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Michael Preetz ist mit 93 Treffern Rekordtorschütze der Hertha © getty

Berlin ist heiß auf die Bundesliga: Hertha-Manager Michael Preetz spricht im SPORT1-Interview über Neuzugänge und Saisonziele.

Von Mathias Frohnapfel

Berlin - Nach einem Jahr in der Zweiten Liga hat bei Hertha BSC Berlin die Vorbereitung für die Bundesliga begonnen.

Der direkte Wiederaufstieg hat in der Hauptstadt eine Euphorie um die "alte Dame" entfacht, ein Countdown auf der Hertha-Homepage zählt die Stunden und Minuten, bis es im Olympia-Stadion wieder Bundesliga-Fußball zu sehen gibt.

Auf die Profis wartet bis dahin noch viel Arbeit. Bis zu drei Trainingseinheiten hat Trainer Markus Babbel angesetzt, los geht es teilweise schon um 7.30 Uhr.

Am Samstag fährt die Hertha dann ins Trainingslager nach Oberstaufen. Immer mit dabei ist Michael Preetz, der als Manager großen Anteil am direkten Wiederaufstieg hatte.

Im SPORT1-Interview spricht der 43-Jährige über die Neuzugänge der Berliner, Lehren aus dem Abstieg und die Ziele für die neue Saison.

SPORT1: Herr Preetz, Sie haben in Andreas Ottl, Thomas Kraft, Maik Franz und Tunay Torun vier neue Spiele zu Hertha geholt. Wie zufrieden sind Sie denn mit Ihrer Einkaufskampagne?

Preetz: Wir sind zufrieden, dass die Vier da sind, wir haben viel Qualität dazu bekommen. Die Spieler versetzen uns in die Lage, uns auch im Kader breiter aufzustellen, was in der Bundesliga ganz wichtig wird. Wir sind überzeugt, dass die Jungs prima in unser Team passen.

SPORT1: Von der Qualität abgesehen, nach welchen Qualitäten haben Sie die neuen Profis ausgewählt?

Preetz: In der Aufstiegssaison waren unsere Homogenität und unser Teamgeist ein Faustpfand. Das war eine Truppe, die richtig gut zusammengearbeitet hat. Darauf haben wir auch bei den neuen Spielern Wert gelegt. Ich denke, sie passen daher wunderbar zu uns.

SPORT1: Befürchten Sie, dass Maik Franz von den Medien wieder in eine ähnlich negative Rolle gerückt wird wie in Frankfurt?

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Preetz: Maik Franz ist ein Spieler, der polarisiert und er ist sicher auf dem Fußballplatz ein anderer als außerhalb. Das ist gewollt von uns. Wir wollen nicht nur Mainstream-Spieler, sondern auch Profis mit Ausstrahlung. Wir haben uns für ihn entschieden, weil er ein hervorragender Abwehrspieler ist und nehmen in Kauf, was wir im Gesamtpaket bekommen.

SPORT1: Der Konkurrenzkampf wurde auch auf der Torhüterposition ausgerufen. Wie sehen Sie das Rennen zwischen Thomas Kraft und Maikel Aerts?

Preetz: Die Torwartposition ist zentral, ohne Frage. Der Konkurrenzkampf beflügelt in aller Regel zu besseren Leistungen, das gilt für alle Positionen. Und wir müssen in der Lage sein, Ausfälle besser kompensieren zu können als im letzten Jahr. Als Andre Mijatovic ausgefallen ist, hatten wir bekanntlich unsere Niederlagenserie.

SPORT1: Wie gut tut Ihnen persönlich nach dem Abstieg 2010 die Rückkehr in die Bundesliga?

Preetz: Natürlich tut es mir gut, es tut Berlin und vor allem der Hertha gut. Wir konnten gottseidank das Zweitliga-Jahr nutzen, um die Stimmung total zu drehen und neue Bande in der Stadt zu knüpfen. Ich glaube, wir kommen besser und stärker zurück, als wir gegangen sind. Wir haben unheimlichen Zulauf von unseren Anhängern, haben Ende Juni schon 15.000 Dauerkarten abgesetzt und ein ausverkauftes Freundschaftsspiel gegen Real Madrid im Juli. Die Vorfreude ist groß, wir wollen diesen Schwung gerne in die Saison mitnehmen.

SPORT1: Was haben Sie aus der Zweitliga-Saison gelernt?

Preetz: Ich denke, wir lernen jeden Tag dazu. Für uns war wichtig, nach dem bitteren Abstieg wieder aufzustehen. Das ist ja immer so im Leben, dass man sich nach Rückschlägen wieder aufrappeln muss. Wir werden jetzt versuchen, nicht wieder in Bedrängnis zu kommen.

SPORT1: Ist der Klassenerhalt also das einzige Ziel?

Preetz: Die Zielsetzung kann nur sein, uns in der neuen Saison zu qualifizieren, im folgenden Jahr wieder in der Bundesliga dabei sein zu dürfen.

SPORT1: Wird der Abstiegskampf eigentlich immer härter? Oder war die vergangene Saison, als viele Traditionsklubs überraschend unten reinrutschen, eine Ausnahme?

Preetz: Das kann jetzt natürlich noch niemand beantworten. Die Bundesliga ist sehr ausgeglichen, eine sehr enge Liga. Als Aufsteiger ist man gut beraten, mit dem Saisonziel Klassenerhalt in die Liga zu starten.

SPORT1: Denken Sie, dass Hertha nun vielleicht den Traum wahr macht und das Pokalfinale im eigenen Stadion erreicht?

Preetz: Ich möchte mich an diesen Spekulationen ungern beteiligen. Wir haben einfach in den letzten Jahren kein gutes Bild im DFB-Pokal abgegeben.

SPORT1: Vielleicht fehlt der Hertha ein Glücksbringer?

Preetz: Wir hatten ja letzte Spielzeit mit der Wollmütze unseres Physiotherapeuten Reinhard Mörz einen tollen Glücksbringer. Wenn es so einfach ist, müssen wir uns unbedingt was einfallen lassen (lacht).

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