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Der VfB mit Harnik, Cacau und Träsch wurde in der vergangenen Saison Zwölfter © getty

Der VfB Stuttgart will einen erneut schwachen Start verhindern. Fredi Bobic erklärt bei SPORT1, wie das gelingen soll.

Von Christian Stüwe

München/Stuttgart - Ein schwacher Start des VfB Stuttgart in die Saison ist in den letzten Jahren zu einem ähnlichen Markenzeichen geworden wie die Spätzle für Schwaben.

Regelmäßig trennten sich die Stuttgarter in verkorksten Hinrunden von ihren Trainern - und starten dann eine Aufholjagd mit dem neuen Hoffnungsträger.

Der wiederum musste in der kommenden Spielzeit nach schwachem Start wieder gehen, ein Teufelskreis.

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Nach katastrophalen zwölf Punkten aus der ersten Saisonhälfte schwebte der VfB vergangene Spielzeit bis zuletzt in Abstiegsgefahr.

Das wollen die Verantwortlichen sicher nicht noch einmal erleben, der fast schon traditionelle Fehlstart soll diesmal um jeden Preis verhindert werden.

"Wäre gut, um die Tradition zu brechen"

"Am besten gewinnen wir das erste Spiel", sagte Sportdirektor Fredi Bobic im Gespräch mit SPORT1: "Das wäre schon mal gut, um die Tradition zu brechen."

In den kommenden Wochen bis zum Saisonstart wollen die Schwaben den Grundstein dafür legen.

"Wir werden in der Vorbereitung alles dafür tun, um topfit in die Saison zu gehen", verspricht Bobic.

In der Serie "Raus aus der Krise" nimmt SPORT1 den Neubeginn in Stuttgart unter die Lupe.

Geht Träsch?

Die Startprobleme der Stuttgarter hatten in den letzten beiden Jahren vor allem auch damit zu tun, dass absolute Leistungsträger den Klub verließen.

Vor zwei Jahren wechselte Mario Gomez zum FC Bayern München, vor einem Jahr kehrten Jens Lehmann und Sami Khedira den Stuttgartern den Rücken. Das war bei Gomez und Khedira finanziell zwar lukrativ, sportlich aber wenig hilfreich.

Und trotzdem scheint es, als würde sich Geschichte in diesem Jahr wiederholen. Christian Träsch lehnte vor wenigen Tagen ein Angebot ab, seinen bis 2012 laufenden Vertrag vorzeitig zu verbesserten Konditionen zu verlängern. (NEWS: Träsch-Wechsel nicht ausgeschlossen)

Der 23-jährige Nationalspieler wird mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht, Schalke 04 winkte in Form von Horst Heldt wegen der wohl im zweistelligen Millionenbereich liegenden Ablösesumme ab. (316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

Hohe Hemmschwelle bei Bobic

Bobic hofft allerdings immer noch, dass Träsch in der kommenden Saison für den VfB auflaufen wird.

"Diese Chance gibt es nicht nur, sie ist Realität", sagt der 39-Jährige zu SPORT1: "Er hat bis 2012 Vertrag bei uns. Sportlich planen wir absolut mit ihm. Und der Sport steht im Vordergrund."

Bobic räumt aber auch ein, dass kein Spieler "unverkäuflich" sei. Interessenten müssen für Träsch aber tief in die Tasche greifen. "Die Hemmschwelle ist verdammt hoch", erklärt der Manager.

Führungsanspruch bei Kvist

Sollte Träsch Stuttgart dennoch verlassen, steht immerhin schon Ersatz für das defensive Mittelfeld bereit. Der VfB verpflichtete für 3,5 Millionen Euro mit William Kvist den Kapitän des FC Kopenhagen.

Der Däne ist Nationalspieler, hat Champions-League-Erfahrung und gilt als Führungsspieler. "Ich bin laut auf dem Platz und versuche so meine Mitspieler zu dirigieren", sagte der 26-Jährige den "Stuttgarter Nachrichten".

"Er strahlt enorme Ruhe am Ball aus", lobt Trainer Bruno Labbadia: "Er ist eine Bereicherung für den VfB."

Bewährungsprobe für Labbadia

Der Coach dürfte in der Hinrunde selbst im Blickpunkt stehen. Seinen Vorgängern Armin Veh, Markus Babbel, Christian Gross und Jens Keller wurde zum Verhängnis, dass sie in einer schwachen Hinrunde die Wende nicht schafften.

Labbadia hängt nach seinen vorherigen Stationen Bayer Leverkusen und Hamburger SV der Ruf nach, ein Trainer zu sein, der nur zu Beginn seiner Amtszeit Erfolg hat.

Ein Wettanbieter führt Labbadia nach Hamburgs Michael Oenning an zweiter Stelle der Kandiaten für die erste Trainer-Entlassung der Saison.

Mit einer starken Hinrunde könnte er der 44-Jährige dies widerlegen. Und gleichzeitig den VfB von seinem Fehlstart-Fluch befreien.

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