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Ivica Olic absolvierte seit 2009 insgesamt 35 Spiele für den FC Bayern © getty

Ivica Olics Knie war komplett kaputt - nach acht Monaten feierte er sein Comeback. Bei SPORT1 spricht der Kroate über sein Wunder.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Der Rahmen war nicht würdig.

Das Stadion in Arco war am Mittwochabend nur mit 2500 Zuschauern gefüllt, die Bayern-Fans zeigten sich nervös wegen Manuel Neuer - ebenso wie die Bosse (Bericht) .

Ivica Olic war das aber völlig egal: Er feierte beim 15:0-Testspielsieg im Rahmen des Trainingslagers am Gardasee gegen eine Trentino-Auswahl sein Comeback - nach acht Monaten Verletzungspause.

"Es war mein größter Sieg", sagte der Kroate danach im Gespräch mit SPORT1 überglücklich.

Olic trifft nach fünf Minuten

Der Schweiß rann ihm von der Stirn und es war nicht zu erkennen, ob bei diesen Worten nicht vielleicht doch auch eine Träne mitgeflossen ist. 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino)

In der 60. Minute wurde Olic für Toni Kroos eingewechselt - ein emotionaler Moment für den 31-Jährigen.

Nur knappe fünf Minuten später streckte der Publikumsliebling seine Arme bereits zum Torjubel hoch. Es war lediglich ein Abstauber, nur der Treffer zum 11:0 - für Olic der perfekte Augenblick.

"Ein super-geiler Tag"

An Spielfreude hat er während seiner langen Reha-Phase nichts eingebüßt.

Er kämpfte, dribbelte und lief wie man ihn kennt und wie ihn die Fans lieben. Einmal kreuzte er noch alleine vor dem gegnerischen Tor auf, setzte seinen Linksschuss aber Zentimeter neben den rechten Pfosten.

Sei's drum: "Ich bin sehr glücklich - ein super-geiler Tag. Die Belastung war bei diesem Gegner natürlich nicht viel höher als beim Training - aber es war ein Spiel!", fasste Olic zusammen.

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Lange Leidenszeit

"Diese Leistung ist für alle ein Sieg. Für mich, aber auch für das Physio-Team, das mit mir gearbeitet hat. Wir haben uns alle belohnt", strahlte er, um dann wieder etwas nachdenklicher nachzuschieben: "Es war eine sehr schwere und lange Zeit."

Rückblende: Am zehnten Spieltag der vergangenen Saison stand er noch im Kader für das Heimspiel gegen den SC Freiburg. Olic kam nicht zum Einsatz, stapfte mit ungewohnt ernster Miene aus der Allianz Arena.

Er wusste, was ihm blüht: Die Ärzte hatten einen Knorpel- und Meniskusschaden diagnostiziert, für Profisportler ein Drama, die Schmerzen waren allgegenwärtig.

Eingriff bei "Onkel Steadman"

Lange hatte Olic auf die Zähne gebissen. Erst als er nach dem Training nicht mal mehr beschwerdefrei gehen konnte, stimmte er einer Operation in den Vereinigten Staaten bei Dr. Richard Steadman zu.

[kaltura id="0_ele2f0nm" class="full_size" title="Robben Blo nicht hinterherlaufen "]

Der Eingriff beim "lieben, netten Onkel Steadman" (Olic) verlief gut, die Angst um die Karriere blieb.

Nach der OP begann der Wiederaufbau des lädierten Knies. Krücken wurden zu Olics ständigen Begleitern. Acht Stunden täglich sollte er sein Bein zudem in eine Bewegungsmaschine stecken. Ein Horror für den Mann mit der Pferdelunge.

Training im Urlaub

Diszipliniert und ehrgeizig absolvierte der Offensivakteur sein Programm. "Das war das schlimmste. Ich habe versucht zu lesen oder sogar zu darin zu schlafen", erinnert sich Olic. Aber er haderte nicht, sondern schuftete und schuftete mehr als je zuvor in seiner Karriere.

Nach einer erneuten Untersuchung in den USA im Januar startete er Spinning-Einheiten, ehe er im Frühjahr wieder mit dem Lauftraining begann. Selbst im Familienurlaub mit seiner Frau und den drei Kindern ruhte er sich nicht aus, sondern zog straff seine Übungen durch.

Im Verein wurde er nie vergessen - und Jupp Heynckes hat den ?Neuzugang? auf dem Zettel. Bislang hat Olic noch unter jedem Trainer regelmäßig gespielt.

Gute Perspektiven

Je nachdem wie sich Sturmkollege Nils Petersen akklimatisiert, ist er erster Ersatzmann, sollte Mario Gomez eine Auszeit bekommen. Auch auf dem linken Flügel fühlt er sich wohl. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Olics Perspektiven sind gut und erleidet er keinen Rückschlag, steht einer Verlängerung seines Vertrages, der am Saisonende ausläuft, sicher nichts im Weg.

Aktuell verschwendet der Linksfuß daran aber noch keinen Gedanken. Bei ihm überwiegt die Erleichterung. "Ich hatte keine Probleme, keine Schmerzen und ich hoffe, dass es so weitergeht", sagt er.

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