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Andreas Müller (r., mit Rutten) ist seit Mai 2006 Manager auf Schalke © imago

Manager Andreas Müller verknüpft seine Zukunft auf Schalke ganz eng mit dem Trainer, doch personelle Konsequenzen wird es geben.

Von Jessica Pulter

München - Es waren keine leichten Wochen für Andreas Müller auf Schalke. Die Fans forderten bereits seinen Rücktritt, es gab ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat.

Durch den 1:0-Sieg gegen Hertha BSC haben sich die Gemüter zunächst beruhigt, doch die Krise ist damit noch längst nicht abgewendet.

Mit dem momentan nur siebten Tabellenplatz in der Bundesliga und dem fast sicheren Aus im UEFA-Cup sind die Königsblauen weit von ihrer Zielen und Ansprüchen entfernt.

Trotzdem könenn Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten nach dem Erfolg am Samstag wieder etwas ruhiger schlafen.

Neue Spieler sollen kommen

Müller sieht sogar eine positive Entwicklung, verspricht den Fans Besserung und kündigt Veränderungen an.

"Es wird auf jeden Fall personelle Konsequenzen geben", sagte Müller im DSF-Doppelpass.

Der Manager bemängelte, dass die Unzufriedenheit einiger Spieler sich negativ auf die Stimmung in der Mannschaft überträgt und darunter auch die Leistung leidet.

Neuverpflichtungen und die mögliche Trennung von Spielern in der Winterpause seien die logische Folge.

Sextett kann gehen

Sechs Spieler, die keine Rolle mehr spielen oder nie richtig auf Schalke angekommen sind, stehen offenbar kurz vor dem Absprung. Neben den drei Uruguayern Carlos Grossmüller, Gustavo Varela und Vicente Sanchez sind dies Markus Heppke, Peter Lövenkrands und Albert Streit.

Orlando Engelaar dagegen hat sich eindeutig für die Westfalen entschieden: "Schalke ist ein toller Klub, ich bleibe", betonte der Niederländer.

Engelaar, zu Saisonbeginn zusammen mit Rutten aus Enschede gekommen, wurde zuletzt mit dem FC Portsmouth in Verbindung gebracht.

"Rutten ist der richtige Trainer"

Engelaar konnte die hohen Erwartungen bisher nicht annähernd erfüllen, und auch beim Rest der Mannschaft sind seit Ruttens Dienstantritt im Sommer kaum Fortschritte zu erkennen.

Auf den Coach lässt Müller aber nichts kommen: "Er wird seine Philosophie noch auf die Mannschaft übertragen, aber das geht nicht von heute auf morgen. Ich habe vollstes Vertrauen, dass Fred Rutten der richtige Trainer für Schalke ist."

Dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis des Managers ist, sondern auch über seine Zukunft im Verein entscheidet, bekräftigt er mit einem "Wir sind nicht zu trennen".

Schnusenberg sehr optimistisch

Doch Müller muss sich in erster Linie um seinen Job sorgen machen, denn auch nach dem Krisengipfel vor Wochenfrist geht die Rückendeckung vom Aufsichtsrat Hand in Hand mit einem sichtbaren Erfolg.

Während das 1:0 gegen Berlin bei Präsident Josef Schnusenberg einen Eupohrie-Schub auslöste ("Ich glaube daran, dass wir im UEFA-Cup überwintern", gab sich Rutten betont zurückhaltend.

"Dieser Sieg gibt noch keine Garantie darauf, dass wir auch in der nächsten Woche gewinnen", erklärte der Trainer. Am Sonntag tritt Schalke bei 1899 Hoffenheim an, im UEFA-Cup müssen die "Knappen" untätig auf Schützenhilfe hoffen.

Konzept muss greifen

Müller und Rutten haben ein Konzept vorgelegt, dass im Winter greifen soll, und daran werden sie sich messen lassen müssen.

"Wir werden eine Mannschaft formen, die in der Zukunft wieder diesen attraktiven und erfolgversprechenden Fußball spielen wird", versprach Müller am Samstag im "Sportstudio".

"Aber es ist ein Prozess, ein Umbruch. Ein Weg, den wir gnadenlos verfolgen werden und dafür brauchen wir auch die Rückendeckung aus allen Gremien. Und wir werden sie überzeugen", gab sich Müller zuversichtlich.

Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies deutete im "ZDF" zumindest an, man wolle auf Schalke "die Köpfe nicht mehr so schnell tauschen, wie es vielleicht in der Vergangenheit geschehen. Sein Zusatz, er sei "guter Hoffnung, dass es mit Andreas Müller weitergeht", klingt allerdings keineswegs wie ein klares Bekenntnis zum Manager.

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