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Manuel Neuer wechselte für 18 Millionen von Schalke 04 zum FC Bayern München © imago

Es ist die Szene, die Bayern-Fans noch immer aufregt. Neuer äfft in der Allianz Arena den Kahn-Jubel nach. SPORT1 hakt nach.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Einmal ließ er die Mundwinkel hängen und hob die Arme, um sie enttäuscht fallen zu lassen.

Im Trainingsspiel hatte Jörg Butt einen langen Ball geschlagen, Daniel van Buyten sich verschätzt.

Manuel Neuer sprang unter dem Ball hindurch - Mario Gomez hielt seinen Kopf hin, der Ball landete im Netz.

Es war das einzige Tor im Trainingsspiel am Dienstagmorgen auf dem Platz in Arco am Gardasee, wo sich der FC Bayern auf die neue Saison vorbereitet 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino).

Respekt vor der Nummer eins

Neuers erster Patzer für seinen neuen Arbeitgeber nervte ihn. Ansehen kostet er ihn nicht. Im Gegenteil: Der Neuzugang von Schalke 04 genießt hohen Respekt bei den Mitspielern.

Dass der 25-Jährige den Großteil seiner Mitspieler schon von der Nationalmannschaft kennt, erleichtert ihm die Eingewöhnung.

Schon jetzt strahlt Deutschlands Nummer eins Ruhe aus, packt beherzt zu und versucht, sein typisch schnelles Umschalten einzusetzen - Neuer wird dem deutschen Rekordmeister Sicherheit verleihen.

"Ich war schon gefrustet nach dem Gegentor, aber nach dem Mittagessen war das schon wieder gegessen", schmunzelt Neuer anschließend beim Pressetalk in kleiner Runde.

Auf SPORT1-Nachfrage spricht der Keeper auch erstmals über die Eckfahnen-Aktion, mit der er im April 2009 augenscheinlich Oliver Kahn verhöhnte und die ihn in München viele Sympathien kostete.

Manuel Neuer über...

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die ersten Tage als Bayern-Torwart:

Es ist nach dem Urlaub immer schwer, wieder reinzukommen. Aber von der Fitness klappt es sehr gut. Die Farben sind noch ungewohnt für mich, die Mannschaft ist noch neu. Wir sind dabei, uns kennen zu lernen. Ich denke jedoch, dass das relativ schnell geht.

Unterschiede zu Schalke:

Hier ist alles ein bisschen größer, ein Tick professioneller. Ich habe jederzeit Leute um mich, die fragen, ob sie noch etwas für mich machen können. Alle wollen sich kümmern. Ich kann nur sagen, dass ich mich wohlfühle.

die Erwartungserhaltung:

Vergleiche mit Oliver Kahn sind eine Ehre für mich. Ich konzentriere mich aber jetzt nur auf mich, jeden Tag zu nutzen, um mich zu verbessern. Und ich hoffe, dass ich der Mannschaft damit weiterhelfen kann.

[kaltura id="0_xaiquadm" class="full_size" title="Mit Neuer nach ganz oben"]

den warmen Empfang bei der Saisoneröffnung:

Ich habe Schalke viel zu verdanken, den Abschied zu formulieren fiel mir nicht leicht. Es lastete ein großer Druck auf mir und ich denke, dass mich die Leute dort auch nicht vergessen werden. Den Empfang in München habe ich so nicht erwartet. Dass es so positiv wird, hätte ich nicht gedacht. Es war schön, den Rasen mit dem Gefühl zu verlassen, dass alles gut gegangen ist 425548(DIASHOW: Saisoneröffnung des FC Bayern).

Erinnerungen an Schalke:

Ich werde Schalke nie vergessen. Es ist der Verein, wo ich herkomme. Doch jetzt habe ich eine neue Aufgabe, bin Spieler des FC Bayern und Profi 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Höwedes als seinen Nachfolger als Kapitän auf Schalke:

Damit haben die Verantwortlichen die richtige Entscheidung getroffen. Benni wäre auch meine erste Wahl gewesen.

seinen Torwarttrainer Toni Tapalovic:

Er hat auf Schalke mit mir Einzeltraining gemacht, wenn es angebracht war. Das hat kaum jemand mitbekommen. Uns verbindet der gleiche Torwartstil. Er hat viel analysiert und wir haben viel darüber gesprochen, wie ich mich verbessern kann.

seinen Torwartstil:

Ich bin ein Torwart, der gerne mitspielt und auch mal einen Fehler der Abwehr ausbügelt - ähnlich wie Lehmann oder van der Sar. Mir ist bewusst, dass ich dadurch ein hohes Risiko gehe. Mein Ziel ist einfach, so wenig Gegentore wie möglich zu kassieren.

den folgenschweren Eckfahnen-Jubel vom 7. März 2009:

Es war keine Aktion, die gegen Oliver Kahn oder Bayern München gerichtet war. Hamit Altintop schießt, ich halte den Ball, der Schiri pfeift ab. Da hatte ich einen Blackout und bin zur Eckfahne gerannt. Ich hatte mir das nicht vorgenommen, das war spontan und ich konnte das nicht richtig steuern. Damals war ich aber auch noch jung (lacht).

die "Buerschenschaft":

Die "Buerschenschaft" ist keine Ultra-Gruppierung, sondern einfach eine Gemeinschaft von ganz normalen Jungs, von Freunden, die in Buer zusammen aufgewachsen sind. Das Ganze hat nichts mit Schalke und mit Fußball zu tun. Mir ist auch keine Mitgliedschaft aufgekündigt worden, weil es keine gibt. Von daher ist das Schwachsinn.

Konkurrenz in der Liga:

Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen werden ein Wörtchen mitreden. Vielleicht auch Stuttgart, Wolfsburg oder auch Schalke.

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