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Ralf Fährmann bestritt 18 Bundesliga-Spiele für Eintracht Frankfurt © getty

Ralf Fährmann soll auf Schalke Manuel Neuer beerben. In der SPORT1-Interview-Serie spricht er über diese Bürde und die Konkurrenz.

Von Thorsten Mesch

Gelsenkirchen - Ralf Fährmann tritt in enorm große Fußstapfen.

Nach dem Abstieg mit Eintracht Frankfurt kehrte der Torwart zurück zu Schalke 04 und sollt dort das Erbe des zum FC Bayern München abgewanderten Manuel Neuer antreten.

Fährmann bezeichnet den Nationalkeeper als derzeit "besten Torwart der Welt", trotzdem sieht er es nicht als Bürde an, dessen Nachfolge anzutreten. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Vielmehr freut sich der 22-Jährige, der mit 14 Jahren zu Schalke wechselte und dann alle Jugendmannschaften durchlief, auf seine Rückkehr in die Gelsenkirchener Arena.

Im 3. Teil der SPORT1-Interview-Serie spricht Fährmann über die S04-Fans, den Abstieg mit der Eintracht und Konkurrenz auf der Torwart-Position.

Nun tritt der 22-Jährige beim DFB-Pokalsieger das schwere Erbe von Nationaltorwart Manuel Neuer an, den er als "besten Torwart der Welt" bezeichnet. Diese Aufgabe reizt den gebürtigen Sachsen, auch wenn er von Trainer Ralf Rangnick keine Stammplatzgarantie bekommen hat.

Bei SPORT1 spricht Fährmann über den Abstieg mit der Eintracht, seine Ziele bei Schalke 04 und Parallelen zu seinem Vorgänger.

SPORT1: Herr Fährmann Sie sind von der Frankfurter Eintracht zu Schalke 04 zurückgekehrt. Sie kommen zwar aus Chemnitz, doch Sie haben einmal sinngemäß gesagt, in Gelsenkirchen seien Sie groß geworden. Wie fühlt es sich an wieder "zu Hause" auf Schalke zu sein?

Ralf Fährmann: Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Das kann man wirklich so sagen. Ich bin mit 14 Jahren in das Schalker Internat gekommen und habe dann alle Jugendmannschaften durchlaufen. Es gibt so viele Erinnerungen und Bekanntschaften, dass mir Schalke auch in der Frankfurter Zeit noch eine Herzensangelegenheit war.

SPORT1: Was haben Sie aus Ihrer Frankfurter Zeit mitgenommen?

Fährmann: Ich habe sehr viel gelernt in den zwei Jahren. Ich bin nach Frankfurt gekommen, habe die komplette Vorbereitung bestritten, mir dann aber die Hand gebrochen. Als ich dann im Winter wieder hätte spielen können, warf mich eine schwere Lungenentzündung zurück. Die Mannschaft war damals erfolgreich, es gab keinen Grund auf der Torwartposition zu wechseln. Ich habe dann schließlich von einer Verletzung Oka Nikolovs profitiert und mich festgespielt. Christoph Daum hat mir dann das volle Vertrauen gegeben. Ich denke, meine Leistungen waren insgesamt ganz gut.

SPORT1: Am Ende hat es für die Eintracht nicht gereicht. Aber wenn man etwa an den dramatischen letzten Spieltag denkt, als Sie in Dortmund zwei Elfmeter gehalten haben ? war das trotzdem ein wichtiger Moment in Ihrer Karriere?

Fährmann: Ja, aber ein Abstieg ist eine Erfahrung, die man niemandem wünscht. Aber auch aus solchen Spielen lernt man, etwa mit dem Druck umzugehen. Ich denke, dass mir das für mein weiteres Fußballer-Leben helfen wird. Jetzt folgt der nächste Schritt: als Nummer eins nach Schalke zurückzukommen.

SPORT1: Christoph Daum, der Ihnen das Vertrauen schenkte, hängt ein wenig das Image des "Showmans" hinterher. Ihr jetziger Trainer Ralf Rangnick gilt als sachlicher und akribischer Arbeiter. Was sind die größten Unterschiede?

