SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch besucht die Trainingslager mehrerer Bundesligisten. Doch eine Tragödie überschattet den Fußball.

Hamburger SV in Finkenberg im Zillertal, 1. FC Köln am Walchsee bei Kufstein, VfB Stuttgart in Längenfeld im Ötztal:

Die Berichterstattung aus den Trainingslagern der Bundesligisten ist eine Reise durch Tirol und beginnt am Donnerstag beim SK Hippach.

Im Stadion des österreichischen Fünftligisten bereitet sich der HSV auf die neue Saison vor.

Ein paar hundert Fans, die einen Teil ihres Sommerurlaubs damit verbringen, ihren Stars beim Training zuzusehen, sitzen beim Bier unter dem Schutz des Tribünendachs, während die Spieler im strömenden Regen eine Art Rugby spielen.

Auch beim Fanfest am Abend lässt sich niemand vom strömenden Regen die Stimmung vermiesen.

Spieler, Trainer Michael Oenning und Sportdirektor Frank Arnesen mischen sich unter die Anhänger, diskutieren und lassen sich mit ihnen fotografieren.

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Am Freitag geht es weiter östlich am Walchsee etwas beschaulicher zu.

Im Kaiserwinkel nahe der deutschen Grenze ist nicht ganz so viel los wie im Zillertal.

Aber das Hotel Seeresidenz hat für die Fans des 1. FC Köln eine Bierbude und Bänke direkt neben dem Trainingsplatz aufgestellt.

Die Fans nehmen das Angebot an und sehen gemütlich zu, wie Lukas Podolski am Freitagnachmittag 45 Minuten lang um das Spielfeld läuft.

Am späten Nachmittag geht es zurück zum HSV. Der spielt am Abend in Schwaz im Inntal gegen Al Ahli aus Dubai und gewinnt 4:0.

Doch nach dem Spiel bricht plötzlich auf der Tartanbahn in der Nähe der Spielerkabinen eine Frau zusammen.

Die Rettungsversuche der Ärzte, die eine Dreiviertelstunde lang um das Leben der Lebensgefährtin des Testspiel-Veranstalters kämpfen, bleiben ohne Erfolg.

Mit einem Kloß im Hals und einem flauen Gefühl im Bauch geht es ins nahe gelegene Hotel.

Die Ereignisse des Abends drücken auf die Stimmung. Aber die Arbeit geht weiter.

Am Samstag steht die Fahrt zum VfB Stuttgart an. Die Wolken sind verschwunden, die Sonne strahlt.

Am Sportplatz in Längenfeld sitzen sie wieder, die Fans mit dem Bierbecher in der Hand. Auf dem Platz gibt Trainer Bruno Labbadia lautstark Anweisungen, die VfB-Profis schwitzen.

Neuzugang William Kvist macht das wenig aus, er gibt mir nach dem Mittagessen völlig entspannt ein langes Interview und läuft am Nachmittag im Testspiel gegen einen bulgarischen Erstliga-Aufsteiger auf.

Am Abend geht es zurück Richtung Osten. Der 1. FC Nürnberg, der auch schon in Längenfeld war, absolviert sein zweites Trainingslager in Zell am Ziller.

Ich bereite mich auf das nächste Interview vor und denke immer noch an die Tragödie vom Freitagabend. Denke, dass Fußball trotz allem nur eine Nebensache ist.

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