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Durch ein 1:0 und ein 1:1 gegen Bochum sicherte Gladbach in der Relegation die Liga © imago

Nach einer turbulenten Saison setzt Borussia Mönchengladbach auf eine Mix aus Talenten und Routiniers. Und auf Hans Meyer.

Von Christian Stüwe

München - Der Klassenerhalt ist geschafft, die "Tiger"-Revolution gescheitert, die Zeichen bei Borussia Mönchengladbach stehen auf Neuanfang.

Lange sah die Borussia letzte Saison wie ein sicherer Absteiger aus, doch eine grandiose Aufholjagd und zwei knappe Spiele in der Relegation gegen den VfL Bochum brachten schließlich das fast schon wundersame Happy End.

In der Schlussphase der Spielzeit sorgte zudem Ex-Profi Stefan Effenberg mit seiner "Initiative Borussia" für große Aufregung. Der Versuch, das Präsidium zu stürzen scheiterte aber.

"Jetzt hoffen wir auf eine sorgenfreie Saison", sagt Sportdirektor Max Eberl und spricht damit wohl allen Gladbacher Verantwortlichen, Spielern und Fans aus der Seele.

Eberl selber stand in der vergangenen Spielzeit immer wieder in der Kritik, setzte sich aber letztendlich durch.

Nun werkelt der 37-Jährige am Kader, mit dem die Borussen wieder einen Platz im gesicherten Mittelfeld anpeilen wollen.

In der Serie "Raus aus der Krise" nimmt SPORT1 den Neubeginn in Mönchengadbach unter die Lupe.

Vize-Präsident Rainer Bonhof erklärte, dass die Borussia "eine gesunde Mischung aus gestandenen und jungen Spielern" anstrebt.

Die Mannschaft um Routiniers wie Filip Daems oder Martin Stranzl wird gezielt mit jungen Spielern verstärkt.

Frischer Wind durch junge Leute

Der 19-jährige Matthias Zimmermann und der ein Jahr ältere Lukas Rupp kommen vom Karlsruher SC. Die beiden Junioren-Nationalspieler kosten die Borussia rund 1,6 Millionen Euro an Ablöse.

Joshua King, ebenfalls 19, wird aus der Nachwuchs-Akademie von Manchester United ausgeliehen, der 20-Jährige Matthew Leckie kommt von Adelaide United und ist australischer Junioren-Nationalspieler.(316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

"Die jungen Leute müssen den Kampf annehmen und versuchen, die arrivierteren Akteure zu verdrängen", fordert Vize-Präsident Rainer Bonhof.

Auch Reus erst 22

Linksverteidiger Oscar Wendt vom FC Kopenhagen ist ebenfalls erst 25, bringt aber Champions-League-Erfahrung mit.

Mit den bereits etablierten Marc-Andre ter Stegen (19), Tony Jantschke (21), Patrick Herrmann (20) und Havard Nordveit (20) könnten sie das neue, junge Gesicht der Borussia werden.

Nicht zu vergessen: Auch Marco Reus, der in der Schlussphase der vergangenen Saison zum Kopf der Mannschaft wurde und sich trotz Interesse größerer Vereine mit Nachdruck zu den "Fohlen" bekannte, ist ebenfalls erst 22 Jahre alt.

Während auf dem Rasen junge Spieler wirbeln sollen, wird im Vorstand auf Erfahrung und Routine gesetzt.

Hans Meyer kehrt zurück

Hans Meyer, der die Borussia 2009 als Trainer vor dem Abstieg rettete, kehrt als Präsidiumsmitglied zurück.

Meyer will sich aber nicht in die sportlichen Belange einmischen. "Da muss und will ich nicht klugscheißern", sagte der 68-Jährige der "11 Freunde".

Meyer sieht es als seine Aufgabe an, "den Frontkämpfern" den Rücken frei zu halten und "darüberhinaus bei Transfers mit meinen Erfahrungen und Beziehungen die Prozesse unterstützen."

Eine "solide Saison" als Basis

Die sportliche Leitung mit Trainer Lucien Favre und Eberl sei hochkompetent und trage ihr Konzept selbstständig nach außen.

Wie er sich die kommende Spielzeit vorstellt, teilte Meyer dennoch gleich einmal mit.

"Eine solide Saison, wie sie die Fans im Jahr 2009/10 mit Michael Frontzeck erlebt haben, sollte Basis sein für eine kontinuierliche Vorwärtsentwicklung", erklärte Meyer.

Setzt sich Favres Serie fort?

Interessant wird vor allem zu sehen, wie Frontzecks Nachfolger Favre seine Arbeit fortführt.

Der Schweizer übernahm die Borussia in fast aussichtloser Position, schaffte mit viel Geschick die Wende und wurde zum Liebling der Fans.

Nun kann sich der 53-Jährige erstmals mit einem von ihm zusammengestellten Team in Ruhe auf die Saison vorbereiten.

Abwanderungsgedanken bei Dante

Gestört wird die gute Stimmung am Borussia-Park allerdings durch Abwehrchef Dante.

Der Brasilianer möchte den Klub verlassen und tat dies bereits mehrfach lautstark kund.(316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

"Ich stehe mit 27 Jahren vor der wichtigsten Zeit meiner Karriere, ich muss den nächsten Schritt machen", sagte Dante.

Die Zeichen stehen auf Abschied, auch wenn Eberl Dante als "unverkäuflich" bezeichnete.

Die Borussia-Bosse werden aber alles versuchen, um Dante von einer Fortsetzung seiner Karriere in Mönchengladbach zu überzeugen.

Und vielleicht kann der wortgewaltige Hans Meyer ja seinen Teil dazu beitragen.

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