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Robben (l.) erzielte in 38 Bundesliga-Spielen für Bayern 28 Tore © getty

Sie sind Genies und machen den Unterschied im Spiel des FC Bayern. Erstmals sind beide in der Sommervorbereitung fit.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Der eine hat wieder Spaß, der andere schiebt freiwillig extra Schichten.

Franck Ribery und Arjen Robben absolvieren in diesem Jahr am Gardasee erstmals gemeinsam ein Sommertrainingslager 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino) - und sind dabei hochmotiviert.

Die Chancen stehen gut, dass beide Superstars des FC Bayern zu Saisonbeginn in der Startelf 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele) stehen.

Bislang war das ein Luxus für die Münchner, denn zu oft wurden beide von Verletzungen außer Gefecht gesetzt.

Robben mit Vorbereitung zufrieden

In der vergangenen Saison war Robben aufgrund eines Lochs im Oberschenkelmuskel die komplette Hinrunde ausgefallen, Ribery immer wieder von kleineren Blessuren zurückgeworfen worden.

"Die Vorbereitung ist für mich persönlich sehr wichtig", betont Robben auf SPORT1-Nachfrage. "Ich habe ein gutes Gefühl, fühle mich sehr wohl, das Training geht mir gut ab. Ich hoffe, es geht so weiter."

SPORT1 sprach auch Ribery auf seinen Gefühlszustand an: "Natürlich bin ich froh. Das Trainingslager verläuft gut, die Atmosphäre ist auch gut. Ich selbst fühle mich fit. Ich habe wieder Spaß."

Ribery braucht einen freien Kopf

Der Fun-Faktor ist beim Franzosen entscheidend. Unter den strengen taktischen und disziplinarischen Vorgaben unter Trainer Louis van Gaal hatte er gelitten.

"Es war eine schwere Zeit für mich. Ich muss frei im Kopf sein für mein Spiel - das brauche ich", sagt der 28-Jährige.

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Bei Jupp Heynckes hat er ein gutes Gefühl: "Mit ihm kann ich reden, ich brauche seinen Vertrauen und er meines. Aber insgesamt arbeitet die Mannschaft gut, der Trainer versteht uns."

Dass der Coach angekündigt hat, dass sich "jeder in den Dienst des Teams stellen" müsse und niemand Sonderrechte bekäme, stört "Robbery" nicht weiter. "Das ist für mich nichts Neues", winkt Robben ab.

Statistik spricht für "Robbery"

In dieser Saison will er nichts dem Zufall überlassen. Nach den schon enorm schweißtreibenden täglichen Einheiten legt er noch zusätzliche Krafteinheiten ein.

[kaltura id="0_0km8klm1" class="full_size" title="Reaktionen zur Anti Neuer Aktion"]

"Ich will eine gute Vorbereitung machen, um richtig fit zu sein. Mein Ziel ist es, eine ganze Saison verletzungsfrei durchzuspielen", stellt er entschlossen klar. Dass auch Ribery momentan beschwerdefrei ist, hat der Niederländer mit Freude zur Kenntnis genommen.

Wie wertvoll die beiden im Zusammenspiel sind, weiß jeder. Allein ihre Präsenz lässt Gegner zittern - zudem spricht die Statistik für sie.

In zwei Jahren standen sie gerade einmal 37 Mal zusammen auf dem Feld. Die Bilanz in diesen Partien: 25 Siege, vier Unentschieden, acht Niederlagen.

Sachlichkeit und Dialog

Beide verbindet jedoch auch eine neue Sachlichkeit. Ihnen ist bewusst, dass sie in der kommenden Saison mehr Verantwortung übernehmen müssen.

"Ich will meine Meinung einbringen, das habe ich schon nach dem Weggang von Mark van Bommel versucht", fügt Robben an. Ribery kann sich durch sein mittlerweile gutes Deutsch in der Mannschaft mehr Gehör verschaffen.

Der Dialog mit den Mitspielern wird eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, die Balance zwischen Abwehr und Angriff, die in der vergangenen Saison nicht stimmte, wieder zu finden.

Robben muss sich mit Neuzugang Rafinha abstimmen, der auf der rechten Abwehrseite gesetzt ist. "Er ist ein aggressiver und sehr guter Spieler, aber vieles ist noch neu", sagt der 27-Jährige.

Blindes Verständnis mit Lahm

Den Luxus, mit Weltklasse-Außenverteidiger Philipp Lahm ein Pärchen zu bilden, hat nun Ribery auf der linken Seite. Der Dribbel-Filou weiß das aus den Zeiten unter der Regie von Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klinsmann zu schätzen. "Mit ihm kann ich spielen mit Augen zu", schmunzelt er.

Die Sicherheit des Kapitäns stützt den Offensivakteur, der nicht dafür bekannt ist, gerne mit nach hinten zu arbeiten - ebenso wie Robben.

Defensivarbeit für Titel

"Rib" und "Rob" sind allerdings gewillt, sich dahingehend zu verbessern. "In der Defensive hatten wir unsere Probleme, weil wir den Gegnern zu viele Räume gegeben haben. Wir müssen künftig kompakter stehen, da müssen wir auch helfen", weiß Robben.

Er ist ein Genie auf dem Platz, doch die Champions-League-Trophäe fehlt ihm noch in seiner Sammlung. "Wir wollen vom ersten Tag angreifen", fügt er deshalb an. Und Ribery ergänzt: "Ich will eine große Saison spielen."

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