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Rene Adler feierte sein Debüt in der Bundesliga am 25. Februar 2007 © getty

Das Knie schmerzt und wird operiert - seine Leidensgeschichte erweitert sich um ein Kapitel. Adler droht eine lange Pause.

Von Daniel Rathjen

München - Rene Adler liegt wieder unterm Messer - einmal mehr.

Dem Torwart von Bayer Leverkusen bleibt das Pech treu.

Das rechte Knie bereitet dem 26-Jährigen seit Monaten Schmerzen - nach dem 4:0 im Test gegen Red Bull Salzburg am 3. Juli war klar, dass eine Operation unabdingbar ist.

In Augsburg versuchten die Ärzte nun die Ursache für die Probleme zu finden und entfernten erfolgreich Narbengewebe aus der Patellasehne. Klar ist: Leistungsträger Adler ist zum Saisonstart nicht einsatzbereit. Wie lange er tatsächlich ausfällt, ist unklar.

Adler wird zunächst bis Freitag in der Klinik bleiben und dann in Leverkusen mit der Reha beginnen.

Man habe jedoch keine Befürchtungen, dass der Torhüter längerfristig ausfalle. Zwischenzeitlich war sogar die Rede von sechs Monaten. "Wir rechnen nicht damit, dass es so lange wird", sagte ein Bayer-Sprecher.

So oder so: Es ist ein Schock für den ambitionierten Werksklub, der in dieser Saison um die Meisterschaft spielen und in der Champions League angreifen will (420225DIASHOW: Der Start in die Vorbereitung).

"Das ist ein harter Schlag", weiß auch Sportdirektor Rudi Völler. Die Bayer-Bosse kommen nun offenbar ins Grübeln und überlegen, ob sie nicht noch auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Yelldell als Nummer eins?

Bis zum 31. August können Spieler verpflichtet werden - ein erfahrener Mann zwischen den Pfosten ist bei den Zielen des Vereins von hoher Bedeutung.

Die einfachste Lösung wäre David Yelldell zur Nummer eins zu befördern, der 29-Jährige kam vom MSV Duisburg. Als Ersatz steht der 21-jährige Fabian Giefer parat.

Robin Dutt kennt Yelldell noch aus gemeinsamen Zeiten bei den Stuttgarter Kickers, wo sie von 2005 bis 2007 zusammen arbeiteten.

Der Trainer hat jedoch auch immer betont, dass er in jedem Fall drei Keeper im Kader haben möchte, da Leverkusen in drei Wettbewerben spiele.

Gedanken an Lehmann

Wer also könnte ad hoc helfen? Welcher Schlussmann vereint Klasse, Erfahrung und Professionalität?

Es dauert nicht lange, bis die Gedanken um Jens Lehmann kreisen - eventuell auch bei den Verantwortlichen in Leverkusen.

[kaltura id="0_3yjxaveb" class="full_size" title="Leverkusen torlos gegen die L wen"]

Eigentlich war der 41-Jährige schon im Ruhestand, doch das Feuer in ihm ist noch nicht erloschen. Er half in der vergangenen Saison seinem Ex-Klub Arsenal London in der Not und war zuletzt beim FC Schalke 04 als Nachfolger von Manuel Neuer im Gespräch.

Der Routinier hat 61 Länderspiele und 394 Bundesligaeinsätze auf dem Konto.

Letztlich fiel die Wahl in Gelsenkirchen bekanntlich auf Ralf Fährmann, doch Abwehrmann Christoph Metzelder hatte vorher angemerkt:

Kandidatenkreis überschaubar

"Ein Typ wie Lehmann mit Ecken und Kanten kann einem Team grundsätzlich gut tun."

Timo Hildebrand wäre ebenfalls ein Kandidat. Sein Ziel ist ein Platz im Tor eines Bundesligisten, bei Sporting Lissabon verbrachte der ehemalige Nationalkeeper zuletzt ein Jahr auf der Bank.

Momentan hält sich der 32-Jährige in Stuttgart fit und wartet auf einen erlösenden Anruf, der ihn aus der Lauerstellung befreit. Vorteil für Leverkusen: Der Blondschopf wäre ein Schnäppchen.

Zu haben ist auch noch der vereinslose Markus Pröll (316092DIASHOW: Die Wechselbörse).

Frank Rost wäre wohl ebenfalls ein geeigneter Mann für Leverkusen gewesen, sein Wechsel zu den New York Red Bulls ist mittlerweile jedoch in trockenen Tüchern.

Durch Adlers Verletzung kommt das Torhüter-Karussell wieder in Schwung. Da zu diesem Zeitpunkt, wo die neue Saison schon dicht vor der Tür steht, aber nahezu alle Plätze belegt sind, bleibt es überschaubar.

Bitter ist es für Adler - seine Karriere verlief bislang mit wenig Lust, dafür umso mehr Frust.

Trauriger Karriereverlauf

Eine komplizierte Rippenverletzung hatte ihn die WM 2010 gekostet, Manuel Neuer stieg zur neuen Nummer eins auf.

Danach wünschte sich Adler einen Wechsel zu Manchester United, ließ sich deshalb eine Extra-Klausel in seinen Vertrag schreiben. Doch Sir Alex Ferguson nahm lieber David de Gea von Atletico Madrid.

Jetzt muss Adler sogar um seine Zukunft bei Bayer Leverkusen zittern, die Verhandlungen über seinen 2012 auslaufenden Vertrag liegen auf Eis.

Genauso wie derzeit sein Knie.

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