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Grafite jubelt in Zukunft für Al-Ahli in Dubai © getty

Die Ära Grafite beim VfL Wolfsburg ist Geschichte. Der Torschützenkönig der Meistersaison 2008/2009 wechselt nach Dubai zu Al-Ahli.

Wolfsburg - Wüste statt Wolfsburg, Ausklingen der Karriere statt Schuften unter "Quälix" Magath:

Die Ära des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Grafite beim VfL Wolfsburg ist beendet.

Der Brasilianer, der ehemals im Hinterland von Sao Paulo als Mülltütenverkaufer sein Überleben sicherte, wechselt ins Land der milliardenschweren Ölscheichs zu Al-Ahli nach Dubai.

"Ich möchte allen für diese wundervollen vier Jahre in Deutschland danken. Ich habe viele Freunde und Fans gewonnen, die mich immer unterstützt haben", teilte der 32-Jährige per Twitter mit.

Mit 28 Treffern hatte Grafite in der Meistersaison 2008/2009 maßgeblichen Anteil am überraschenden Titelgewinn der Niedersachsen.

"Er wird uns als Mensch und als Fußballer fehlen"

"Grafite hat große Verdienste um den VfL Wolfsburg. Er wird immer ein Teil der VfL-Geschichte sein", sagte Trainer Felix Magath, der den Transfer aus seinem Urlaub in Puerto Rico über die Bühne brachte:

"Er wird uns als Mensch und als Fußballer fehlen. Ich bedauere seinen Abschied, aber ich kann seinen Wunsch nach einer neuen Herausforderung verstehen und wünsche ihm alles Gute."

Besondere Beziehung zu Magath

Grafite und Magath - eine besondere Beziehung. Unter ihm erlebte der Brasilianer die beste Zeit seiner Karriere. Mit seinem Sturmpartner Dzeko beherrschte das Duo die gegnerischen Strafräume.

Mit zusammen 54 Treffern brachen sie den Uralt-Rekord von Gerd Müller und Uli Hoeneß (53), als erstes Sturmpaar erzielten sie jeweils mehr als 20 Treffer in einer Saison.

Unvergessen sein Tor des Jahres 2009 gegen Bayern München. Nach einem Solo über das halbe Spielfeld, bei dem er die gesamte Bayern-Abwehr narrte, vollendete er per Hackentrick zum 5:1.

"Grafitsch", "Grafitschi, "Grafite"

Mit dem Wechsel des 2007 aus Le Mans gekommenen Stürmers ist nun aber auch der letzte Teil des Wolfsburger "magischen Dreiecks" Vergangenheit:

Edin Dzeko wurde mit seinem Wechsel zu Manchester City der teuerste Bundesligaspieler aller Zeiten, Spielmacher Zvjezdan Misimovic ist über Istanbul bei Dynamo Moskau gelandet.

Die Öffentlichkeit war von "Graffa23" begeistert, auch wenn die Aussprache seines Namens ebenso die Schlagzeilen bestimmte wie seine Tore. "Grafitsch", "Grafitschi" oder einfach "Grafite" - unzählige Tore, unzählige Betonungen.

Sprung in Brasiliens WM-Kader

Doch nach dem Weggang Magaths zu Schalke 04 endete die große Zeit des Brasilianers.

Zwei Spielzeiten lang lief er seiner Form hinterher, dennoch schaffte er es in den Kader der Brasilianer für die WM 2010 in Südafrika. Insgesamt trug er viermal das Trikot der Selecao.

Beeindruckende Bilanz beim VfL

Erst als Magath in der abgelaufenen Spielzeit die in akute Abstiegsnot geratene Mannschaft wieder übernahm, witterte er wieder Morgenluft. Er versprach acht Tore bis zum Saisonende - es wurden zwei (DATENCENTER: Torjäger 2010/2011).

Seine Wolfsburger Torstatistik ist dennoch beeindruckend. In 107 Bundesligaspielen traf Grafite 59 Mal.

Drei Millionen und zwei Trainingslager

Drei Millionen Euro soll die Ablösesumme betragen, angeblich bezahlt Al-Ahli dem VfL zusätzlich noch zwei Trainingslager im Wüstenstaat.

Grafite sucht offiziell dagegen eine "neue Herausforderung". In seinem Team stehen unter anderem der langjährige italienische Nationalmannschaftskapitän und Weltmeister 2006 Fabio Cannavaro und Aristide Bance.

Doch der ehemalige Mainzer Bance hatte unlängst über seine Wechselgründe nach Dubai geplaudert. Er verdiene nun "achtmal so viel in Mainz", teilte er öffentlich mit.

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