vergrößernverkleinern
Hanno Balitsch kam 2005 von Mainz 05 zu Hannover 96 © imago

Hannovers Trainer Dieter Hecking fährt die harte Welle und suspendiert nach dem 1:2 in Wolfsburg Kapitän Hanno Balitsch.

Hannover - Als Hannover 96 sogar sein Minimalziel verpasst hatte, sah sich Sportdirektor Christian Hochstätter genötigt, ein deutliches Bekenntnis zum Trainer abzugeben.

"Die Mannschaft hat trotz der Niederlage gezeigt, dass ihre Moral intakt ist. Man sieht daran, dass Dieter Hecking die Spieler noch erreicht", erklärte Hochstätter nach Hannovers 1:2 (0:1)-Pleite im Niedersachsenderby beim VfL Wolfsburg.

Auch wenn damit die 20-Punkte-Vorgabe von Präsident Martin Kind für die Hinrunde endgültig außer Reichweite geraten war. (Ergebnisse und Tabelle)

Eklat in der Halbzeit

Hecking selbst gab denn auch gleich eine Kostprobe seiner Autorität und statuierte ausgerechnet an Kapitän Hanno Balitsch ein disziplinarisches Exempel.

"Er hat sich in der Halbzeit etwas geleistet, was ich nicht durchgehen lassen kann", erläuterte der 44-Jährige Balitschs Auswechslung zur Pause.

Dem Vernehmen nach hatte es in der Kabine eine lautstark ausgetragene Meinungsverschiedenheit zwischen beiden gegeben, die der Coach anschließend jedoch "nicht konkretisieren" wollte.

Straftraining in der U 23

Am Montag ging Hecking sogar noch weiter und strich Balitsch aus dem Kader für das letzte Spiel des Jahres am kommenden Samstag gegen Arminia Bielefeld.

Der Vorfall mache diese Entscheidung unumgänglich, sagte Hecking, der den 27-Jährigen ins Straftraining bei Hannovers U-23-Mannschaft beorderte.

Balitsch selbst zeigte sich einsichtig. "Hiermit entschuldige ich mich für mein Verhalten in der Halbzeitpause bei Mannschaft und Trainer", ließ er über seine Homepage verlauten.

"Ich habe einen Fehler gemacht und akzeptiere selbstverständlich die Strafe des Vereins."

"Es tut mir leid, dass ich der Mannschaft am Samstag nicht helfen kann, wünsche ihr aber natürlich alles Gute und drei wichtige Punkte gegen Bielefeld", so Balitsch.

Untröstlicher Elfmeterkiller

Während der Disput zwischen Hecking und Balitsch die Stimmung beim schlechtesten Auswärtsteam der Liga (sieben Niederlagen, ein Unentscheiden) zusätzlich trübte, sorgte zumindest ein Hannoveraner für einen Lichtblick. (Nachbericht: Kein Tag für Helden)

Mittelfeldspieler Jan Rosenthal wurde in der Schlussphase der umkämpften Partie zum Elfmeterkiller, als er nach einem Platzverweis gegen Torwart Florian Fromlowitz wegen des ausgeschöpften Wechselkontingents zwischen die Pfosten beordert wurde und den anschließenden Strafstoß von Edin Dzeko parierte.

Ähnliches war in der Bundesliga zuletzt dem Dänen Michael Schjönberg in Diensten des 1. FC Kaiserslautern gelungen, der als torhütender Feldspieler im Mai 2000 einen Elfmeter des damaligen Freiburgers Alexander Iashvili abwehrte.

Rosenthal war trotz des seltenen Kunststücks untröstlich. "Für den gehaltenen Elfer können wir uns nichts kaufen. Das ist eine ganz bittere Niederlage", sagte der 22-Jährige im Anschluss an sein erstes Spiel nach dreimonatiger Verletzungspause.

Jensen gegen Bielefeld im Tor

Im letzten Hinrundenspiel soll Rosenthal aber wieder auf dem Feld spielen. "Da ist er wichtiger", sagte Hecking und kündigte für die Partie gegen Bielefeld den Einsatz des dritten Torwarts Morten Jensen an.

Weil Nationaltorwart Robert Enke wegen einer Handverletzung seit Wochen fehlt und Fromlowitz die Rote Karte sah, herrscht bei den 96-ern Torwart-Notstand.

"Ich denke, wir haben mit Morten einen guten dritten Torwart", sagte Rosenthal.

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel