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Manuel Neuer (M.) wechselte von Pokalsieger Schalke 04 zum FC Bayern © imago

Das Transparent gegen den Star-Keeper sorgt weiter für Wirbel - der Klub reagiert. SPORT1 beleuchtet ein Problem, das keines ist.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Das Transparent der Fangruppierung "Inferno Bavaria" hing nur fünf Minuten.

"Du kannst auch noch so viele Bälle parieren. Wir werden dich nie in unserem Trikot akzeptieren", stand darauf geschrieben (Bericht).

Gegen wen es ging, war klar: Manuel Neuer, den nur noch bei einigen Fans umstrittenen Neuzugang des FC Bayern von Schalke 04.

Am Zaun der Gegengeraden des kleinen Stadions in Arco vor dem Anpfiff zum ersten Testspiel in dieser Saison gegen eine Trentino-Auswahl war es platziert.

Übertriebene Aufmerksamkeit

Da rund 100 Journalisten inklusive Fotoapparaten und TV-Kameras direkt gegenüber saßen, erfährt es nun eine übertriebene Aufmerksamkeit.

Dass diese nachhaltig ist, darf jedoch stark bezweifelt werden. Das Neuer-Problem ist eigentlich keines.

Dennoch sah sich der Verein am Tag danach veranlasst, noch einmal klar Stellung zu beziehen. 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino)

Der Klub distanziert sich

"Der FC Bayern distanziert sich sowohl von dem Plakat gegen Manuel Neuer als auch von den Akteuren dieser kleinen Gruppierung. Wir möchten ferner darüber informieren, dass es sich hierbei um eine sehr kleine, beim FC Bayern nicht registrierte Gruppierung handelt", hieß es in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Aufgrund der Vorkommnisse in Arco sind die Personen dieser Gruppierung beim FC Bayern München ab sofort "Persona non grata"."

SPORT1 beleuchtet die Gesamtlage:

[image id="5b5f0abf-6473-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

So sehen es die Bayern-Bosse:

Als Präsident Uli Hoeneß von der Plakat-Aktion im Auto erfuhr, war er "not amused", um es vorsichtig zu formulieren.

Manuel Neuer ist Bayerns "Königstransfer", wie Sportdirektor Christian Nerlinger gerne sagt. Er genießt hohe Wertschätzung und seine Fähigkeiten sind genau die, die den Münchnern in der Vergangenheit gefehlt haben.

Seine Verpflichtung war ein echter Coup - die Verantwortlichen nehmen Anti-Neuer-Aktionen deshalb persönlich und verurteilen sie aufs Schärfste.

So sehen es die Spieler:

Thomas Müller sagt zu SPORT1: "Wir haben das Plakat natürlich gesehen, es war ja auch nicht gerade klein. Aber es hat uns noch nie interessiert. 99 Prozent oder noch mehr geben ihm Unterstützung. Die Stimmung ist pro Manuel - und das auch zu Recht. Menschlich hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Es ist sicher nicht angenehm für ihn, aber ich glaube nicht, dass er sich einen Kopf macht."

[kaltura id="0_0km8klm1" class="full_size" title="Reaktionen zur Anti Neuer Aktion"]

Das Thema wird in der Mannschaft nicht so hoch gehängt.

In dieser Phase wird deutlich: Alle Bayern-Profis, größtenteils kennen sie Neuer bereits lange aus der Nationalmannschaft, stehen hinter ihrem Keeper.

Mario Gomez schwärmt von dessen Charakter: "Es ist nicht schwer, mit ihm gut auszukommen", sagt er. Superstar Arjen Robben ist begeistert von dem Transfer: "Er ist ein herausragender Spieler und wir sind froh, dass er bei uns ist."

Das sagt Neuer:

Den FC Schalke wird er immer im Herzen tragen, das ist klar und verständlich. Es ist der Verein, der ihn groß gemacht hat. Dennoch: Für ihn ist das Kapitel endgültig abgehakt und er will nach vorne blicken. "Ich will mich in München sportlich und persönlich weiterentwickeln", hat er sich vorgenommen. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Den Jubel mit der Eckfahne im März 2009, mit der er die Bayern-Fans gegen sich aufbrachte, weil er damit augenscheinlich Oliver Kahn verhöhnte, bereut er inzwischen. "Ich konnte das nicht so richtig steuern, es war ein Blackout", erklärte er auf SPORT1-Nachfrage (Bericht).

Das sagt der SPORT1-Bayern-Reporter:

Die Faktenlage spricht klar für Neuer: Von der großen Wirkung des Transparents sollte sich niemand täuschen lassen. Seine Gegner im Bayern-Block sind eine verschwindend geringe Minderheit. Eigentlich nicht der Rede wert.

In diesen Tagen wird oft verschwiegen, dass Neuer, wenn er den Trainingsplatz betritt oder eine seiner Klasse-Paraden zeigt, von der Mehrheit frenetisch bejubelt wird. Das wird auch in der Allianz Arena so sein, was bereits die Saisoneröffnung gezeigt hat.

Neuer ist ein Profi durch und durch, er ist Deutschland die klare Nummer eins. Die ganze Welt beneidet den FC Bayern um diesen Torwart, weil er mit seinem ganz eigenen modernen Stil eine Ära prägen wird.

Schon in ein paar Wochen wird niemand mehr von einigen Unverbesserlichen sprechen, sondern von seiner Leistung schwärmen.

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