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Mats Hummels erzielte bislang in 88 Bundesligaspielen elf Tore für den BVB © getty

Dortmunds Abwehrchef ist im Verein unumstritten, in der Nationalelf hakt es noch. Hummels fordert vom Meister, dran zu bleiben.

Von Tobias Hlusiak

München - Verein und Nationalelf sind zwei Paar Schuhe. Das weiß auch Mats Hummels.

Trotzdem hat der Nationalspieler nun in einem Interview mit dem "kicker" festgehalten, dass er Unterschiede bei der Wertschätzung seiner Person durch Vereinscoach Jürgen Klopp und Bundestrainer Joachim Löw festgestellt habe.

"Dass mein Ansehen bei Klopp größer als bei Löw ist, kann man durchaus so sehen. Doch das ist ein Stück weit normal: Klopp sieht mich täglich, der Bundestrainer hat vor einem Länderspiel nur drei, bei einem Koppelspieltag vielleicht sechs, sieben Tage Zeit, seine Spieler kennenzulernen", sagte der 22-Jährige.

Deshalb dauere es in der Nationalmannschaft länger, "sich ein gewisses Vertrauen zu erwerben".

Stotterstart unter Löw

Der von vielen Experten vorausgesagte kometenhafte Aufstieg zur Nummer eins in der deutschen Innenverteidigung findet unter Löw bislang nicht statt.

Lange musste sich der U-21-Europameister von 2009 hinten anstellen. Erst nach der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr kam Hummels bis heute zu sieben Einsätzen, stritt mit Per Mertesacker, Arne Friedrich, Holger Badstuber und Jerome Boateng um eine der zwei Planstellen im Defensiv-Zentrum.

Dabei findet Hummels, dass er seit nunmehr "drei Jahren als Innenverteidiger mit die besten Leistungen" bringe.

Blackout in Baku

Der Nationalelf-Karriere sind schwächere Auftritte - wie beim letzten Qualifikationsspiel in Baku gegen Aserbaidschan - nicht eben zuträglich.

"Das Spiel in Baku hat mir sicherlich nicht geholfen", weiß der Dortmunder.

Unmittelbar nach der Partie hatte er auf seinem Facebook-Profil geäußert: "Ich hoffe, ich finde im Urlaub meine Passsicherheit wieder."

[kaltura id="0_jyex4sb6" class="full_size" title="BVB Hei auf neue Herausforderungen"]

In der Auswahl für das Kapitänsamt

Beim Deutschen Meister ist Hummels hingegen eine Bank. Derzeit legt der BVB im schweizerischen Bad Ragaz die Grundlagen füreine weitere erfolgreiche Spielzeit (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

Jürgen Klopp sieht im "SPORT1-Spieler der vergangenen Saison" einen Eckpfeiler seines Teams.

Der Trainer überlegt nach "kicker"-Informationen sogar, Hummels zum Kapitän zu ernennen. Auch wenn Klopp noch sagt: "Wir haben nicht den Bedarf, etwas zu ändern. Es läuft gut so." (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Stellschrauben nicht lockern

Damit dies auch so bleibt, gibt der Nationalspieler schon in dieser frühen Phase die Richtung vor, warnt seine Teamkollegen vor möglichen Nachlässigkeiten nach der Traumsaison 2010/2011.

Man müsse sehen, dass sich gewisse Stellschrauben nicht lockern, fordert Hummels. "Und wir dürfen nicht glauben, dass der Erfolg von allein kommt. Wer sich zurücklehnt, wird automatisch schlechter".

Keiner soll abheben

Dass das Credo, der Star ist die Mannschaft, auch von den Neuzugängen Ilkay Gündogan und Ivan Perisic schnell umgesetzt wird, dafür werde Klopp sorgen 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Hummels: "Der Trainer wird nicht zulassen, dass jemand abhebt. Es wird sich niemand dazu verleiten lassen, überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden. Das würde Jürgen Klopp genauso wenig dulden wie die Mannschaft."

Plan B nicht nötig

Einen Plan B, um weiterhin unberechenbar zu bleiben, benötige die Borussia laut des Ex-Münchners nicht.

"Wir haben viele Möglichkeiten, unser Spiel auszulösen. Wir handeln ja nicht immer nach demselben Muster - über die Mitte nach außen mit anschließender Flanke - sondern spielen in der Offensive sehr intuitiv. Und defensiv müssen sich die anderen etwas einfallen lassen, um an uns vorbeizukommen", sagte Hummels (BERICHT: Klopp und Dortmund "noch nicht satt").

Sollte der BVB noch einmal nur 22 Gegentore fangen, sollte er bald auch bei Joachim Löw höheres Ansehen genießen.

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