Fährmann: Als "Showman" würde ich Christoph Daum nicht bezeichnen. Jeder hat seine Methoden. Beide sind sehr gute Trainer. Mit die besten, die ich bisher hatte. Von Daum konnte ich sehr viel lernen, auch im persönlichen Bereich. Mit Rangnick arbeite ich zwar noch nicht so lange zusammen, aber ich bin mir sicher, dass er mir viel beibringen wird.

[kaltura id="0_a9rgvzkc" class="full_size" title="Neuanfang nach Neuer"]

SPORT1: Kannten Sie Rangnick noch aus seiner ersten Zeit auf Schalke?

Fährmann: Ich war ein oder zweimal als B-Jugendlicher im Kader. Aber so richtig mittrainiert habe ich erst unter Mirko Slomka (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

SPORT1: Rangnick und auch Manager Horst Heldt haben Ihnen keine Stammplatzgarantie gegeben. Wie gehen Sie damit um?

Fährmann: Eine Stammplatzgarantie gibt es für keinen Spieler, jeder muss seine Leistung bringen. So ist das auch bei mir. Aber ich weiß, was ich kann und was ich im Stande bin, zu leisten. Daher bin ich zuversichtlich, auf Schalke die Nummer eins zu tragen.

SPORT1: Es wurden zuletzt einige Namen gehandelt. Beschäftigen Sie sich mit möglichen Konkurrenten?

Fährmann: Schalke 04 ist ein riesengroßer Verein. Dass man sich da auf der Torwartposition mehrere Kandidaten anschaut, ist normal. Dass die erste Entscheidung zu meinen Gunsten ausgefallen ist, freut mich sehr. Und es spornt mich enorm an.

SPORT1: Stimmt es, dass Sie von vorneherein über den Kontakt zu Jens Lehmann informiert waren?

Fährmann: Ja.

SPORT1: Sind Sie froh, dass er nicht kommt?

Fährmann: Ich wusste, dass vielleicht noch ein Torhüter kommen soll. Wir waren ja auch nur zu dritt. Ich denke, jedes Bundesliga-Team setzt auf der Position auf Qualität. Ich hätte sehr viel von Jens Lehmann lernen können, aber so kann ich sehr viel von Mathias Schober lernen, der ebenfalls über sehr viel Erfahrung verfügt.

SPORT1: Sie und Schober haben anscheinend ein sehr gutes Verhältnis. Wie ist es dann, um den einen Platz zu kämpfen?

Fährmann: Das stimmt, wir Torhüter haben alle ein sehr gutes Verhältnis zueinander, auch zu Torwarttrainer Bernd Dreher. Das war auch in Frankfurt so, man muss einfach Privates und Sportliches trennen. Torhüter ist eine sehr spezielle Position. Wenn man sich gegenseitig hilft, bringt das allen mehr, als sich gegenseitig fertig zu machen.

SPORT1: Sie wurden gemeinsam mit Manuel Neuer in der Jugend von Lothar Matuschak ausgebildet. Sind Sie durch die gemeinsamen Wurzeln auch ein ähnlicher Torwart wie Neuer?

Fährmann: Ich denke, das kann man nicht vergleichen. Jeder Mensch ist anders. Aber von der Torwartschule, die wir gemeinsam besuchen durften, haben wir beide profitiert.

SPORT1: Neuer hat große Fußstapfen hinterlassen. Ist das eine besondere Bürde für Sie?

Fährmann: Die Lücke ist natürlich groß. Manuel war Kapitän und absoluter Publikumsliebling. Er ist für mich der beste Torwart der Welt. Aber meine Aufgabe ist es, in den nächsten Jahren diese Lücke zu schließen 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

SPORT1: Können Sie sich vorstellen, auf Schalke auch eine Ära zu prägen?

Fährmann: Es ist auf jeden Fall mein Wunsch, sehr lange bei diesem Verein zu bleiben. Ich bin hier groß geworden und fühle mich einfach total wohl.

SPORT1: Stimmt es eigentlich, dass es eine Ausstiegsklausel für Schalke in Ihrem Vertrag bei Frankfurt gab?

Fährmann: Die gab es, aber mehr möchte ich dazu nicht sagen.

SPORT1: Die Freude über die Rückkehr ist bei Ihnen als "Schalker Junge" also groß?

Fährmann: Ja. Ich freue mich sehr darauf, wieder ins Stadion einzulaufen und die großartigen Schalker Fans zu sehen und von ihnen nach vorne gepeitscht zu werden.

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