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Hertha BSC gewann in der vergangenen Saison die Zweitliga-Meisterschaft © getty

Hertha-Coach Babbel dämpft zum Trainingsauftakt die Erwartungen. Kraft muss sich beweisen. Franz wehrt sich gegen Vorurteile.

Aus Berlin berichten Mathias Frohnapfel und Daniel Becht

Berlin - Es gab Currywurst für die 600 Kiebitze und wer wollte, konnte sich mit den neuesten Devotionalien seiner Hertha eindecken.

Zudem präsentierten die Berliner in Maik Franz (von Eintracht Frankfurt), Andreas Ottl, Thomas Kraft (beide Bayern München) und Tunay Torun (Hamburger SV) vier vielverprechende Neuzugänge.

Feiertagsstimmung also am Hertha-Trainingsgelände, doch Trainer Markus Babbel bremste gleich überzogene Erwartungen an den Bundesliga-Rückkehrer.

"Es wäre vermessen als Aufsteiger von irgendwelchen Meisterschaften und Pokalsiegen zu träumen. Das Hauptziel muss für uns sein, die Klasse zu halten", sagte er auf SPORT1-Nachfrage.

In der Vorsaison seien zudem Klubs in den Abstiegskampf reingerutscht, die nie damit gerechnet hätten. Schalke sei dafür das beste Beispiel.

"Es bringt nichts", warnte Babbel "mit sehr hohen Zielsetzungen in die Saison zu gehen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, wir haben Qualität, müssen extrem hart arbeiten, um die Ziele, die wir uns gesteckt haben zu erreichen."

"Sie schauen doch gut aus"

Die Arbeit begann am Samstag mit einer Überprüfung der Laktatwerte. Ein böses Erwachen wie vor einem Jahr, als diese desolat waren, erwartete Babbel aber nicht.

"Sie schauen doch gut aus", meinte der Coach auch mit Blick auf die versammelten Neuzugänge neben ihm auf dem Pressepodium. Für die neuen Herthaner hatte Babbel verständlicherweise nur lobende Worte, passen sie doch in das ausgegebene Schema charakterfester Spieler.

"Die Neuzugänge haben die Qualität, um mit ihnen in der Liga zu bestehen", erklärte Babbel.

"Wir habe es geschafft, Spielertypen zu holen, die gut in Mannschaften passen."

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Kein "Treter und Grätscher"

Die Integration der Neuen soll vor allem im Trainingslager in Oberstaufen/Allgäu ab 2. Juli vonstatten gehen. Von der Aufnahme in Berlin zeigten sich sowohl Franz ("toller Empfang") als auch Torun ("Die Jungs sind super nett") angetan.

Ähnlich klang das bei Ex-Bayern-Spieler Andreas Ottl. "Ich freue mich auf den Anfang in Berlin", sagte Ottl, der ab August eine Wohnung in der Hauptstadt hat. Bis dahin nächtigt er im Hotel.

Auch Franz hat eine Wohnung gefunden. "Nur der Parkplatz fehlt noch", erzählt der Verteidiger mit einem Seufzer.

"Ich möchte das Vertrauen zurückgeben", ließ er allgemein zu seiner sportlichen Situation wissen und dass er keinesfalls der "große Treter und Grätscher" sei, als der er gerne hingestellt werde.

Kraft muss sich beweisen

Für den früheren Bayern-Keeper Thomas Kraft startet das Berliner Abenteuer mit der Nummer 35, die er sich wie in München ausgesucht hat.

"Wir werden ein kollegiales Verhältnis haben", sagte er zurückhaltend zum Konkurrenten im Tor Maikel Aerts.

Rennen ist völlig offen

Der Niederländer wird indes die Nummer eins tragen und verkündete gegenüber SPORT1 zum Zweikampf selbstbewusst: "Wenn ich mich umdrehe, habe ich die Eins auf dem Rücken. Aber ich mache meinen Job, er seinen, dann sehen wir weiter."

Zuvor hatte Aerts den Ex-Münchner "herzlich willkommen geheißen und ihm Erfolg" gewünscht.

Trainer Babbel ließ zum Kampf um den Stammtorhüter nur wissen, dass es im Moment keine Nummer eins gebe. Das Rennen ist nach seinen Worten völlig offen.

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