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Manuel Neuer wurde mit Deutschland 2010 in Südafrika WM-Dritter © imago

Der FC Bayern beschwört bei der Saisoneröffnung die eigene Stärke. Manuel Neuer beeindruckt, die "Abteilung Attacke" ist zurück.

Vom FC Bayern berichtet Matthias Becker

München - Dass die Dinge beim FC Bayern wieder in den Bahnen verlaufen, in denen Präsident Uli Hoeneß sie gerne sieht, war am Samstag an einem leeren Stuhl zu erkennen.

Bei der Pressekonferenz der Vereinsbosse zur Saisoneröffnung wäre noch ein Plätzchen auf dem Podium frei gewesen neben Finanzchef Karl Hopfner, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, Sportdirektor Christian Nerlinger und Trainer Jupp Heynckes. 425548(DIASHOW: Saisoneröffnung des FC Bayern)

Doch Hoeneß bevorzugte einen Platz außerhalb des Rampenlichts, hinter den TV-Kameras stehend verfolgte er die Gesprächsrunde.

Denn das Gesagte war auch so ganz in seinem Sinne: Die Bayern nehmen nach einem Jahr der hausgemachten Probleme - ob van-Gaal-Streit oder Fan-Proteste - wieder die Gegner ins Visier.

"Bundesliga von Beginn an dominieren"

"Wir müssen uns wieder mehr mit den anderen beschäftigen als mit uns selbst", hatte Hoeneß noch am Samstagmorgen in der "tz" gemahnt. Die Kollegen setzten den Wunsch des Präsidenten sogleich um.

"Wir müssen die deutsche Meisterschaft wieder nach München holen", forderte Rummenigge und erinnerte sich: "In der vergangenen Saison sind wir immer hinter der Musik hergelaufen. Wir müssen am ersten Spieltag gleich ein Ausrufezeichen setzen."

Nerlinger ging sogar noch einen Schritt weiter. "Ich hoffe, dass wir die Bundesliga von Beginn an dominieren werden", sagte er.

Das war Rummenigge dann doch ein wenig zu viel "Abteilung Attacke", er griff korrigierend ein: "Es ist nicht wichtig, dass wir dominieren. Entscheidend ist, dass wir wieder um den Titel mitspielen."

BVB und Leverkusen als Konkurrenten

Bei den Spielern rennen sowohl Rummenigge als auch Nerlinger offene Türen ein. "Wir sind hungrig darauf, Titel zu gewinnen", versicherte Kapitän Philipp Lahm. Bastian Schweinsteiger ergänzte:

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"Wenn man hier spielt, muss man immer Meister werden. Es wäre schön, wieder auf dem Rathausbalkon zu stehen und die Meisterschale zu präsentieren."

Als stärkste Rivalen wurden unisono Titelverteidiger Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen ausgemacht.

Heynckes will an Balance arbeiten

Wie gut, dass der Erfolgstrainer von Bayer jetzt wieder ein Bayer ist - und alle Wünsche der titelhungrigen Münchner erfüllen soll. Heynckes lässt sich durch die hohe Erwartungshaltung aber nicht nervös machen.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Erfolg realisieren können, den sich alle wünschen", beteuerte der Coach. Die Mannschaft sei "sehr kompetitiv" und, "den einen oder anderen Transfer" vorausgesetzt, sogar "noch besser als in der Vergangenheit", erklärte Heynckes.

[kaltura id="0_od17hond" class="full_size" title="Bayern bl st zur Attacke"]

Der "richtige Mann, am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt" (Zitat Rummenigge), sieht seine Aufgabe vor allem darin, eine "bessere Balance zwischen Offensive und Defensive finden."

Neuer startet mit Glanzparaden

Die wird alleine schon durch die Neuverpflichtungen wahrscheinlicher. Mit Rafinha und Torwart Manuel Neuer haben die Bayern die Defensive deutlich aufgewertet, das war beim Showtraining vor knapp 30.000 Zuschauern in der Allianz Arena schon zu sehen. (BERICHT: Warmer Empfang für Neuer)

Gleich beim ersten Trainingsspiel zeigte Neuer mit Glanzparaden gegen Mario Gomez, Arjen Robben und Thomas Müller, dass er seinen Ruf als kommender Welttorhüter in München untermauern will und hielt sein Tor sauber. Lediglich beim anschließenden Elfmeter-Spaß wurde er von einem glücklichen Fan überwunden.

Die Herzen der Fans hat Neuer schon erobert und viel Sonderapplaus geerntet. "Ich war angespannt, und wusste nicht genau, was mich erwartet. Jetzt bin ich schon etwas erleichtert", sagte Neuer im Gespräch mit SPORT1. (VIDEO: Manuel Neuer im SPORT1-Interview)

Hoeneß träumt in der "Bild am Sonntag" bereits davon, "dass Manuel zehn Jahre hier ist. Er ist jetzt im selben Alter wie Kahn, als er 1994 zu uns kam."

Nur Innenverteidigung genießt oberste Priorität

Damit Neuer aber auch nicht zu viel Arbeit bekommt, wollen die Bayern auf dem Transfermarkt noch zuschlagen, das Interesse an Jerome Boateng (Manchester City) und Arturo Vidal (Bayer Leverkusen) ist weithin bekannt. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Nur der Transfer eines zentralen Abwehrspielers genießt beim Rekordmeister aber oberste Priorität. Sollte man sich mit ManCity nicht über Boateng einigen, werde man "in der Innenverteidigung alternativ auf jeden Fall etwas machen", versicherte Rummenigge. Die Personalie Vidal könne man zur Not auch aussitzen.

"Die Kollegen in Westdeutschland oder England sollten ihre Preisvorstellungen nicht zu hoch ansetzen", schickte Rummenigge eine letzte Spitze hinterher.

Uli Hoeneß nahm es mit Wohlwollen zur Kenntnis.

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