vergrößernverkleinern
Der FC Bayern München bereitet sich derzeit am Gardasee auf die neue Saison vor © getty

Den Bayern fehlt noch immer der neue Defensivchef. Heynckes erhöht vorsichtig den Druck und singt ein Loblied auf Vidal.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Die Erkenntnisse, die Jupp Heynckes bislang gesammelt hat, sind durchweg positiv.

Im Trainingslager am Gardasee arbeitet er mit seinem FC Bayern an den Grundlagen für eine möglichst erfolgreiche Saison. 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino)

"Die Mannschaft arbeitet hervorragend mit. Die Einheiten sind intensiv, umfangreich und einfach super absolviert worden", fasste der 66-Jährige seine Eindrücke am Freitag gegenüber SPORT1 zusammen.

Etwas stört die Vorbereitung des Altmeisters jedoch, denn der neue Abwehrchef fehlt weiterhin.

Boateng in der Warteschleife

Dass die Münchner noch einen qualitativ hochwertigen Innenverteidiger verpflichten wollen, steht außer Frage. "Wir alle sehen die Notwendigkeit", hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei seinem Besuch im Trentino zuvor noch einmal klargestellt.

Daniel van Buyten wird die Rolle des Abwehrchefs offenbar nicht mehr zugetraut, Breno ist fernab von allem. Fakt ist bislang nur, dass noch niemand da ist.

Wunschkandidat Jerome Boateng hängt in der Warteschleife. Die Gespräche um die Ablösesumme mit Manchester City, das sich seit Tagen nicht bewegt, stocken. Wertvolle Zeit, in der sich der Neue schon mit seinen Kollegen abstimmen sollte, geht verloren (BERICHT: Rummenigges "Tobsuchtsanfall" und Ärger mit ManCity).

Alex wird wieder interessant

Die komplette Vorbereitung hat den Schwerpunkt Defensivarbeit, in der Rückwärtsbewegung offenbarten die Bayern zuletzt die größten Schwächen, die zentrale Figur in der Hintermannschaft, der an der Seite von Holger Badstuber spielen soll, ist eminent wichtig.

[image id="39564a49-6473-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Das ist kein normaler Prozess. Wenn die Saison mit einigen englischen Wochen beginnt, haben wir nicht mehr die Möglichkeit so intensiv zu trainieren wie jetzt", weiß Heynckes. Noch sei er "ganz ruhig", doch habe er bereits auch Alternativen im Kopf.

Bewegt sich zwischen den Engländern und Münchner Bossen bis Anfang nächster Woche nichts, werden wohl die Bemühungen um Verteidiger Alex vom FC Chelsea intensiviert.

Musterbeispiel Ricardo Carvalho

Das Anforderungsprofil für den neuen Mann ist anspruchsvoll, so wie Heynckes es formuliert (BERICHT: "Rib" und "Rob" sind heiß auf eine große Saison).

"Ein Innenverteidiger muss Sicherheit und Ruhe ausstrahlen, er braucht Souveränität, muss handlungsschnell und in der Spieleröffnung gut sein", betonte er und nannte im gleichen Atemzug Real-Star Ricardo Carvalho als Musterbeispiel.

Ob Boateng oder Alex die Erwartungen überhaupt erfüllen können? Oder gibt es noch einen Mister X, den der deutsche Rekordmeister aus dem Hut zaubert?

[kaltura id="0_vvl89mib" class="full_size" title="Rummenigge Ich war stinksauer "]

Vidal, der Straßenfußballer

"Eine Verpflichtung von Mertesacker kann ich ausschließen", verriet Rummenigge immerhin.

Der Bremer, für den die klammen Werderaner noch eine ansprechende Summe bekommen würden, ist definitiv kein Thema an der Isar.

Er steht damit im Gegensatz zu Arturo Vidal, der unbedingt nach München kommen soll, was Heynckes nochmals bekräftigte:

"Arturo ist ein Straßenfußballer. So einen brauchst du. Er hat mir gesagt, dass er kommen will. Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, dann eben im nächsten."

Zwei sind "noch schüchtern"

Der Vertrag des Chilenen bei Bayer Leverkusen endet 2012, er wäre dann ablösefrei. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Währenddessen verläuft der Integrationsprozess der neuen Bayern, die bereits da sind, nach Plan.

"Manuel Neuer und Nils Petersen sind noch etwas schüchtern. Rafinha ist ein lockerer Typ", meinte Flügelflitzer Franck Ribery.

Neuer im "Schafkopf"-Team

Neuer kennt die meisten bereits von der Nationalmannschaft. Oft unterhält er sich mit Philipp Lahm, Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger. Zur Stammbesetzung beim "Schafkopfen", abends im Teamhotel, gehört er ebenfalls.

Petersen sucht sich noch seine Leute, fügt sich aber insgesamt gut ein - Rafinha ist ohnehin kommunikativ und ohne Scheu.

Heynckes ist begeistert. "In der Gruppe und im Trainingsbetrieb finden sie sich immer besser zurecht."

Tutto bene also in bella Italia - wenn nicht noch der Abwehrchef fehlen würde...

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel