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Emre Can debütierte am 15. September 2010 für die deutsche U 17 © getty

Nach der U-17-WM schildert Can bei SPORT1 seine Erfahrung und nennt die nächsten Ziele beim FCB. Von Freund kommt gewaltiges Lob.

Von Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Main - Erst Vize-Europameister, jetzt Dritter bei der U-17-WM: Emre Can hat sich gemeinsam mit der Junioren-Nationalmannschaft ins vorderste Rampenlicht gerückt (BERICHT: "Ihr seid die Weltmeister der Herzen").

In sieben WM-Spielen hat das Team angeführt vom FC Bayern-Nachwuchsspieler 24 Tore geschossen und sensationell im Spiel um Platz 3 aus einem 1:3 ein 4:3 gemacht. Gegen Brasilien!

Als Mannschaftskapitän warf sich Can stets mit Leidenschaft und Können in die Schlacht, erzielte im Turnierverlauf ein Tor und überzeugte mit Ballsicherheit, Tempo und Spielintelligenz.

Nebenbei hat der athletische Deutsch-Türke bereits mit 17 die Robustheit, die ein Spieler auch in der Bundesliga benötigt.

"Platz 3 gibt mir Selbstvertrauen"

Die Bundesliga, ein Platz in der Startelf des FC Bayern, ist natürlich das ganz große Ziel Cans. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Der dritte Platz bei der WM gibt mir Selbstvertrauen. Ausruhen darf ich mich aber darauf nicht", sagt Can im SPORT1-Gespräch zu seiner Zukunft bei den Münchnern.

Und er verspricht: "Ich möchte mich in jedem Training weiterentwickeln und mich verbessern. Bei der Zweiten Mannschaft werde ich mich voll reinhängen, um mit dem Team erfolgreich zu sein."

Unter Jonkers Fittichen

Die Roten wissen längst, welch eine fußballerische Begabung sie mit Can in ihren Reihen haben. Statt in der U 19 wird Can in der neuen Saison in der Zweiten Mannschaft spielen und so in der Regionalliga weitere wichtige Erfahrung sammeln.

Bekanntlich ist ja auch der Draht von Trainer Andries Jonker zu den Profis kurz.

Seit zwei Jahren lebt Can, ein gebürtiger Frankfurter Junge, im FCB-Jugendinternat und hat so das Training von Franck Ribery, Bastian Schweinsteiger und Co. täglich direkt vor Augen. 428579(DIASHOW: Der FCB im Formcheck)

"Den Profis beim Training zuzuschauen spornt mich an", berichtet er. "Mein Traum ist es, eines Tages ein Teil der Profimannschaft zu sein. Dafür werde ich mein Bestes geben." (BERICHT: Wer stopft das Abwehrloch?)

[kaltura id="0_kqgnjrpx" class="full_size" title="Bayern in der Hitze souver n"]

Großes Lob von Freund

Die Anlagen dafür hat er. "Emre ist der kompletteste Spieler, den ich in meiner Karriere je gesehen habe. Und ich habe einige gesehen. Er hat das Zeug, es ganz nach oben zu schaffen", sagt Steffen Freund.

Der Trainer der deutschen U 17 hält große Stücke auf seinen Kapitän, bürdet ihm mit dem Kompliment zugleich einen großen Rucksack auf.

Nicht nur Nationalspieler Toni Kroos weiß, wie es sich anfühlt, wenn man beim FCB zu schnell zu viele Erwartungen weckt und dann als Riesentalent immer unter besonderer Beobachtung steht. (BERICHT: Breno hat's schwer)

Ruhig und sachlich außerhalb des Platzes

Dabei ist Can keiner, der sich selbst außerhalb des Platzes in den Vordergrund drängt, ein Lautsprecher ist.

Ruhig und in kurzen Sätzen dankte er als Team-Kapitän am Dienstagmorgen am Frankfurter Flughafen Trainer Freund für die erfolgsgekrönte Zusammenarbeit.

Das Team war gerade aus Mexiko gelandet und der 17-Jährige noch voller Eindrücke von dem großen Turnier, einschließlich dem Aztekenstadion.

"Sie sind alle stolz auf mich"

Dort aufzulaufen, nennt er ein "großartiges Erlebnis". Und natürlich hat auch Cans Familie die Partien des Sohnemanns zur späten Stunde mitverfolgt. "Sie sind alle stolz auf mich. Für meine Familie war es etwas Besonderes, mich im Fernsehen zu sehen", berichtet er.

Für Can stellte die Zeit in Mexiko eine wichtige Entwicklungsphase dar, auch weil die Mannschaft stets an sich geglaubt und eben einer für den anderen gekämpft habe.

Sein Resümee der Zeit unter Förderer Steffen Freund fällt ebenso positiv aus: Als Fußballer und Persönlichkeit habe jeder Spieler einen großen Schritt gemacht. "Der Trainer hat aus talentierten Einzelspielern eine Mannschaft geformt. Wir können viel von ihm lernen und sind sehr dankbar für unsere gemeinsame Zeit."

Bekenntnis zur DFB-Elf

Can ist einer von vielen Junioren-Nationalspielern mit Migrationshintergrund. Seine Zukunft sieht er trotz seiner türkischen Wurzeln beim Trikot mit dem Bundesadler.

"Ich spiele sehr gerne für Deutschland und möchte meinen Weg beim DFB gehen", stellt er klar.

Demnächst sollen die weiteren wichtigen Karriereschritte beim FC Bayern folgen.

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