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Ivica Olic (l.) wechselte 2009 vom Hamburger SV zum FC Bayern München © imago

Nach dem Abgang von Miroslav Klose geht der FC Bayern mit einem Sturm-Dreigespann in die neue Saison. Der Konkurrenzkampf beginnt.

Vom FC Bayern berichtet Christian Akber-Sade

München - Vorbereitungsstart bei den Bayern und gleich zwei neue Stürmer - so sah es zumindest aus. 423213(DIASHOW: Bayern-Trainingsstart)

Doch während der eine mit Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen tatsächlich ein echter Neuzugang ist, war der andere Angreifer auf dem Platz ein fast schon vergessenes Bayern-Gesicht:

Ivica Olic ist wieder da, kehrt nach achtmonatiger Verletzungspause auf den Platz zurück.

Am Dienstag absolvierte der Kroate das erste Mannschaftstraining seit Oktober 2010. Außenmeniskusriss und Knorpelschaden hieß die damals niederschmetternde Diagnose von Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt.

Jetzt hat die schwere Phase ein Ende.

Gomez wohl gesetzt

"Ich bin sehr glücklich. Ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dann doch so schnell wiederzukommen und fit zu sein", sagt Olic sichtlich erleichtert am Tag nach seinem Comeback. "Bis jetzt ist alles gut. Das Knie zeigt keine Reaktion."

Nun gilt es für ihn, wieder anzugreifen. Doch genauso wie für Olic ist dies auch für den Ex-Cottbusser Petersen kein einfaches Unterfangen. Denn beide müssen sich erst einmal hinten anstellen. Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez dürfte auch unter dem neuen Bayern-Coach Jupp Heynckes gesetzt sein. (BERICHT: Heynckes mit Kampfansage)

"28 Tore schießt man nicht einfach so. Er ist der beste Stürmer in Deutschland. An ihm muss und will ich mich messen, um eines Tages auch einmal so viele Tore zu schießen", gibt Petersen auf SPORT1-Nachfrage beinahe ehrfurchtsvoll zu verstehen.

Petersen will angreifen

Der 22-Jährige hat großen Respekt vor dem Nationalstürmer, will sich aber auf Dauer mit der Rolle eines Edelreservisten nicht zufrieden geben. "Natürlich muss ich mich erst einmal eingewöhnen. Aber letztlich will ich nicht nur im Training das Trikot mit den vier Sternen tragen."

Ivica Olic hingegen hat kein Problem damit, zunächst vielleicht auf der Bank Platz nehmen zu müssen. "Als ich vor zwei Jahren hier her kam, da war ich ja auch Stürmer Nummer vier oder fünf. Das war gut, ich konnte in Ruhe arbeiten."

[kaltura id="0_na0kuork" class="full_size" title="Heynckes hei auf den Start"]

Zurücklehnen wird der Kroate sich allerdings nicht können. Denn auch die anderen Positionen in der Offensive scheinen besetzt. Robben und Ribery belegen - sofern sie verletzungsfrei bleiben - die Außenpositionen.

Und auch Thomas Müller beansprucht einen Platz in dieser Angriffsreihe für sich. Auch wenn Jupp Heynckes zuletzt andeutete, ein System mit zwei Stürmern sei durchaus denkbar, wird sich an der offensiven Grundaufstellung wohl zunächst nicht allzu viel ändern. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Wenn ich helfen kann, dann helfe ich"

So wird sich Olic dem Konkurrenzkampf mit Nils Petersen und Mario Gomez stellen müssen. Doch der kroatische Nationalspieler selbst ist gerade in Bezug auf Petersen ganz auf Harmonie bedacht. "Wenn ich ihm hier bei den Bayern helfen kann, dann helfe ich. Wir geben Beide alles, das ist am besten für die Mannschaft."

Der 31-Jährige hat in den ersten gemeinsamen Tagen einen guten Eindruck von seinem jungen Kollegen gewonnen, auch wenn dessen skandinavisch klingender Nachname zunächst für etwas Verwirrung sorgte.

"Meine erste Frage war: 'Du bist aus Dänemark, oder?' Er hat mir dann schnell erklärt, dass er Deutscher ist.", beschreibt Olic schmunzelnd die erste Begegnung mit dem 25-fachen Zweitliga-Torschützen, zeigt sich über dessen sportliche Entwicklung aber besser informiert:

"Ich kenne ihn aus Cottbus. Er ist ein junger Spieler und gleich Torschützenkönig geworden. Das ist in der Zweiten Liga nicht einfach."

Heynckes schafft Vertrauen

Zu Vorbereitungsbeginn herrscht im Bayern-Sturm also eine entspannte Atmosphäre - vor allem ein Verdienst von Trainer Jupp Heynckes. Petersen und Olic sprechen einhellig von einem "sehr positiven Eindruck", den sie vom Ex-Leverkusener gewonnen haben.

Heynckes spricht viel mit seinen Spielern, schafft dadurch eine Vertrauensbasis. "Er lässt mich spüren, dass ich seine Unterstützung habe", sagt Olic und Petersen ergänzt: "Er finden die richtige Mischung, bei dem was er sagt und bleibt locker dabei."

Eine Lockerheit, die auch den beiden Bayern-"Neuzugängen" helfen könnte, wenn sie in der neuen Saison erst einmal auf der Auswechselbank Platz nehmen sollten.

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