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Jerome Boateng wechselte für 13,5 Millionen Euro von Manchester City zum FC Bayern © getty

Jerome Boateng ist bei Bayern angekommen - und soll die Abwehr dicht machen. Sammer: "Er ist ein außergewöhnlich guter Spieler."

Von Martin Volkmar

München - Im Schlaf hat sich der große Traum von Jerome Boateng erfüllt.

Denn als der FC Bayern am Donnerstagmittag den Wechsel des deutschen Nationalspielers verkündete, da lag der 22-Jährige noch im Bett.

Wochenlang hatte zuvor der Poker um die Ablösesumme gedauert, die laut Medienberichten zwischen 13,5 und 17 Millionen Euro liegt.

Der Innenverteidiger hingegen hatte sich ohnehin schon vor längerer Zeit für den Wechsel zum deutschen Rekordmeister entschieden. "Mein Traum ist es, im nächsten Jahr Stammspieler zu sein bei Bayern", erklärte Boateng bereits im Juni.

"Bin froh, dass der Verein um mich gekämpft hat"

"Der Flug war sehr anstrengend. Jetzt bin ich super froh, dass das Tauziehen endlich ein Ende hat", sagte der Abwehrspieler, der am Freitagmorgen um 10.35 Uhr direkt aus dem Trainingslager seines bisherigen Klubs Manchester City in Los Angeles in München landete.

Boateng wird sich in München der medizinischen Untersuchung unterziehen und soll dann einen Vertrag bis 2015 unterzeichnen.

"Ich bin froh, dass der Verein trotz der schwierigen Verhandlungen nicht nachgegeben hat und um mich gekämpft hat."

Sammer lobt Boateng

In München soll der gebürtige Berliner als zentraler Spieler in der neuformierten Viererkette wieder für Sicherheit in der Defensive sorgen.

"Er ist wirklich ein außergewöhnlich guter Spieler", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer SPORT1: "Jerome Boateng könnte ein wesentlicher Bestandteil sein, um der Defensive die nötige Stabilität zu geben."

Das war in der vergangenen Spielzeit zu selten der Fall, als der FCB 40 Gegentreffer kassierte und auch deshalb nur Dritter wurde. "Wir müssen in der Abwehr wieder stabiler werden", lautet daher die eindeutige Vorgabe des neuen Trainers Jupp Heynckes.

"Unser Ziel ist es, viel, viel weniger Gegentore hinzunehmen. Ich will das Gefühl haben: Meine Abwehr steht wie eine Eins."

[kaltura id="0_pmrjgcre" class="full_size" title="Der n chste Wunschspieler ist da"]

Deshalb haben die Bayern die Hintermannschaft fast komplett umgebaut: Kapitän Philipp Lahm rückt von rechts wieder auf die linke Seite, der in der Vorsaison häufig auf die Bank verbannte Holger Badstuber ist als linker Innenverteidiger gesetzt.

Hinzu kommen die Neuzugänge Manuel Neuer im Tor (18 Millionen Euro Ablöse), Rafinha auf rechts (5,8 Millionen Euro) und Boateng, für die Verein insgesamt also rund 40 Millionen Euro locker gemacht hat. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften"

Dabei setzt Heynckes auf die alte Fußballer-Weisheit: "Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften." Dass die neue Abwehr dabei gerade mal ein Durchschnittsalter von 24,2 Jahren hat, macht dem Coach überhaupt keine Sorgen.

Er verweist auf Dortmunds Meister-Abwehr mit den Youngstern Mats Hummels und Neven Subotic und auf Reals Routinier Ricardo Carvalho, "der mit Anfang 20 beim FC Porto schon Weltklasse war".

Freund überzeugt von Boateng

Deshalb ist Heynckes auch voll und ganz von Boateng überzeugt, der sein erklärter Wunschspieler war. Ex-Bundesligaprofi Steffen Freund, der Boateng durch seine Tätigkeit als DFB-Juniorencoach bestens kennt, hält den Wechsel zurück in die Bundesliga genau für den richtigen Schritt.

"Das passt super", sagte Freund SPORT1 schon vor Wochenfrist. "In seiner Situation wäre eine Rückkehr nach Deutschland sicherlich genau richtig."

"Die bisher blödeste Saison"

Für Boateng endet mit dem Wechsel zu den Bayern ein wenig erfolgreicher Ausflug zu ManCity in die Premier League.

"Es war bisher die blödeste Saison für mich. Ich hatte zwei Mal eine langwierige Verletzung am Knie. Die erste dauerte acht Wochen und die zweite dauerte auch sechs oder sieben Wochen", klagte er schon im Mai im SPORT1-Interview.

Dann fügt Boateng noch hinzu: "Ich habe trotzdem meine Spiele gemacht, als ich fit war, und meine Erfahrungen gesammelt. Es hat dennoch viel Spaß gemacht."

Der Spaßfaktor dürfte in der nächsten Saison als "Wunschspieler beim FC Bayern dennoch größer sein.

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