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Kevin Kuranyi wechselte 2005 für 6,9 Millionen Euro von Stuttgart nach Schalke © getty

Kevin Kuranyi spricht im Sport1.de-Interview über die angespannte Situation auf Schalke - und hakt das Titel-Rennen praktisch ab.

Von Conny Konzack

München - Das vergangene halbe Jahr war nicht unbedingt das des Stürmers Kevin Kuranyi.

"Ich hätte ab und zu besser spielen können", meint der 26-Jährige im Gespräch mit Sport1.de beim Promi-Turnier von EA SPORTS (hier geht's zur EA SPORTS FIFA09-Seite) hinsichtlich seiner Leistung in der Hinrunde.

Zunächst kam er bei der Europameisterschaft im Sommer nicht über die Reservistenrolle hinaus, anschließend verlor Schalke in der Qualifikation zur Champions League das entscheidende Duell gegen Atletico Madrid.

Hinter den eigenen Ansprüchen

In der Bundesliga belegt S04 nur Platz sieben und hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher.

Das gilt auch für Kuranyi. Gerade sechs Tore in 16 Spielen stehen zu Buche sowie erst ein Treffer im UEFA-Cup.

Vor dem letzten Spiel in Hoffenheim (Sonntag, ab 16.30 Uhr LIVE) spricht Kuranyi mit Sport1.de über die Aussichten beim Tabellenführer, seine eigene Situation bei den Königsblauen und die vage Hoffnung auf ein Comeback in der Nationalmannschaft. (Hier geht's zum VIDEO des Interviews )

Sport1.de: Am Sonntag müssen Sie mit Schalke nach Hoffenheim. Hat Sie die Entwicklung des Rangnick-Teams auch so überrascht?

Kevin Kuranyi: Die haben jeden Profifußballer überrascht. Hoffenheim hat vor keinem Gegner Angst. Auch nicht vor einer großen Mannschaft wie dem FC Bayern. Sie spielen sehr schnell. Das ist guter Fußball von einer sehr jungen Mannschaft.

Sport1.de: Das Schalker Spiel dagegen gleicht in dieser Saison einer Achterbahnfahrt...

Kuranyi: Ja, es läuft nicht gut. Aber mit dem Sieg gegen Hertha haben wir Selbstvertrauen getankt. Jetzt wollen wir das letzte Spiel vor der Winterpause noch so gut wie möglich über die Bühne bringen.

Sport1.de: In den letzten Wochen stand vor allem Andreas Müller in der Kritik. Beeinflusst Sie diese Unruhe?

Kuranyi: Es war unfair, so mit dem Manager umzugehen. Er versucht, das Beste für die Mannschaft zu machen und die Fans zu verstehen. Es ist schade, dass Andreas Müller so angegriffen wurde. Wir als Mannschaft müssen erfolgreich spielen, damit so etwas nicht passiert.

Sport1.de: Wie bewerten Sie Ihre eigene Leistungsstärke in dieser Saison?

Kuranyi: Ich hätte ein paar Tore mehr schießen und ab und zu besser spielen können.

Sport1.de: Was sind denn die Gründe für die fehlende Form?

Kuranyi: Ich bin auf jeden Fall fit. Aber als Stürmer hat man schlechtere Phasen und ich hoffe, dass diese Phase schnell vorbei geht und ich meiner Mannschaft in der Rückrunde gut helfen kann.

Sport1.de: Schalke tritt jedes Jahr an, um um den Titel mitzuspielen. Was muss sich ändern, damit der Verein am Ende der Saison wirklich mal ganz oben landet?

Kuranyi: Wir müssen als Mannschaft besser auftreten, und weniger über die Meisterschaft reden. Das haben wir am Anfang sehr häufig gemacht, ich auch. Das müssen wir vergessen, Tag für Tag gut trainieren und am Wochenende Leistung bringen.

Sport1.de: Hoffenheim, Bayern und Leverkusen liefern sich ein Fernduell um die Herbstmeisterschaft. Wer schafft es?

Kuranyi: Schwer zu sagen. Alle Mannschaften, die da oben stehen, spielen sehr guten Fußball und stehen zu Recht dort. Ich hoffe aber, dass es nicht Hoffenheim schafft. Denn das würde bedeuten, dass wir gegen 1899 gewonnen oder zumindest unentschieden gespielt haben.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie aus heutiger Sicht ihre Entscheidung, vom Länderspiel gegen Russland zu flüchten?

Kuranyi: Es war ein großer Fehler, in der Halbzeitpause einfach zu gehen. Natürlich kann man darüber diskutieren. Ich habe eine Entscheidung getroffen, und die Menschen müssen versuchen, das zu verstehen. Aber ich hätte das besser machen können.

Sport1.de: Haben Sie mit Bundestrainer Joachim Löw noch mal Kontakt gehabt?

Kuranyi: Ich habe einmal mit ihm telefoniert, und er hat mich verstanden. Natürlich hatte er vorher für sich schon eine Entscheidung getroffen...

Sport1.de: Gab es von Löw das Signal für eine mögliche Rückkehr?

Kuranyi: Nein. Er hat auch ein Interview gegeben, in dem er gesagt hat, dass es unter ihm kein Zurückkommen geben kann. Aber man weiß ja nie. Es liegt an mir. Ich versuche, meine Leistung zu bringen und dann - wer weiß?

Sport1.de: Sie haben noch Familie in Stuttgart. Ihr Vater und die Eltern ihrer Frau wohnen dort. Könnte das ein Grund für Sie sein, dahin zurückzukehren?

Kuranyi: Stuttgart ist Heimat für mich. Ich bin da groß geworden, kenne viele Menschen und fühle mich dort sehr wohl. Im Moment denke ich aber nicht an einen Wechsel, weil ich mit meiner Mannschaft Erfolg haben und mich dort gut präsentieren will.

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