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Andreas Wolf absolvierte 175 Bundesligaspiele für den 1. FC Nürnberg © getty

Der Bremer Neuzugang nimmt bei Werder Bremen gleich eine Führungsrolle an - notgedrungen. Marko Arnautovic gelobt Besserung.

Von Jakob Gajdzik

München/Norderney - Neue Beine braucht das Land.

Nirgendwo anders gilt das momentan so sehr, wie beim SV Werder Bremen.

Insofern konnte sich Bremens Neuzugang Andreas Wolf im Trainingslager auf Norderney als eine Art Heiland bei seinem neuen Verein fühlen - und war doch alleine. (Sommrfahrpläne: Von Bremen bis Augsburg)

Nach dem neuesten langfristigen Ausfall von Mikael Silvestre, der mit einem Knorpelschaden im Knie ebenfalls monatelang fehlen wird, schrillen bei Werder die Alarmglocken.

Notstand in der Defensive

"Wir sind absolut unterbesetzt, weil wir einfach zu viele Verletzte haben", klagte Per Mertesacker jüngst in der "Bild". Auch Trainer Thomas Schaaf warnte, dass Werder die Ziele nicht erreichen werde, sollte personell nicht nachgebessert werden.

Somit war die Verpflichtung des ehemaligen Kapitäns des 1. FC Nürnberg bitter notwendig.

Denn: In der Verteidigung der Bremer herrscht Notstand: Mit Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl, Sebastian Boenisch und nun Silverstre fällt beinahe die komplette Abwehr aus.

Mertesacker und Prödl befinden sich zwar wieder in der Reha, doch besonders die Zukunft von Naldo, dessen malades Knie immer noch Rätsel aufgibt, sowie die von Boenisch und Silvestre (beide Knorpelschaden), steht in den Sternen.

Wolf sofort in Führungsrolle

Wolf ist also von Anfang an gefragt - und das gleich in der Führungsrolle, die er bereits beim Club inne hatte.

Dass er problemlos in genau diese Rolle schlüpfen könnte, war auch ein Grund, warum Manager Klaus Allofs den 175-fachen Bundesligaspieler an die Weser lockte.

"Andreas ist ein erfahrener Spieler und muss nicht ein halbes Jahr warten, bis er sich zu Wort meldet", sagt Allofs über seinen Neuzugang.

[kaltura id="0_fktvzm6g" class="full_size" title="Werder und der neue zil"]

"Charakterlich ein wichtiger Baustein"

"In der Abwehr haben wir nun eine wichtige Verstärkung, die wir in unserer Situation auch benötigen. Dazu haben wir einen Spieler ablösefrei bekommen, der als Kapitän eines Bundesligateams bereits unter Beweis gestellt hat, dass er charakterlich ein wichtiger Baustein einer Mannschaft sein kann", ergänzte der 54-Jährige.

Wolf selbst zeigt sich über den Wechsel ebenfalls zufrieden: "Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat. Es ist sportlich ein Schritt nach vorne. Werder ist ein Top-Verein?, sagte der 29-Jährige, der am Sonntag den Medizincheck und danach gleich das erste Training mit den neuen Kollegen absolvierte.

Selbst, wenn sich das Abwehr-Lazarett lichtet, ist dem Verteidiger vor der Konkurrenzsituation nicht bange: "Ich muss mich nicht verstecken und werde Paroli bieten", gibt sich Wolf trotz der mit Nationalspielern gespickten Werder-Deckung selbstbewusst.

Doch diese muss zunächst wieder auf die Beine kommen.

Wiedersehen mit Ekici

Wolf unterschrieb zunächst für zwei Jahre bei den Grün-Weißen, mit einer Option für ein weiteres Jahr

Auf Norderney trifft Wolf auf einen alten Bekannten, mit dem er bereits vergangene Saison erfolgreich zusammenspielte.

Werder-Neuzugang Mehmet Ekici, vor der Saison für fünf Millionen vom FC Bayern an die Weser gekommen, aber letztes Jahr in Nürnberg als Leihspieler stationiert. Mit den beiden Ex-Franken soll es für Werder nach der verkorksten letzten Saison und Platz 13 wieder nach oben gehen.

Arnautovic gelobt Besserung

Quasi als weiterer Neuzugang soll - und vor allem will - Marko Arnautovic fungieren.

"Es ist viel über mich geschrieben worden. Ich habe im letzten Jahr die Geschichten dazu geliefert. Das ist eindeutig meine Schuld. Ich will mich ändern", sagte der 22-Jährige dem "kicker".

Neben einer sportlich enttäuschenden Saison mit lediglich drei Treffern in 25 Einsätzen, fiel der österreichische Nationalstürmer vor allem durch Eskapaden und Lustlosigkeit auf.

"Jetzt ist eine neue Saison. Ich spüre das Vertrauen vom Klub, vom Trainer und vom Manager und will einen Neustart", gelobt Arnautovic zur kommenden Saison Besserung.

Es bleibt abzuwarten, ob er diese Aussagen auch bestätigen kann.

Abwanderungs-Gerüchte um Werder-Duo

Ob die Bremer noch Abgänge zu befürchten haben, ist ebenfalls noch offen. Immer noch halten sich die Gerüchte, dass der VfL Wolfsburg am Werder-Duo Tim Wiese und Marko Marin dran ist. (316092DIASHOW: Die Wechselbörse).

Konkrete Anfragen gäbe es allerdings noch nicht, wie auch Allofs via "kicker" verlauten ließ.

Und auch Marin und Wiese wollten sich nicht weiter zu diesem Thema äußern, erklärten beide unisono, sich nicht an Spekulationen beteiligen zu wollen.

Denn wenn Werder etwas nicht braucht, dann sind es weniger Beine.

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