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Miroslav Klose (l.) erzielte in der letzten Saison zehn Tore © imago

Vor dem Saisonstart erklärt der Stürmer-Star bei Sport1.de, warum es beim FC Bayern momentan noch hapert und findet es äußerst schade, dass der Transfer von Mario Gomez geplatzt ist.

Von Daniel Rathjen und Christian Stüwe

München - Für Miroslav Klose ist es eine Premiere. In seinem zehnten Bundesliga-Jahr muss der Bayern-Stürmer vor einem Spiel erstmals nicht in ein Trainingslager.

Münchens neuer Trainer Jürgen Klinsmann hat die "Einkasernierung" vor Heimpartien bekanntlich abgeschafft.

"Jeder weiß wie er sich professionell vorbereiten muss, da habe ich keine Bedenken", sagt Klose. Seine Abendgestaltung vor dem Start gegen den Hamburger SV am Freitag ist schlicht:"Was essen und früh ins Bett."

Zermürbende Gedanken könnten ihm jedoch das Einschlafen erschweren. Denn beim FC Bayern hapert es noch gewaltig.ad

Die Mannschaftsteile sind noch nicht optimal aufeinander abgestimmt, der 4:3-Sieg gegen den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals war alles andere als glanzvoll.

Nationalspieler Klose hat das genau registriert und schlägt im Vorfeld des Saisonauftakts leise Alarm. "Eine Steigerung ist unbedingt notwendig", hebt der 30-Jährige auf Nachfrage von Sport1.de hervor.

"Wir müssen uns darauf besinnen, alles als Mannschaft zu machen. Wir als Stürmer sind genauso zuständig für die Defensive wie die Abwehrspieler. Umso länger wir den Ball vorne halten, desto weniger haben die hinten zu tun."

Ausfälle über Ausfälle

Das Problem bleiben die aber vielen Ausfälle. Luca Toni (Muskelprobleme), Willy Sagnol (Achillessehnen-OP), Martin Demichelis (Unterschenkelverletzung) und Franck Ribery (Reha) fallen definitiv aus.

Marcell Jansen und Tim Borowski sind zwar wieder voll belastbar, jedoch längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

"Die vielen Ausfälle sind natürlich nicht gut. Der Nachteil ist, dass wir uns als kompakte Mannschaft nicht einspielen können. Aber es ist oft so. Verletzungen gehören dazu, deshalb sind wir auf jeder Position doppelt besetzt, damit wir das kompensieren."

Um sich richtig zu finden, könne es allerdings auch noch zwei bis drei Wochen dauern.

Der Druck ist in jedem Fall immens. Und die Personaldecke dünn - vor allem im Sturm. Hinter Klose, Podolski und Toni, wenn er wieder fit ist, kommt niemand mehr.

Hoeneß: Keine neuen Spieler

Für das Pokalspiel in Erfurt hatte Klinsmann die jungen Stürmer Deniz Yilmaz und Thomas Müller nominiert. "Aber wir holen keinen neuen Spieler mehr", betont Manager Uli Hoeneß aber in der "Sport Bild".

In Erfurt spielten Klose und Podolski durch, erzielten jeweils ein Tor - kein Problem. Doch reicht die Besetzung im Sturm auch für eine Saison, in der der Rekordmeister in drei Wettbewerben möglichst lange vertreten sein will?

Klose muss nachdenken. "Wenn sich kein Stürmer verletzt, reicht es definitiv", sagt der Ex-Bremer dann. Ansonsten aber wird es eng für die großen Ziele.

Klinsi setzt auf zwei Spitzen

Zumal Klinsmann bereits angekündigt hat, "immer mit zwei Stürmern" spielen zu wollen.

Nachdem die geplante Verpflichtung von Mario Gomez nicht realisiert werden konnte (Klose: "Ich hätte mich gefreut, wenn es geklappt hätte, der FC Bayern braucht viele gute Spieler") und Jan Schlaudraff nach Hannover gewechselt ist, werden daher im Fall einer Verletzung oder einer Sperre einer der drei Stürmer schon andere taktische Varianten durchgespielt.

Generell scheint ein 4-3-3 mit zwei hängenden Spitzen, wie eben Ribery, Bastian Schweinsteiger oder Hamit Altintop denkbar.

Auch eine weitere Variante sagt Klose zu: "Ich spiele auch das 3-5-2 gerne, weil wir da mehr Unterstützung haben. Wenn wir mit Raute spielen, ist nur der Toni da. Mit einem Fünfer-Mittelfeld können wir die Bälle prallen lassen, das ist von Vorteil. Das Mittelfeld ist dann näher bei uns. Das ist nicht schlecht."

Wie auch immer der FC Bayern gegen den HSV aufläuft, Klinsmann muss nach einer vollkommen unbefriedigenden Vorbereitung jetzt Improvisationstalent beweisen.

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