCity ruft Mondpreis auf

Mit schuldig an den überhöhten Preisvorstellungen der Citizens könnte ein Transfer sein, der vor wenigen Tagen in der Premier League über die Bühne gegangen ist.

Der außerhalb Englands unbekannte Jordan Henderson wechselte für umgerechnet 22 Millionen Euro vom FC Sunderland zum FC Liverpool ? und jetzt rufen auch andere Vereine Mondpreise auf.

Alex als Notlösung im Gespräch

Und die wollen die Bayern bekanntermaßen nicht bezahlen - wie sie vor dem Transfer von Manuel Neuer betonten.

Sollten sich Bayern und ManCity nicht einigen, könnte der Brasilianer Alex eine Alternative für das Abwehrzentrum sein.

Der 28-Jährige vom FC Chelsea soll allerdings 15 Millionen Euro kosten. Und wie wollen die Bayern ja nicht einmal für Boateng oder Vidal bezahlen.

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