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Klaus Allofs gehört seit 1999 dem Vorstand von Werder Bremen an © imago

Bremens Aufsichstrat genehmigt nicht einmal eine Ausleihe. Der Geschäftsführer will die Abwehr stärken und fordert mehr Risiko.

Bremen - Auf der Galopprennbahn fühlt sich Klaus Allofs wohl.

Beim erstmals von den Fußballern geplanten Werder-Renntag am Sonntag in Bremen-Vahr scherzte er ausgelassen mit dem zweiten grün-weißen Pferdenarren Claudio Pizarro. Einigen Spielern gab er sogar wichtige Tipps beim Wetten.

Doch mittlerweile ist Allofs das Lachen vergangen.Er darf vorerst keine neuen Spieler verpflichten. Der Aufsichtsrat des Bundesligisten habe allen Transferbemühungen einen Riegel vorgeschoben, berichtet die "Kreiszeitung Syke."

"Ich bräuchte grünes Licht, das kriege ich im Moment nicht", bestätigte Allofs. (Sommerfahrpläne: Von Bremen bis Augsburg)

Nicht einmal Ausleihen sind möglich

Selbst ein Ausleihgeschäft mit dem griechischen Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos (FC Genua) sei momentan nicht möglich, weil Allofs sein Budget ausgeschöpft habe.

Erst müssen Spieler verkauft werden, um neue verpflichten zu können. Das Problem: "Wir haben für keinen Spieler ein Angebot vorliegen", sagte Allofs.

Zuletzt wurde Torwart Tim Wiese mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht, Per Mertesacker liebäugelte in einem Interview mit einem Wechsel in die englische Premier League. (316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

Und so herrscht in Bremen weiter Stillstand in Sachen Personalplanung, während die Konkurrenz aufrüstet.

"Sollten die Abwehr verstärken"

"Rein aus sportlicher Sicht sollten wir unbedingt die Abwehr verstärken", sagte Allofs, "der Aufsichtsrat weiß das."

Die personellen Probleme in der Werder-Abwehr hatten sich zuletzt durch die langwierige Knie-Verletzung von Mikael Silvestre weiter verschärft. Der französische Verteidiger fällt für mehrere Monate aus.

Silvestre ist bereits der fünfte fehlende Abwehrspieler der Bremer. Mehrere Wochen nicht einsetzbar sind derzeit Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl und Sebastian Boenisch.

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Auch Schaaf beklagt sich

Auch Trainer Thomas Schaaf hatte bereits auf die personelle Notlage in der Abwehr hingewiesen und nach Andreas Wolf (kam vom 1. FC Nürnberg) eine weitere Verstärkung für die Defensive gefordert - oder eine Korrektur der Saisonziele angemahnt.

Trotzdem sagte Willi Lemke, der Vorsitzende des Aufsichtsrates: "Unser Ziel muss bleiben, an den internationalen Rängen dranzubleiben".

Die Positionen scheinen festgefahren, Allofs und Lemke waren sich bei finanziellen Fragen noch nie sonderlich grün.

Allofs fordert Risiko

Allofs hofft noch auf ein Einlenken des Aufsichtsrates: "Es ist doch keine außergewöhnliche Geschichte, wenn man sich mal außerhalb des Budgets bewegt", sagte er.

"Es ist die Aufgabe des Aufsichtsrates, solche Entscheidungen zu treffen. Aber man kann beim wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg nicht immer auf der absolut sicheren Seite sein."

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