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Manuel Neuer absolvierte bisher 156 Bundesliga-Spiele © getty

Die Münchner wollen die Debatte um die neue Nummer 1 beruhigen. Doch die Benimm-Regeln der Fanklubs sorgen für Kopfschütteln.

Von Martin Volkmar

München - Der FC Bayern München will die anhaltenden Proteste einiger Ultra-Fanklubs gegen Manuel Neuer nicht weiter anheizen.

Daher wollte FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die skurrilen Benimmregeln von fünf Vereinigungen für den neuen Torhüter auf SPORT1-Nachfrage ebenso wenig kommentieren wie Neuer selbst.

Der deutsche Rekordmeister will offenbar kein weiteres Öl ins Feuer gießen und setzt zudem darauf, dass die übergroße Mehrheit der Anhänger dem deutschen Nationaltorwart positiv gegenüber stehen.

"Macht keinen Sinn, groß rumzutönen"

"Ich denke, dass es keinen großen Sinn macht, groß rumzutönen. Ich glaube, dass die meisten Fans begriffen haben, um was es geht", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Und weiter: "Wenn es trotzdem ein paar Unverbesserliche gibt, dann werden die meiner Meinung nach die Reaktion beim ersten Spiel in München erleben. Ich glaube, dass es den übrigen Zuschauern dermaßen auf die Nerven geht, dass sie diese Leute irgendwann aus der Arena rausbrüllen werden."

Auch Heynckes gelassen

Ähnlich äußerte sich Trainer Jupp Heynckes.

"Früher wäre ich dagegen Sturm gelaufen. Heute sage ich: Lasst uns alle ganz vernünftig miteinander umgehen. Dann wird sich das alles regulieren", erklärte er der "Bild".

Allerdings stellte er auch klar: "Eine Minderheitsgruppe kann nicht fordern, dass sich ein Spieler so oder so zu verhalten hat."

Intern hatte der erneute Vorstoß der Ultras verständlicherweise für Verärgerung im Verein gesorgt. Zumal vereinbart worden war, das Treffen der Fans mit Neuer am Dienstag geheim zu halten 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Wortwahl und Forderungen sorgen für Unverständnis

Vor allem aber die Wortwahl der Erklärung und die darin enthaltenden Forderungen an den ehemaligen Schalker stieß auf Unverständnis.

"Ihm wurde von uns mitgeteilt, wie er sich zukünftig in Bezug auf unsere Kurve zu verhalten hat", hieß es in dem von der "Schickeria" und vier weiteren Fangruppierungen verfassten Text.

"An unserer Meinung zu ihm hat sich nichts geändert. Wenn sich Manuel Neuer aber an die besprochenen Verhaltensregeln und eine respektvolle Distanz hält, wird es keine weiteren organisierten Proteste und Aktionen geben."

Ursprünglich dachten die Bayern-Verantwortlichen, dass sich die Diskussionen um Neuer schon nach dem "runden Tisch" mit den Anhängern bei der Saison-Eröffnung erledigt hatte.

Proteste im Trainingslager

Doch kurz darauf hatten einige Fans im Trainingslager am Gardasee mit einem Transparent erneut gegen die neue Nummer eins protestiert (BERICHT: Anti-Neuer-Aktion überschattet Testspiel).

Nun wird mit Spannung erwartet, wie das Publikum in der Allianz Arena den 18-Millionen-Euro-Neuzugang bei seinem ersten Heimspiel in der kommenden Woche beim Audi Cup empfangen wird.

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