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Bastian Schweinsteiger absolvierte bislang 249 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern © imago

Bastian Schweinsteiger hakt die letzte Saison ab und blickt nach vorn. Bayerns Vize-Kapitän hofft auf Coach Heynckes und Titel.

Vom FC Bayern berichtet Christian Stüwe

München - Bastian Schweinsteiger ist aus dem Urlaub zurück.

Braun gebrannt und lässig mit einem Kapuzenpullover bekleidet, wirkte der Mittelfeldspieler des FC Bayern München am Donnerstag bei einer Gesprächsrunde mit Journalisten gut erholt von den Strapazen der vergangenen Saison.

Allerdings sind noch nicht alle Blessuren verheilt. Der Zeh, den sich Schweinsteiger in einem der letzten Spiele brach, mache "noch ein bisschen Probleme", erklärte der Nationalspieler.

Am Donnerstag setzte er mit dem Training aus, doch am Freitag, wenn ein Leistungstest ansteht, will der 26-Jährige durchstarten. Dann soll auch die letzte schmerzliche Erinnerung an die vergangene, titellose Saison den Neustart Schweinsteigers nicht verhindern. 423213(DIASHOW: Bayern-Trainingsstart)

Schweinsteiger will nicht zurückblicken

"Ich will gar nicht mehr zurückschauen", hakte Schweinsteiger das "schwierige Jahr" ab: "Wir haben eine neue Mannschaft, einen neuen Trainer, wollen Titel einfahren und schönen Fußball spielen. Mit der Mannschaft, die wir zusammen haben, müssen wir eigentlich Titel holen."

Gut 30 Millionen haben die Bayern bereits für die Neuzugänge Manuel Neuer, Rafinha und Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen ausgegeben.

"Sie haben alle die Qualitäten, um bei Bayern zu spielen. Aber bei Bayern musst du immer gewinnen, da muss man sich erst dran gewöhnen", urteilte Schweinsteiger über die Neuen. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Aber auch Schweinsteiger selber steht in der kommenden Runde im Blickpunkt. In der Saison 2009/2010 gelang ihm im defensiven Mittelfeld der Durchbruch zur Weltklasse, die Bayern holten das Double, standen im Champions-League-Finale und Schweinsteiger spielte eine bärenstarke WM.

"Weiß, dass ich die Mannschaft führen muss"

Doch in der vergangenen Saison stagnierten die Leistungen Schweinsteigers, auch er konnte das Ruder beim strauchelnden Rekordmeister nicht herumreißen und wurde dafür teilweise hart kritisiert.

[kaltura id="0_joenqm3h" class="full_size" title="Schweinsteiger warnt vor hohen Erwartungen"]

Zuletzt hatte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer mehr Führungsqualitäten von Schweinsteiger verlangt.

"Ich weiß, dass ich schon lange dabei bin und die Mannschaft führen muss", erklärte Schweinsteiger: "Aber alles hängt davon ab, ob die Mannschaft auch erfolgreich ist."

Hoffnungsträger Heynckes

Neben den neuen Spielern setzt Schweinsteiger vor allem große Hoffnungen auf Jupp Heynckes. "Er bringt sehr viel Ruhe in den Verein", sagte Schweinsteiger, der Heynckes den Positionswechsel von der Außenbahn ins zentrale Mittelfeld verdankt. (BERICHT: Heynckes mit Kampfansage)

Als der 66-Jährige nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann 2009 die Mannschaft fünf Spieltage vor Schluss übernahm, beorderte er Schweinsteiger in die Zentrale.

Heynckes und das Team holten damals noch souverän den zweiten Platz.

BVB, Bayer und S04 als härteste Konkurrenten

Nun soll mit Heynckes endlich wieder die Meisterschale nach München kommen. Dortmund, Leverkusen und Schalke sieht Schweinsteiger als härteste Konkurrenten, auf Kampfansagen verzichtet er aber.

"Wenn wir auf uns schauen und wieder kompakter stehen, dann führt kein Weg an uns vorbei. Dann wird es schwer, uns zu schlagen", sagte er selbstbewusst.

Und wenn möglich, soll auch noch mehr gehen. Schweinsteiger hofft auf den ersten internationalen Titel seiner Laufbahn "Natürlich wäre es ein Traum, die Champions League zu gewinnen", sagte Schweinsteiger: "Aber wir müssen uns erstmal qualifizieren."

Die Qualifikationsrunde zur Champions League (16./17. und 23./24. August) ist eine Hürde, die die Bayern um jeden Preis nehmen müssen.

Respekt vor Braunschweig

Genauso wie die erste Runde im DFB-Pokal, wo die Bayern am 1. August - Schweinsteigers 27. Geburtstag - bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig ran müssen. Ein Los, das Schweinsteiger durchaus Respekt einflößt.

"Mein Bruder hat in Braunschweig gespielt, ich war dort und habe mir Spiele angeschaut", erzählte Bayerns Nummer 31: "Sie leben von ihren Fans, das wird kein einfaches Spiel. Da müssen wir alles abrufen."

Somit stehen für Schweinsteiger und die Bayern schon zwei Titel auf dem Spiel, bevor die Saison überhaupt richtig begonnen hat.

All zu lange muss der Vize-Kapitän also nicht mehr warten, um seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen.

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