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Coach Luhukay (l.) und Manager Rettig (r.) freuen sich auf die Bundesliga © getty

Sie sind die Ersten - zumindest mit dem Training. Am Sonntag beginnt für den Außenseiter FC Augsburg das Abenteuer Bundesliga.

Von Christian Stüwe

München - Der Etat ist klein, die Mannschaft muss ohne große Namen auskommen, für Einkäufe stehen nur begrenzte Mittel zur Verfügung - der FC Augsburg, 1907 gegründet, startet als Außenseiter in seine erste Bundesliga-Saison.

Die Perspektive ist nicht besonders gut, das bestreitet nicht einmal der Manager.

"Der Abstiegskampf hat begonnen", verkündete Andreas Rettig - da stand er inmitten von jubelnden und feiernden Spielern, und es war erst seit ein paar Minuten klar, dass die Schwaben in der Tat zu den besten 18 Mannschaften in Deutschland gehören werden.

Zumindest für ein Jahr.

Frühstart ins Abenteuer

Rettig, der Realist. Das Ziel des FCA sei es, stellte er später klar, zu "den besten 20 Mannschaften in Deutschland zu gehören". Dies würde bedeuten: immer oben drin, aber nicht immer oben dabei, dem Aufstieg könnte auch gleich der Abstieg folgen, und so weiter.

Das fragwürdige Schicksal, womöglich in den kommenden Jahren eine Fahrstuhlmannschaft zu sein, schreckt die Augsburger nicht. Es ist ein Anfang.

Und zumindest am Sonntag werden sie tatsächlich auch mal Erster sein: Als erster Bundesligist beginnt der FCA mit der Vorbereitung auf die Saison, um 10.30 Uhr, viereinhalb Stunden vor Bayer Leverkusen.

Danach will die Mannschaft des Niederländers Jos Luhukay, nach dem Aufstieg auf einer DVD mit dem Titel "Jos, we can!" verewigt, selbstverständlich für Furore sorgen - trotz der bescheidenen Mittel.

Bekannter Name als Neuzugang

Der Etat liegt bei 30 Millionen Euro, Torjäger Michael Thurk und Torwart Simon Jentzsch sind die bekanntesten Gesichter im Kader. Während Lukas Sinkiewicz, Ibrahima Traore, Moritz Leitner und Sören Bertram den Verein verließen, wurden sechs neue Spieler verpflichtet.

[kaltura id="0_jwcorz57" class="full_size" title="Neue B hne f r Mainz"]

Der bekannteste Name darunter: Davids. Lorenzo Davids, ein Cousin des ehemaligen niederländischen Nationalspielers Edgar Davids, kommt vom NEC Nijmegen. (316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

Davids geht es wie vielen Mitspielern. "Ich habe die Bundesliga mit den vollen Stadien und den begeisternden Fans bisher im Fernsehen verfolgt, jetzt habe ich die Möglichkeit, selbst dort zu spielen", sagt der Mittelfeldspieler.

Wenig Bundesliga-Erfahrung im Kader

Auch die anderen Zugänge kennen die Bundesliga vor allem aus dem Fernsehen, denn sie kommen aus der Zweiten oder Dritten Liga. Drittliga-Torschützenkönig Patrick Mayer (Heidenheim) verfügt ebenso wenig über Bundesliga-Erfahrung wie Dominic Peitz (Union Berlin), oder Nachwuchsspieler Akaki Gogia, der vom VfL Wolfsburg ausgeliehen wird .

Gogia ist beim Trainingsauftakt allerdings noch nicht mit von der Partie. Er hat noch sein letztes Spiel für die "Wölfe" zu absolvieren: Das Finale um die A-Junioren-Meisterschaft gegen den 1.FC Kaiserslautern (Sonntag, 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Von den übrigen Neuzugängen schnupperten lediglich Verteidiger Sebastian Langkamp und Sascha Mölders, der vom FSV Frankfurt kommt, bereits Bundesliga-Luft. Zusammen kommen sie aber gerade mal auf 21 Einsätze.

Der "Augsburger Weg"

Simon Jentzsch, der Torhüter, ist mit 241 Einsätzen in der Bundesliga der erfahrenste Spieler. Aber: Der FCA will ohnehin auf junge, hungrige Spieler setzen - nicht auf teure Einkäufe.

Rettig spricht vom "Augsburger Weg" und nennt Mannschaften wie Hannover, Mainz und Freiburg als Vorbilder. In der vergangenen Saison überraschten diese mit vergleichsweise günstigen Kadern.

Ungeahnte Begeisterung in der Stadt

Und sollte der Erfolg ausbleiben, die Augsburger würden deshalb nicht verzweifeln. "Auch wenn wir im nächsten Jahr auf die Fresse bekommen sollten, wir haben Geschichte geschrieben, das kann uns keiner mehr nehmen", erklärte Jentzsch nach dem Aufstieg.

In Augsburg, der Stadt berühmter Söhne wie Helmut Haller, Bernd Schuster oder Karlheinz Riedle, hat dieser ungeahnte Begeisterung ausgelöst.

Tausende Menschen feierten die Mannschaft, die Zahl der Vereinsmitglieder verdoppelte sich in den Wochen nach dem Aufstieg. Bereits 12.000 Dauerkarten wurden verkauft. "Diese Entwicklung", sagte Rettig, "ist wirklich beeindruckend."

Am Sonntag allerdings beginnt die Vorbereitung auf den Abstiegskampf.

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