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Jan Rosenthal absolvierte in Wolfsburg sein drittes Saisonspiel © getty

Von einem "glücklichen Sieg" sprachen alle Beteiligten. Doch 96-Elfmeterkiller hofft ebenso wie "Wolf" Zaccardo auf einen bessere Zukunft.

Von Michael Schulz

München - Zwei Tore und ein parierter Elfmeter: Jiri Stajner und Jan Rosenthal hätten die Helden in Wolfsburg werden können. Doch am Ende standen beide Hannoveraner nach dem 1:2 mit hängenden Köpfen auf dem Rasen.

Denn unterm Schlussstrich bleibt 96 mit nur einem Punkt die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga in der Hinrunde.

Diese Statistik interessierte Dieter Hecking nach der achten Saisonniederlage nicht.

"Mich ärgert, dass wir in der ersten Halbzeit nicht so gespielt haben, wie in der zweiten", sagte der Gäste-Coach: "Wir haben nach der Pause alles probiert und hätten einen Punkt verdient gehabt."

Schubser an Rausch

Stajner hatte die Führung der "Wölfe" durch Cristiano Zaccardo (32.) in der 59. Minute durch einen Volleyschuss ausgeglichen.

Vier Minuten später köpfte der Tscheche (Spielerporträt) einen Freistoß von Zvjezdan Misimovic mit dem Hinterkopf unhaltbar für seinen eigenen Keeper Christian Fromlowitz ins Netz.

"Vor dem Freistoß habe ich einen Schubser an Konstantin Rausch gesehen", gab Hecking in Richtung Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zu Bedenken.

Hecking: "Kein Elfmeter"

Acht Minuten vor dem Ende konnte Stajner seinen Patzer zur Hälfte wiedergutmachen. Nach einem Foul von Fromlowitz an Edin Dzeko zeigte Schiedsrichter dem 96-Keeper Rot und auf den Elfmeterpunkt.

"Das ist für mich kein Elfer, denn es gab keine Berührung", wetterte Hecking: "Aber wir machen in diesem Jahr alles mit."

Einmal Keeper-Einsatz in der A-Jugend

Da Hannovers Trainer sein Wechselkontingent schon ausgeschöpft hatte, konnte er nicht Michael Tarnat in die Partie bringen.

Der Verteidiger saß nach seiner Verletzung (Muskelbündelriss mit Verkalkung im linken Oberschenkel) erstmals wieder auf der Bank und musste in seiner Zeit beim FC Bayern schon einmal als Feldspieler als Torwart einspringen.

Also übernahm Rosenthal Verantwortung, selbst gerade nach drei Monaten Pause (Muskelfaserriss) in die Anfangsformation zurückgekehrt.

"Ich war mal in der A-Jugend ersatzweise in einem Hallenturnier Torhüter", sagte er: "Letztlich können wir uns für den parierten Elfmeter nichts kaufen, denn wir haben mal wieder verloren."

Tipps von Stajner

Dennoch parierte der Mittelfeldspieler im Fromlowitz-Trikot den Dzeko-Strafstoß. "Stajner hat mir verraten, dass Dzeko wahrscheinlich nach rechts schießen wird. Ich habe mich dann für die Ecke entschieden", sagte der 22-Jährige: "Ich habe gehofft, die Mannschaft im Spiel zu halten, aber es hat nichts geholfen."

Rosenthal ärgerte sich über die "bittere Niederlage, weil wir durchaus noch Chancen zum 2:2 hatten". Die beste Möglichkeit vergab Frank Fahrenhorst in der Nachspielzeit.

Auf einen weiteren Einsatz als Schlussmann verzichtet der "Elfmeterkiller", "weil wir mit Morten Jensen noch einen guten dritten Torhüter haben"(Hannovers Kader) .

Zaccardo beschenkt Fans

Ein anderes Debüt feierte Wolfsburgs Zaccardo. Der Italiener, bei den "Wölfen" schon als Hinrunden-Flop verschrien und zuletzt im UEFA-Cup gegen FC Portsmouth (3:2) nach 37 Minuten ausgewechselt, erzielte sein erstes Saisontor.

"Das ist ein Weihnachtsgeschenk für die Fans. Ich hoffe, dass es nach dem Tor besser in Wolfsburg läuft", sagte der Weltmeister.

Der 26-Jährige sprach zwar von einem "perfekten Ergebnis, doch wir hatten etwas Glück".

"Wölfe" zeigen Nerven

Das meinte auch Felix Magath. Er feierte nicht nur sein 50. Spiel als VfL-Trainer, sondern auch, dass seine Mannschaft in der Hinrunde ungeschlagen blieb und nur einen Punkt abgab (Ergebnisse und Tabelle .

"Man hat uns den Druck angemerkt, auch im letzten Spiel des Jahres vor eigenem Publikum gut aussehen zu wollen. Deshalb hat die Mannschaft Nerven gezeigt und letztlich nur glücklich gewonnen."

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