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Timo Hildebrand absolvierte bislang 221 Bundesliga-Spiele © getty

Timo Hildebrand wird in Hoffenheim vorgestellt, der Tabellenführer empfängt seine neue Nummer eins mit reichlich Vorschusslorbeeren.

Von Katrin Freiburghaus

München - Die Einlaufkurve zur Rückkehr in die Bundesliga war lang, seit Dienstagabend aber ging plötzlich alles ganz schnell.

Timo Hildebrand ist zurück im deutschen Fußball-Oberhaus - und nicht nur bei seinem neuen Arbeitgeber Hoffenheim ist die Freude über den Transfercoup deutlich zu spüren.

Der 29-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum Sommer 2010 mit einer Option für eine weitere Saison.

Am Mittwoch präsentierte Hoffenheim seine neue Nummer eins, die ab der Rückrunde zwischen den Pfosten stehen wird.

"Idealbild von Torwart"

"Timo ist ein Torhüter, der genauso spielt, wie ich mir das vorstelle. Ich kenne in Deutschland keinen Keeper, der fußballerisch besser ist", lobte Hoffenheims Coach Ralf Rangnick Hildebrand in den höchsten Tönen.

"Er ist eine Art Idealbild von Torwart - er hat Persönlichkeit", sagte Rangnick weiter und muss es wissen. Immerhin verhalf er ihm in der Saison 1999/2000 beim VfB Stuttgart zum Bundesliga-Debüt.

Rangnick wurde von der Ankunft seiner neuen Nummer eins quasi aus dem Bett geworfen: Mitten in der Nacht zum MIttwoch berichtete ihm sein Sohn von übereinstimmenden Meldungen über eine Verpflichtung des 29-Jährigen im Internet. (zur Meldung)

Früher als geplant

Der Zeitpunkt des Transfers kam tatsächlich überraschend. Daniel Haas, der Ramazan Özcan am siebten Spieltag verdrängt hatte, überzeugte zwar nicht restlos, stellte aber auch kein Sicherheitsrisiko für den Tabellenführer dar. (Die Tabelle)

"Die Verpflichtung von Timo ist ein Vorgriff auf den Sommer. Eigentlich wollten wir auf der Torwartposition erst nach der Saison aktiv werden", sagte Manager Jan Schindelmeiser.

So war auch die eilig einberufene Pressekonferenz zur Präsentation eher eine Reaktion auf die kursierenden Meldungen, wie Schindelmeiser einräumte: "Geplant war die Präsentation eigentlich für den kommenden Dienstag, weil wir erst noch das letzte Spiel gegen Schalke abwarten wollten."

Sportliche Gründe geben den Ausschlag

Gegen den Vorwurf, der Verein von Mäzen Dietmar Hopp habe Hildebrand mit Geld in die Provinz gelockt, nahm Hildebrand seinen neuen Klub sofort in Schutz.

"Wenn es mir ums Geld gegangen wäre, hätte ich woanders hingehen müssen", sagte er, "das gesamte Modell Hoffenheim hat mich überzeugt. Ich habe im Fernsehen verfolgt, welch super Fußball hier gespielt wird."

Zudem ist Hildebrand nach monatelangem Pendeln zwischen Bank und Tribüne in Valencia vor allem wichtig, "dass ich spiele und das Vertrauen spüre."

Löw erfreut

Das Thema Nationalmannschaft spielt für Hildebrand momentan keine Rolle. "Ich will in Hoffenheim Leistung zeigen. Alles andere wird die Zeit zeigen", sagte er.

Allerdings äußerte sich auch Bundestrainer Joachim Löw hoch erfreut über den Transfer seines einstigen Nationalkeepers.

"Ich freue mich für Timo, dass er durch seinen Wechsel nach Hoffenheim jetzt wieder Planungssicherheit und Klarheit hat", sagte er, "er geht jetzt zu einem Trainer, der mit ihm plant. Das ist wichtig für einen Spieler."

Schlaflose Nächte

Lässt Hildebrand seiner Ankündigung ("ich will wieder angreifen") Taten folgen, dürfte er Löw damit allerdings schlaflose Nächste bereiten.

Dann nämlich hätte der neben Bremens Tim Wiese, Leverkusens Rene Adler und Hannovers Robert Enke einen weiteren Kanditaten im Kampf um das DFB-Tor.

Wenn Hoffenheim so weitermacht womöglich vom Deutschen Meister...

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