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Seit 2006 bei Hoffenheim in der Verantwortung: Jan Schindelmeister (r.) und Ralf Rangnick © getty

Der Bayern-Manager rückt keinen Jota von seinen Attacken ab. Hoffenheims Manager wünscht bei Sport1.de einen Schlussstrich.

Von Daniel Rathjen und Martin Hoffmann

München/Lyon - Das Nachbeben des Gipfeltreffens hält an. Auch mehrere Tage nach 2:1-Sieg der Bayern gegen Tabellenführer Hoffenheim (der Nachbericht) hören die verbalen Scharmützel nicht auf.

FCB-Manager Uli Hoeneß hat in der "Süddeutschen Zeitung" noch einmal klargemacht, dass er zu seinen Attacken gegen die Hoffenheimer steht.

"Wenn ich zwei Tage nach dem Spiel in aller Ruhe etwas anmerke, meine ich das auch so", versicherte Hoeneß, um noch nachzulegen:

"Nein, da bereue ich nichts, ich stehe zu jedem Wort."

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge goss in der "tz" noch einmal Öl ins Feuer: "Wir brauchen weder die Ratschläge von Herrn Rangnick noch die eines Herrn Hopp. Der Fußball ist in Hoffenheim nicht neu erfunden worden."

"Selektive Wahrnehmung"

Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser reagiert bei Sport1.de jedoch betont gelassen auf die neuen Angriffe.

"168 Länder haben am Freitag zwei Mannschaften gesehen, die erstklassige Werbung für den deutschen Fußball betrieben haben", erklärt er:

"Warum sollen wir uns vier Tage später auf Diskussionen einlassen, die einer ausgesprochen selektiven Wahrnehmung der Wirklichkeit entspringen?"

Schindelmeiser wünscht sich einen Schlussstrich unter die Debatte - und bekräftigt das mit ein paar warmen Worten Richtzung München: "Wir wünschen der Mannschaft um Jürgen Klinsmann den maximalen Erfolg. Ich hoffe, sie vertreten den deutschen Fußball international ähnlich erfolgreich wie in den vergangenen Partien."

Hoeneß steht zu Wutausbruch

Hoeneß hat die Lust an dem Verbalduell dagegen wohl nicht verloren - nicht anders ist seine Aussage zu erklären, dass er "keinen Zentimeter" von seinen Attacken abweicht.

Er schloss dabei auch ausdrücklich seinen Wutausbruch gegenüber Hoffenheims Sportdirektor Bernhard Peters in der Halbzeitpause ein.

"Das ist eine unglaubliche Sauerei, was ihr da macht! So eine linke Schauspieltruppe, Rangnicks linke Schauspieltruppe!" -, so etwa soll der Gastgeber laut Peters gewütet haben.

"Das hat er sehr gut wiedergegeben", fand Hoeneß.

Nicht verrauchte Wut

Dessen Wut über Hoffenheims Stürmer Chinedu Obasi ist keineswegs verraucht: "Dieser Obasi, das war doch der Wahnsinn, da wird immer gejammert - aber selber nur provoziert und reingehauen."

Auch Mittelfeldspieler Weis habe "in der ersten Halbzeit fünf klare Fouls gemacht".

Peters möge das Ganze aber bitte nicht persönlich nehmen, stellt Hoeneß noch heraus: "Der war halt der Nächstbeste, er ist mir leider über den Weg gelaufen. Da habe ich ihn mir gepackt."

Im DSF-Doppelpass am Sonntag hatte er außerdem Trainer Ralf Rangnick hart angegriffen ("?der wurde doch im zweiten Jahr immer entlassen?", zum Artikel).

Rangnick:

Rangnick wertete die Attacken allerdings positiv: "Die Worte von Uli Hoeneß sind das größte Kompliment, das er uns machen konnte", sagte Hoffenheims Coach dem DSF.

"Es zeigt, dass er uns und unsere Leistung ernst nimmt und uns als größten Rivalen ausgemacht hat. Schon Wilhelm Busch hat gesagt, dass Neid die aufrichtigste Form der Anerkennung ist."

Rummenigges wütende Antwort

Zuvor hatte er schon angemerkt, dass er sich nicht auf Hoeneß' Niveau herablassen wolle.

"Es wäre schön, wenn Ralf Rangnick mal auf das Niveau eines Uli Hoeneß kommen würde", schoss Karl-Heinz Rummenigge als Reaktion darauf zurück.

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