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Solbakken (l.) wurde mit dem FC Kopenhagen fünf Mal dänischer Meister © getty

Kölns Trainer kommt mit seiner Mischung aus Autorität und Lockerheit gut bei den Spielern an. In der Kapitänsfrage bleibt er hart.

Aus dem Trainingslager des 1. FC Köln berichtet Thorsten Mesch

Kranzach am Walchsee - Seine Stimme klingt leicht knarzig, sein Deutsch ist noch etwas holprig.

Doch wenn Stale Solbakken spricht, hören alle aufmerksam zu.

Der neue Trainer des 1. FC Köln sticht hervor, und das nicht nur wegen seiner Körpergröße und seiner Glatze.

Solbakken strahlt eine natürliche Autorität aus. Er scherzt mit den Spielern, fordert sie aber auch.

"Er ist sehr offen und positiv gestimmt", sagt Neuzugang Sascha Riether im Gespräch mit SPORT1.

"Er findet eine gute Mischung zwischen Autorität und der nötigen Lockerheit."

Solbakken zögert bei Kapitänsfrage

In der Kapitänsfrage bleibt der Norweger jedoch eisern.

Im Testspiel gegen Spartak Moskau am Mittwoch (1:0) trug Torwart Michael Rensing die Binde und nicht Lukas Podolski, der in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison Spielführer war.

Er müsse erst "alle Spieler besser kennenlernen", begründet Solbakken sein Zögern. "Dann werde ich meine Entscheidung bekanntgeben."

Spätestens zum Pokalspiel in Wiedenbrück am Monatsende soll der Kapitän feststehen(DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Solbakken: "Das ist kein Problem"

Wird es doch Podolski, der am Freitag zwar fleißig Autogramme schrieb, eine Fragerunde aber zum wiederholten Mal verschieben ließ?

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Oder sein Vorgänger Youssef Mohamad, der nach dem Nachmittagstraining bestens gelaunt vor dem Mannschaftshotel Seeresidenz Federball spielte?

Rensing, der beim Torwarttraining einen mit Hanteln beschwerten Stahlschlitten hinter sich her zog?

Oder wird es gar Pedro Geromel? Die Spekulationen laufen heiß. Doch Solbakken bleibt kühl.

"Ich hatte in Kopenhagen schon einen Stürmer und einen Torwart als Kapitän - das ist kein Problem", erklärt der Coach und betont: "In diesem Moment ist alles unter Kontrolle."

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Unaufgeregter Finke sieht Team auf gutem Weg

Er habe in der vergangenen Woche viel mit Podolski gesprochen und glaube nicht, dass dieser ein Problem mit der Situation habe.

Auch Sportdirektor Volker Finke sieht die Sache vollkommen unaufgeregt. Die Kapitänsfrage sei "allein die Entscheidung des Trainers", sagt Finke dem "Express".

"Es ist doch normal, dass ein neuer Trainer erst mal alles beobachtet, die Mannschaft kennenlernt."

Sportlich läuft es derweil reibungslos. "Beim Test gegen Moskau hat man gesehen, dass das Team auf einem guten Weg ist", meint Finke.

Auch Solbakken lobt die Fortschritte auf dem Platz.

Drei Spieler kämpfen um eine Position

"Ich glaube, dass die Spieler ein gutes Gefühl für das taktische Verständnis bekommen haben", erklärt der 43-Jährige, der die Feldspieler am Freitagnachmittag um die vorübergehend zum Trainingsplatz umfunktionierte Driving Range laufen ließ.

"Das war eine Ausnahme, normalerweise arbeiten wir mit dem Ball", sagt Christian Clemens, der sich im Mittelfeld durchsetzen will. Dort ist die Konkurrenz besonders groß. Offensiv wie defensiv.

Da Riether gesetzt sein dürfte, ist auf der Doppel-Sechs nur noch ein Platz frei. Martin Lanig, Kevin Pezzoni und Mato Jajalo sind die aussichtsreichsten Kandidaten.

Podolski und Novakovic gesetzt

Der Sturm ist mit Podolski und Milivoje Novakovic bestens bestückt, in der Abwehr haben Miso Brecko, Geromel und Mohamad die Nase vorn.

Der Posten des Linksverteidigers ist noch zu besetzen, hier liefern sich Andrezinho und Christian Eichner ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

"Andrezinho hat eine sehr gute Technik, ein sehr sicheres Passspiel, und er ist - wei heißt es - beidfüßig", sagt Solbakken und freut sich, schon wieder ein neues schwieriges Wort gelernt zu haben.

Test gegen Panathinaikos

Man müsse allerdings "auf allen Positionen um seinen Platz kämpfen", betont der Trainer und ergänzt:

"In einem Spiel kommt vielleicht in Spieler zum Einsatz, in einem anderen ein anderer Spieler."

Im Test gegen Panathinaikos Athen am Sonntagnachmittag in Rosenheim will er die Mannschaft leicht verändern. Und irgendjemand wird sicher auch die Kapitänsbinde tragen.

Solbakken verlässt den Trainingsplatz, gibt auf dem Weg zum Hotel Autogramme und lässt sich mit Fans fotografieren.

Er macht einen entspannten Eindruck. Wie jemand, der alles unter Kontrolle hat.

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