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Breno (l.) absolvierte in der Vorsaison 13 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern © imago

Der Brasilianer ist übergewichtig und muss um seine Zukunft kämpfen. "Timo" und Alaba können mit mehr Einsätzen rechnen.

Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Auf dem Platz wird es ganz deutlich.

Während die Mannschaft Passübungen und Schusstraining in einer Hälfte des Spielfeldes gewissenhaft ausführt, befindet sich Breno in der anderen.

Der Brasilianer absolviert Individualtraining, läuft um Stangen herum oder hüpft auf einem Bein.

Langsam und behäbig wirkt das im Vergleich zu den dynamischen Bewegungen seiner Kollegen. 426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino)

Die Folgen seines Kreuzbandrisses aus dem vergangenen Jahr machen sich bei Breno noch immer im Knie bemerkbar.

Übergewicht nicht zu übersehen

Am Ende dieser Saison läuft sein Vertrag beim FC Bayern aus, kommt er nicht mehr richtig auf die Beine, war's das für ihn in München.

Noch haben die Verantwortlichen und er selbst die Hoffnung auf Besserung nicht aufgebeben.

Trainer Jupp Heynckes attestiert ihm "großes Engagement", doch auch er sieht, was offensichtlich ist.241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Der 21-Jährige hat weiterhin einige Kilo zu viel auf den Rippen. Die körperliche Konstitution eines Profis, auf die Heynckes enorm viel wert legt, ist bei ihm noch nicht im Ansatz so, wie es sich der Coach vorstellt.

Erst einmal im Team-Training

Auch Toni Kroos hatte der Altmeister schon in die Pflicht genommen. Der Youngster verstand den Hinweis, schuftete im Urlaub und kam mit breitem Kreuz zum Trainingsauftakt.

Lediglich eine Einheit konnte Breno im Trainingslager am Gardasee mit dem Team absolvieren, danach reagierte das Knie umgehend und er wurde wieder zum Einzeltraining geschickt.

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"Er muss jetzt langsam zu Potte kommen, in den Rhythmus kommen, fit sein", fordert Heynckes.

Muskulaturaufbau steht an

Der 66-Jährige glaubt: "Wenn er mal intensiv trainiert, wird er sich anders bewegen. Dann ist er schlanker, fitter und auch nicht mehr so verletzungsanfällig. Wir müssen jetzt die Muskulatur aufbauen, step by step, vorsichtig sein", mahnt er.426376(DIASHOW: Bayern-Trainingslager in Trentino)

Die Innenverteidigung ist eine sensible Position im Bayern-Gebilde. Momentan, wo der neue Abwehrchef noch fehlt, sind die Alternativen rar. Breno könnte noch nützlich sein.

Neue Leichtigkeit bei "Timo"

Anatoliy Tymoshchuk sieht Heynckes dagegen nicht als zentralen Mann in der Viererkette. "Er hat in der letzten Saison bewiesen, dass er es kann. Aber ein moderner Innenverteidiger ist er nicht", stellt er klar.

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Vor dem Ukrainer hat der Coach großen Respekt, er schwärmt in diesen Tagen oft vom Blondschopf. und ließ bereits anklingen, dass "Timo" sicher auf seine Einsätze kommen werde.

"Er ist sehr professionell, aufmerksam, setzt alles um. Dazu hat er nun eine gewisse Leichtigkeit bekommen, er macht auch mal einen Flachs", schildert Heynckes seine Eindrücke.(BERICHT: Wer stopft das Abwehrloch?)

Er will Tymoshchuk wieder so sehen, wie er noch bei Zenit St. Petersberg auftrumpfte, als er "rauf und runter gelaufen ist, Antreiber war und quasi alleine im Mittelfeld gespielt hat".

Badstuber befreit

"Fußball ist Kompetenz und Können, aber auch Selbstvertrauen", ist einer von Heynckes' Leitsätzen.

Seine Spieler - vornehmlich in der Defensive - sollen Sicherheit, Ruhe und Autorität ausstrahlen. Auch Holger Badstuber und David Alaba will Heynckes mental stärker machen.

Badstuber ist als linker Innenverteidiger gesetzt, bei ihm ist besonders auffällig, dass die Entlassung von Louis van Gaal eine Befreiung für die Mannschaft war.

Oft wurde er vor versammelter Crew angeschrien, manchmal flossen in der Kabine sogar die Tränen.

Große Pläne mit Alaba

Sein Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft, laut Heynckes muss er lernen, "die Dinge noch schneller umzusetzen". Luiz Gustavo könnte in seinen Augen ein möglicher Backup sein.

Alaba soll ebenfalls oft zum Einsatz kommen. Der Österreicher hat angekündigt, dass er sich bei Bayern durchsetzen wolle. Heynckes beordert den gelernten defensiven Mittelfeldspieler, der auch Linksverteidiger sein kann, derzeit auffällig oft auf den offensiven Flügel.

"Ich möchte, dass er bleibt", hat er eindeutig klargestellt. Mit ihm hat er noch einiges vor - im Gegensatz zu Breno.

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